„Eberts Garten“: Geplante Wohnbebauung stößt bei ansässigen Unternehmen auf Bedenken

Baden-Baden (hez) – Die geplante Neubebauung des Areals der früheren Baumschule Eberts („Eberts Garten“) stößt auf erhebliche Einwände und Bedenken von umliegenden Unternehmen und Betrieben. Vier Unternehmen im Gewerbegebiet Oos haben sich deshalb in einem Brief an Oberbürgermeisterin Margret Mergen gewandt.

Das ehemalige Gärtnereigelände (obere Bildhälfte) liegt am Rand eines großen Gewerbegebiets.Foto: Walter/Archiv

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Das ehemalige Gärtnereigelände (obere Bildhälfte) liegt am Rand eines großen Gewerbegebiets.Foto: Walter/Archiv

Die geplante Neubebauung des Areals der früheren Baumschule Eberts („Eberts Garten“) stößt auf erhebliche Einwände und Bedenken von umliegenden Unternehmen und Betrieben. Vier Unternehmen im Gewerbegebiet Oos wandten sich deshalb jetzt in einem Brief an Oberbürgermeisterin Margret Mergen.

Um die künftige Nutzung der alten Gärtnereifläche in Oos zwischen Saarstraße und Sinzheimer Straße wird in der Kurstadt schon länger gerungen. Die Verwaltung hatte ursprünglich auf eine gewerbliche Verwendung gedrungen, konnte sich damit aber im Bauausschuss nicht durchsetzen. Vonseiten der Stadträte erklang der Wunsch nach verstärktem Wohnungsbau. So plant die Treubau AG auf dem Gelände nun etwa 165 Miet- und Eigentumswohnungen, ein Pflegeheim mit rund 100 Plätzen und ein Mehrgenerationenhaus.

Etliche Einwendungen eingegangen

Dieses Projekt stößt aber auf deutliche Kritik von im Umfeld des vorgesehenen Baugebiets ansässigen Unternehmen. Dies zeigen etliche Einwendungen, die im Rahmen der Unterrichtung der Öffentlichkeit als Teil des Bebauungsplanverfahrens bei der Verwaltung eingegangen sind. Die Hauptbedenken finden sich auch in einem Brief wieder, mit dem sich vier Unternehmen aus dem Gewerbegebiet Oos – Biologische Heilmittel Heel GmbH, Eaton Germany GmbH, BCG Baden-Baden Cosmetics Group GmbH und TRI AG – jetzt an OB Mergen gewandt haben.

Darin wird gefragt, warum eine Wohnbebauung in ein gewachsenes und ausgewiesenes Gewerbegebiet hineingeplant wird. Da seien Konflikte zwischen den künftigen Bewohnern und ansässigen Unternehmen und Gewerbetreibenden vorprogrammiert.

Grundsätzlich, so betonen die vier Unternehmen, würde man die Schaffung von Wohnraum in Baden-Baden ja begrüßen. Aber man habe die „tiefe Sorge“, dass Baden-Baden als Wirtschaftsstandort nachhaltig geschädigt werde. Die zukünftigen Bewohner müssten sich auf Geräuschemissionen durch die Betriebe und auf einen umfassenden Pkw- und Lkw-Verkehr einstellen. Spannungen und Konflikte könnten die gewohnte Arbeit der Firmen beeinträchtigen. Ein einziger den Rechtsweg beschreitender Bewohner reiche schon aus, um Dinge wie Drei-Schichtbetrieb, Wochenendarbeit und eine räumliche Ausdehnung von Produktions- und Lagerkapazitäten zu gefährden.

Appell an Entscheidungsträger

Weiter heißt es in dem Schreiben, dass im Gewerbegebiet Oos bis zu 2000 Menschen arbeiten. Ein mit rund 1,5 Hektar relativ kleines, überschaubares Wohnbauprojekt dürfe diese „bedeutende wirtschaftliche Säule“ der Stadt nicht gefährden. Daher appellieren die vier Unternehmen an alle Entscheidungsträger: „Bitte nehmen Sie Abstand von diesen Plänen.“

Über den Stand des Bebauungsplanverfahrens „Eberts Garten“ wollte die Verwaltung in der am kommenden Donnerstag vorgesehenen Sitzung des Bauausschusses informieren. Doch gestern wurde diese Sitzung abgesetzt.

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Erstellt:
21. April 2020, 11:00 Uhr
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