E-Tankstellen: Kunden kommen oft nicht aus Gaggenau

Gaggenau (ans) – Der Bedarf an E-Ladesäulen ist laut Stadtwerke-Chef Paul Schreiner „gut abgedeckt“. Der Stromanbieter will das Netz an E-Tankstellen in der Benzstadt erweitern.

Beliebt: Die Ladesäule beim Annemasseplatz ist die am häufigsten besuchte E-Tankstelle in der Benzstadt. Foto: Anna Strobel

© BT

Beliebt: Die Ladesäule beim Annemasseplatz ist die am häufigsten besuchte E-Tankstelle in der Benzstadt. Foto: Anna Strobel

Die E-Ladestation beim Annemasseplatz spaltet die Gemüter: „Manche sagen, woanders geht es besser, und wieder andere sagen, es ist die beste Ladestation, die sie je benutzt haben“, berichtet Stadtwerke-Chef Paul Schreiner. Eins sei aber sicher: „Schneller als zu Hause an der Steckdose lädt sie allemal.“

Es komme durchaus vor, dass „der eine oder andere sagt, es dauert länger“, so Schreiner weiter. Mit der Ladestation sei aber alles in Ordnung, versichert er. Meist hänge die Dauer der Ladezeit mit dem Auto zusammen, das geladen wird. „Wenn die Bedingungen nicht optimal sind, geht es länger.“ Die Ladesäule sei „intelligent“ und könne beispielsweise erkennen, ob die Batterie warm oder kalt sei. Bei einer kalten verzögere sich die Aufladung entsprechend.

Generell sei es schwer zu sagen, wie lange ein Auto am Strom hängen muss, bis es aufgeladen ist. Das hänge unter anderem davon ab, wie leer die Batterie ist und um welches Modell es sich handelt.

Ausfälle und Störungen kommen vor

Ausfälle und Störungen, „wie bei allen technischen Geräten“, habe es in den vergangenen Monaten auch bei den E-Tankstellen, so auch bei der am Annemasseplatz, hin und wieder gegeben. Diese seien meist schnell repariert und dauerten in der Regel nie länger als einige Tage an. Als größeres Problem betrachtet Schreiner die Ausfälle nicht. Der anfallende Bedarf in Gaggenau sei „mehr als gut abgedeckt“, beurteilt der Werksleiter. Viele Säulen seien ohnehin nicht stark frequentiert. Und die, die häufiger angefahren werden, sind nicht vollständig ausgelastet.

Viele Kunden kommen nicht aus dem Murgtal

Nur wenige Bürger, die vor Ort wohnen, laden ihr Fahrzeug an öffentlichen Stellen, weiß Schreiner. Denn der eigentliche Ladevorgang finde im Privaten statt. „Das merken wir auch daran, dass die Nachfrage nach Wallboxen angezogen hat.“ Gemeint sind Wandladestationen für zu Hause.

Die meisten Kunden seien im Fernverkehr unterwegs und kommen daher von außerhalb der Region. Dass die E-Mobilität ohne ein weites Netzwerk von Ladesäulen nicht funktioniere, das sei „nicht richtig“ und gelte auch nur für den Fernverkehr, meint der Werksleiter.

Am häufigsten genutzt wird die E-Ladesäule beim Annemasseplatz. Das bestätigt auch ein Blick auf die Homepage der Stadtwerke, auf der man den Status der Ladestationen live abrufen kann. „Drei von vier frei“, heißt es dort beispielsweise am Donnerstagmittag. Schreiner führt das auf die Nähe zur Bundesstraße zurück. Beliebt ist auch die Station in der Tiefgarage Murgufer: „Die läuft wirklich gut.“ Auch „gut blockiert“ von Lehrern und Schülern, wie der Werksleiter sagt, werde zudem die Stromtankstelle an der Carl-Benz-Schule.

Tiefgarage Murgufer: Dieses Schild vor der Ausfahrt Hirschstraße weist auf die Ladestelle hin. Foto: Thomas Senger/Archiv

© BT

Tiefgarage Murgufer: Dieses Schild vor der Ausfahrt Hirschstraße weist auf die Ladestelle hin. Foto: Thomas Senger/Archiv

Um die Flächen möglichst schnell wieder für weitere Kunden nutzbar zu machen, wurde bereits vor einiger Zeit eine sogenannte „Blockadegebühr“ eingeführt. Anfangs sei das Parken noch kostenfrei gewesen, doch manche hätten das „ausgereizt“ und ihr Fahrzeug länger als nötig stehen gelassen, sodass eine Gebühr eingeführt wurde.

Neue Stationen: „Ganz Gaggenau im Fokus“

In Zukunft möchten die Stadtwerke noch weitere Ladestationen in den Ortsteilen der Benzstadt installieren. „Wir haben dabei ganz Gaggenau im Fokus.“ Welche Standorte genau infrage kommen, das möchte Schreiner noch nicht verraten. Dafür sei es noch zu früh: „Zuerst wollen wir die Untersuchung im Gemeinderat vorstellen.“

Ihr Autor

BT-Volontärin Anna Strobel

Zum Artikel

Erstellt:
13. Januar 2022, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 38sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Orte


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.