Ebersteinstraße Ottenau: Weiter Tempo 50

Gaggenau (tom) – Bis auf Weiteres wird es in der Ebersteinstraße in Ottenau kein Tempo 30 geben.

Auch außerhalb der Stoßzeiten ist die Ebersteinstraße in Ottenau zuweilen relativ stark befahren. Das Foto entstand am Donnerstag kurz nach 15 Uhr. Foto: Thomas Senger

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Auch außerhalb der Stoßzeiten ist die Ebersteinstraße in Ottenau zuweilen relativ stark befahren. Das Foto entstand am Donnerstag kurz nach 15 Uhr. Foto: Thomas Senger

Dies geht aus einer Antwort der Stadtverwaltung hervor. Anlass war eine Anfrage von FDP-Stadträtin Bettina Agostini.

Seit rund anderthalb Jahrzehnten ist das Gefahrenpotenzial der Ebersteinstraße in Ottenau ein Dauerbrenner. Bereits 2007 hatten 500 Bürger bei einer Unterschriftenaktion unterschrieben. Eine Verbesserung der Verkehrssituation im Kreuzungsbereich Eberstein-/ Beethovenstraße wurde damals gefordert.

Es ist auch etwas geschehen. Zwischen Beethovenstraße und Badener Brücke wurde vor rund zehn Jahren unter anderem die alte Querungshilfe durch eine neue ersetzt. Doch der Bereich weiter südwestlich, beim Siedlerplatz – also Richtung Selbach – gilt nach wie vor als schwierig. Tempo 30 könnte eine Möglichkeit sein, hier für mehr Sicherheit für Schulkinder zu sorgen.

„Es fehlen die rechtlichen Möglichkeiten“

Doch die Stadtverwaltung hatte bereits vor 15 Jahren auf rechtliche Hürden verwiesen. Denn die Ebersteinstraße ist in diesem Bereich eine Kreisstraße. „Die Anordnung einer Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h wurde schon mehrfach, auch mit Einbeziehung von Vertretern des Polizeipräsidiums Offenburg, geprüft.“ Aber, so erläutert das Rathaus weiter: „Für eine solche Anordnung fehlen – zumindest derzeit – die rechtlichen Möglichkeiten.“

Die innerörtliche „Regelgeschwindigkeit“ betrage also immer noch 50 km/h. Und: „Die im umliegenden Wohngebiet angeordnete Zonengeschwindigkeitsbegrenzung 30 km/h darf sich nach den Vorgaben der Straßenverkehrsordnung grundsätzlich nicht auf klassifizierte Straßen (Bund-, Landes- oder Kreisstraßen) erstrecken.“ Für Unverständnis sorgt immer wieder, dass nur etwa zwei Kilometer weiter, auf derselben Kreisstraße, hinter dem Ortseingang von Selbach Tempo 30 gilt.

Straße für Querungshilfe nicht breit genug

Aber vielleicht tut sich etwas in der Politik, gibt die Stadtverwaltung zu bedenken: „Die Einführung einer niedrigeren innerörtlichen Regelgeschwindigkeit wurde erst kürzlich wieder bundesweit diskutiert. Wir werden die weitere Entwicklung zu diesem Thema verfolgen.“

Immerhin komme in diesem Bereich beim Siedlerplatz immer eine Geschwindigkeitsanzeigetafel (Smiley) zum Einsatz. Bei deren Beschaffung hat sich die Siedlergemeinschaft (Verband Wohneigentum) finanziell beteiligt. Mit den Siedlern wurde vereinbart, dass die Stadt die Anzeigetafel gelegentlich auch an anderen Stellen in Ottenau verwenden kann.

Der Einbau einer Querungshilfe an dieser Stelle wäre nur mit größeren Umbaumaßnahmen möglich, gibt das Rathaus zu bedenken. Dies würde unter Umständen einen Teilrückbau des Siedlerplatzes notwendig machen. Denn die vorhandene Fahrbahnbreite reiche für eine Querungshilfe nun mal nicht aus.

Ihr Autor

BT-Redakteur Thomas Senger

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Erstellt:
25. November 2021, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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