Ehemalige Hausärztin gehört zu Impfzentrum-Team

Baden-Baden (fuv) – Eigentlich wollte Dr. Marianne Feja im vergangenen Jahr ihren 70. Geburtstag im Kurhaus feiern. Dann kam Covid 19. Durch die Pandemie erfuhr sie gleich zwei Schicksalsschläge.

Eigentlich wollte sie ihren 70. Geburtstag im Kurhaus feiern. Jetzt ist Dr. Marianne Feja als Helferin im Impfzentrum im Kurhaus tätig.  Fotos: Frank Vetter

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Eigentlich wollte sie ihren 70. Geburtstag im Kurhaus feiern. Jetzt ist Dr. Marianne Feja als Helferin im Impfzentrum im Kurhaus tätig. Fotos: Frank Vetter

Und nun gehört sie zum Team des Impfzentrums Baden-Baden. Alle Vorbereitungen für die Geburtstagsfeier im Kurhaus waren abgeschlossen, dann musste Marianne Feja ihren Gästen absagen, bedauert sie. Bis 2015 betrieb die Internistin eine Hausarztpraxis am Augustaplatz. Bereits die Facharztausbildung absolvierte Mariann Feja in der Kurstadt: von 1979 bis 1983 in der Stadtklinik. Neben ihrer hausärztlichen Tätigkeit engagiert sie sich seit Jahren im Freundeskreis Indien. „Im Februar 2020 war ich das letzte Mal dort“, erzählt Feja. Nun sitzt die Ärztin in einer der Beratungskabinen im Bénazetsaal, erklärt den Impfstoff und die möglichen Reaktionen des Körpers.

Neffe und Cousin an Covid gestorben

Dass sie mithilft, die Pandemie zu bezwingen, hat auch ganz persönliche Gründe. Zwei Familienmitglieder hat Marianne Feja wegen des Virus verloren. Während der ersten Corona-Welle starb ihr Neffe einen Monat nach seinem 34. Geburtstag. Was zunächst aussah wie ein leichter Infekt, war tödlich. Er habe sich nicht wohlgefühlt, Aspirin genommen und sich ins Bett gelegt, berichtet Marianne Feja. Ihr Neffe erwachte nicht mehr. Eine Obduktion ergab, dass er an Corona verstorben war. Im Juli 2020 dann der zweite Schicksalsschlag. Ihr Cousin Ulrich, der in Dexter/Missouri in den USA lebte, starb mit 64 Jahren an Covid 19. „Mit Ulrich bin ich aufgewachsen. Wir waren wie Geschwister“, sagt Marianne Feja. Vor seinem Tod sei er sieben Wochen auf der Intensivstation gelegen. Der Tod der beiden Menschen habe sie bestärkt in dem Entschluss, im Team des Baden-Badener Impfzentrums mitzuhelfen.

Marianne Feja ist ein Impf-Fan. „Es geht nur mit Impfungen“, ist sie überzeugt. Die Pandemie stelle die Welt vor eine große Aufgabe. Schon im Staatsexamen musste sie sich als Studentin mit der Influenza-Welle von 1918 auseinandersetzen. Mit ihrem Engagement im Kurhaus möchte Marianne Feja dazu beitragen, den Schrecken zu nehmen, den die Krankheit verbreitet.

Von Impfstoffen begeistert

Dass die weltweite Forschung so schnell wirksame Vakzine entwickeln konnte, nennt sie ein Wunder. Besonders begeistert ist die Internistin von dem mRNA Impfstoff von BioNTech/Pfizer. „mRNA ist fantastisch; die Forschung auf diesem Gebiet ganz toll“, gerät sie ins Schwärmen. Auch das zum Teil gescholtene Vakzin von AstraZeneca verteidigt Marianne Feja „aus tiefster Überzeugung“.

In der Kabine zur ärztlichen Aufklärung schafft Marianne Feja mit ihrer freundlichen Art eine entspannte Stimmung. Und wenn ein Impfling im „wunderschönen Impfzentrum“ Angst vor der Spritze hat, dann empfiehlt Kurhaus-Fan Marianne Feja, die Kassettendecke des Bénazetsaals zu betrachten.

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Erstellt:
31. Mai 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
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