Durmersheim will Solarenergie forcieren

Durmersheim (HH) – Nur 20 Prozent der für die Erzeugung von Sonnenstrom geeigneten Flächen werden in Durmersheim bisher genutzt. Das will die Gemeinde nun ändern.

Stromtrasse: Randstraßen an Straßen wie der B36 oder an Bahngleisen könnten zur Energieerzeugung mit Solaranlagen genutzt werden. Foto: Helmut Heck

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Stromtrasse: Randstraßen an Straßen wie der B36 oder an Bahngleisen könnten zur Energieerzeugung mit Solaranlagen genutzt werden. Foto: Helmut Heck

Das Gewicht, das die Windkraft in der jüngsten Gemeinderatssitzung für die Kommunalpolitik bekommen hat (das BT berichtete), schlägt sich auch im örtlichen Klimaschutzkonzept nieder. Das Papier war 2016 verabschiedet worden, es war das Startsignal für den Regio-Energie-Verbund.
Doch der Energieerzeugung mit Wind sei darin nur eine Dreiviertelseite gewidmet worden, schlug Bürgermeister Andreas Augustin eine Aktualisierung vor. In der dazu vorgelegten Fassung nimmt Windkraft etwas mehr als drei Seiten ein.

Seitenrandstreifen erscheinen geeignet

Außerdem lenkte Augustin den Blick auf potenzielle Flächen für Solaranlagen, die bisher wenig Beachtung fanden. Im Klimaschutzkonzept werden sie in einem eigenen Kapitel beschrieben. Unter der Überschrift „Solarfreiflächen“ werden als solche die Seitenrandstreifen entlang der gebündelten Trassen der B36 und der neuen Bahnstrecke bezeichnet.

Insgesamt werden im Bereich von Durmersheim und Bietigheim 20 Stellen, die eine Gesamtfläche von rund neun Hektar ergeben, als geeignet eingestuft. Die Angaben wurden aus dem Energieatlas Baden-Württemberg ins Konzeptpapier übernommen, das auf der Homepage der Gemeinde und bei Regio-Energie zu finden ist.

Bürgermeister Augustin wies ferner auf noch ungenutzte Möglichkeiten auf Dächern hin. Alle Solarpotenziale zusammengerechnet könnte damit der aktuelle Strombedarf in der Gemeinde gedeckt werden, berief sich Augustin auf Daten aus dem Energieatlas. Er regte an, als „zweiten Baustein“ für die Umstellung auf regenerative Energie neben der Windkraft Solaranlagen zu forcieren.

Auch Gemeinde kann mehr tun

Lothar Heck (BuG) nahm den Ball auf, indem er dafür plädierte, gemeindeeigene Gebäude stärker für Fotovoltaik zu nutzen. Es sei „erschreckend“ zu lesen, dass bisher in Durmersheim nur zwölf Prozent des verbrauchten Stroms regenerativ erzeugt werden. Von den für die Erzeugung von Sonnenstrom geeigneten Flächen werden den Angaben zufolge bis jetzt nur 20 Prozent genutzt. Der Ausbau stagniere seit ein paar Jahren. „Um, wie es das Konzept anstrebt, bis 2045 klimaneutral zu werden, „gibt es noch viel zu tun“, lautete Hecks Fazit.

Helmut Schorpp (CDU) sprach sich zudem dafür aus, Nahwärmeversorgung, etwa mit Holzhackschnitzeln als Energieträger, stärker in den Blick zu nehmen.

Zentrale Wärmeerzeugung war ein Thema, das auch in der Einwohnerfragestunde von einem Bürger aus der Weinbrennerstraße angesprochen wurde. Viele Hausbesitzer, die veraltete Heizungen erneuern wollten, wünschten sich Alternativen.

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Erstellt:
18. Oktober 2021, 12:30 Uhr
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