EU-Mittel für Kultur und Tourismus am Rhein

Straßburg/Freiburg (vn) – Drei grenzüberschreitende Projekte werden mit Geldern aus dem Programm Interreg V gefördert. Unter anderem ist bei Marckolsheim ein neuer Radweg über den Fluss geplant.

Nach Ende der Pandemie soll der deutsch-französische Austausch mit neuen Projekten wiederbelebt werden. Foto: Philipp von Ditfurth/Archiv

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Nach Ende der Pandemie soll der deutsch-französische Austausch mit neuen Projekten wiederbelebt werden. Foto: Philipp von Ditfurth/Archiv

Mit insgesamt rund 2,5 Millionen Euro fördert die Europäische Union drei neue grenzüberschreitende Projekte am Oberrhein. Die Mittel stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Interreg-Programm.

Über die Bereitstellung der Gelder hat am Mittwoch der Begleitausschuss des Programms unter dem Vorsitz der Freiburger Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer entschieden, wie aus Mitteilungen der Regierungspräsidien in Freiburg und Karlsruhe hervorgeht. Die Fördermittel für das Programm Interreg V Oberrhein sind damit komplett ausgeschöpft.

Schäfer wies darauf hin, dass die EU in der neuen Förderperiode bis 2027 (Interreg VI) insgesamt 125 Millionen Euro für weitere grenzüberschreitende Projekte bereitstelle. Dies seien 16 Millionen Euro mehr als in der vergangenen Periode. „Während der Pandemie ist das ein ermutigendes Signal für alle Akteure, die die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in den Bereichen Klimaschutz, Gesundheit, nachhaltige Mobilität und Digitalisierung vorantreiben wollen.“ Neu aufgenommen habe man den Förderbereich „Kultur und Tourismus“, um die beiden von der Corona-Krise stark betroffenen Branchen zu stärken.

Neue Rheinüberquerung: Zwischen der Rheininsel Marckolsheim und Sasbach am Kaiserstuhl soll im Bereich des Stauwehrs ein öffentlicher Weg für Radfahrer und Fußgänger geschaffen werden, des Weiteren ein Radweg zwischen Stauwehr und der Einmündung der RD 424 auf französischer Seite. Auf längere Sicht ist geplant, die beiderseits des Rheins verlaufenden Radwege „Eurovélo 15“ miteinander zu verbinden, um die Attraktivität dieser beliebten Radroute zu steigern. Die Arbeiten sollen im Sommer 2023 abgeschlossen werden. Die EU stellt für das Projekt 253.000 Euro bereit.

Neues Leben in Straßburger Stadtteil

Kreativzentrum auf Straßburger Rheininsel: Mit Unterstützung von rund 50 Akteuren der Wirtschaft aus Straßburg und dem Ortenaukreis saniert die zu diesem Zweck gegründete gemeinnützige Genossenschaft „SCIC KaléidosCOOP“ die Industriebrache des einstigen COOP-Geländes im Straßburger Stadtteil „Port du Rhin“. Ziel ist die Einrichtung eines Kreativzentrums „zur Beschleunigung sozialer und ökonomischer Innovation“. In dieser Begegnungsstätte auf der Rheininsel zwischen Straßburg und Kehl soll laut Pressetext Akteuren aus Wirtschaft und Solidarwirtschaft Raum zur Entwicklung neuer Angebote und Ideen zur Verfügung stehen. Das Projekt auf einer Fläche von etwa 2.800 Quadratmetern fügt sich in die Sanierungsarbeiten des Straßburger Grenzviertels ein und soll ab Frühling 2022 einen in Europa einzigartigen, grenzüberschreitenden Ort des Austauschs darstellen. Der EU ist das Ganze eine Förderung in Höhe von 1,69 Millionen Euro wert.

Vernetzte Winzer: Deutsche, schweizerische und französische Akteure aus den Bereichen Landwirtschaft und Umweltschutz haben sich im Projekt „Vinbiodiv“ zusammengeschlossen. Ihr Ziel ist der Erhalt und der Schutz der Artenvielfalt in den Weinbergen am Oberrhein. Gemeinsam will die Projektgruppe Methoden und Strategien erproben sowie einheitliche Vorgehensweisen in den Weinbaugebieten festlegen, um die Biodiversität zu fördern. Die EU unterstützt das Projekt mit rund einer halben Million Euro. Träger ist „Bio en Grand Est“, ein professionelles landwirtschaftliches Netzwerk, das sich auf den ökologischen Landbau in Frankreich spezialisiert hat. Partner auf deutscher Seite sind der Naturschutzbund (NABU) Südbaden und das Staatliche Weinbauinstitut Freiburg.

www.interreg-oberrhein.eu

Ihr Autor

BT-Redakteur Volker Neuwald

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Erstellt:
21. Mai 2021, 09:00 Uhr
Lesedauer:
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