Durmersheimer Einzelhandel übersteht Corona „mit blauem Auge“

Durmersheim (as) – Mit einem blauen Auge durch die Corona-Krise gekommen sei der Einzelhandel in Durrmersheim. Kunden würden sogar kleine Läden wiederentdecken, sagt ISG-Vorsitzender Dietmar Haitz.

•In den Geschäften entlang der Durmersheimer Hauptstraße läuft es laut ISG auch im Corona-Jahr „sehr gut“. Foto: Anja Groß

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•In den Geschäften entlang der Durmersheimer Hauptstraße läuft es laut ISG auch im Corona-Jahr „sehr gut“. Foto: Anja Groß

Wie hat der Durmersheimer Einzelhandel die bisherige Corona-Zeit erlebt? „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, diese Zwischenbilanz zog Dietmar Haitz, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Selbstständiger und Gewerbetreibender (ISG), am Dienstagabend im Verwaltungsausschuss.
Der Lockdown zu Saisonbeginn im März habe den örtlichen Einzelhandel stark getroffen, berichtete Haitz: „Das sind traditionell die vier umsatzstärksten Wochen im Jahr.“ Seitdem laufe es in den Geschäften entlang der Hauptstraße „sehr gut“. Man habe sogar neue Kunden gewonnen, so Haitz. Denn viele kauften in der Corona-Pandemie lieber in kleinen Läden auf dem Land als in den großen Einkaufscentern in der Stadt, stellte er fest.

Mal abgesehen vom Einbruch im März „halten wir den Umsatz“, erfuhren die Ausschussmitglieder. Wahrend Geschäftsleute in den Städten über bis zu 50 Prozent Umsatzeinbußen klagen, sei man in Durmersheim zufrieden. Einzelne Branchen seien allerdings stark betroffen, so Haitz weiter. Im Messebau beispielsweise laufe gar nichts. Auch Kosmetikstudios hätten lange warten müssen, bis sie mit Hygienekonzept wieder öffnen durften. Die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Reisebranche seien im örtlichen Gewerbe ebenfalls spürbar, denn Reisebüros „leiden schwer“. Als problematisch wertete Haitz weiter, dass viele Kunden während des Lockdowns auf den Onlinehandel ausgewichen seien und erfahren hätten, „wie einfach das ist“. „Die müssen wir erstmal wieder zurückholen.“

Keine Aktionen im Advent geplant

Mit Blick auf die auch im Landkreis und im Ort wieder steigenden Infektionszahlen hoffte Haitz, „dass es jetzt nicht so schlimm kommt“. Bauchweh habe er persönlich mit Blick auf die Messe Offerta am Wochenende: „Wenn da was passiert, müssen wir alle drunter leiden.“

Bürgermeister Andreas Augustin freute sich über die „positiven Nachrichten“ von der ISG, die ihn etwas beruhigen würden. Mit Blick auf die verschärften Einschränkungen äußerte er die Befürchtung, „dass wir erst wieder rauskommen, wenn es wärmer wird.“

Auf die Situation der Gastronomie angesprochen, meinte Haitz, dass viele auf Außer-Haus-Verkauf umgestellt hätten, dieser werde immer noch rege genutzt. Zum Thema Außenbewirtschaftung in Zelten oder mit Heizpilzen erklärte er, solche Wünsche seien an ihn noch nicht herangetragen worden. Auch dem Bürgermeister waren bislang keine diesbezüglichen Anfragen bekannt. Er warb allerdings dafür, sich bei Bedarf zu melden und sicherte schnelle und unbürokratische Entscheidungen zu.

Alternativangebote für den abgesagten Adventsmarkt und Winterzauber an den Adventssamstagen habe die ISG nicht geplant, beantwortete Haitz eine weitere Frage. Der Grund: An den Samstagen im Advent sei in Durmersheim seit Jahren „tote Hose, weil die Leute nach Karlsruhe gehen“.

Die Frage des Bürgermeisters nach Unterstützungsbedarf für die ISG verneinte Haitz, von dem weiter zu erfahren war, dass die Maskenpflicht teils schwierig durchzusetzen ist. Auch bereite ihm das dichte Gedränge in und vor einer Shisha-Bar Sorge. Der Verwaltungschef sicherte zu, man werde sich darum kümmern.

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Erstellt:
22. Oktober 2020, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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