Ehrungen bei Neusatzer Musikern

Bühl (mf) – Bei den Grünen Jägern stimmt der Ton: Auf der Mitgliederversammlung des Musikvereins Neusatz werden langjährige Mitglieder geehrt und es wird positiv in die Zukunft geblickt.

Ehrungen stehen bei der Mitgliederversammlung auf der Tagesordnung. Foto: Martina Fuß

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Ehrungen stehen bei der Mitgliederversammlung auf der Tagesordnung. Foto: Martina Fuß

„Endlich wieder Livemusik“ Ganz außerhalb des Protokolls dankte Ortschaftsrat Franz Fallert für den musikalischen Start in die Mitgliederversammlung der Trachtenkapelle Grüne Jäger Neusatz. Er hatte den Dank der Stadt für die geleistete Arbeit in den schwierigen Monaten überbracht und die Entlastung des Vorstands beantragt, die einstimmig erfolgte – denn der Verein gibt auch nach vielen Monaten Pandemie-Stillstand ein gutes Bild ab.

Die Kapelle unter der Leitung des langjährigen Dirigenten Franz Schindler spielte so überzeugend, als ob es nie eine Probenpause gegeben hätte. Zwar waren nur wenige Gäste gekommen, umso mehr genossen diese die Musik. Speziell für Rolf Rauber gab es den wunderbar arrangierten Beatles-Titel „Help“, der in dessen Jugendzeit entstanden war. Die Ehrung des langjährigen Hornisten war einer der Höhepunkte der Versammlung. Als Vizepräsident des Acher-Renchtal-Musikverbandes und zugleich zweiter Vorsitzender der Grünen Jäger nahm Helmut Krampfert die Ehrung für 60 Jahre aktives Musizieren vor: „Rolf Rauber ist ein Fundament des Vereins, nicht nur beim Spielen, sondern auch als aktiver, ehrenamtlich sehr engagierter Unterstützer. Wo immer es Hilfe bedarf, ist er da. Darüber hinaus gehört er zu den Probefleißigsten.“ Krampfert verlieh ihm die große goldene Ehrennadel des Musikverbandes. Der Verein würdigte ihn darüber hinaus mit einer Ehrenurkunde. Langer Beifall der Musikerkollegen war außerdem eine schöne Ehrenbekundung für Rauber.

Franz Schindler seit mehr als 30 Jahren Dirigent

„Für euch ist es der Start in eine lange Musikerkarriere“, richtete sich Verbandsvize Krampfert an junge Kolleginnen und Kollegen. Für zehn Jahre aktives Musizieren ehrte er Marlene Agriesti, Fabian Bürk, Felix Dörr, Emely Endertin, Leonie Karcher und David Margstein. Diese Gruppe ist ein Spiegel der Kapelle. Die Hälfte der Aktiven ist heute weiblich, der Altersdurchschnitt liegt unter 30 Jahren.

„Alle haben ihr Instrument unter meiner Leitung erlernt“, blickte Dirigent Franz Schindler stolz in die Runde. Seit über 30 Jahren schwingt er den Taktstock in Neusatz, beim letzten großen Auftritt der Grünen Jäger an Neujahr 2019 wurde er dafür geehrt. „Ich freue mich auf die Zukunft, auf die Bühne und darauf, endlich die ‚Sage vom Mummelsee‘ performen zu können.“

Großes Jubiläumsfest dieses Jahr fällt aus

Diese „Sage vom Mummelsee“ ist eine Komposition, die der Verein anlässlich seines 125-jährigen Bestehens in Auftrag gegeben hat. Im Jahr 2021 war ein großes Jubiläumsfest vorgesehen, das vorerst nicht stattfinden kann. Vorsitzender Johannes Rettig und Schriftführer Tobias Broß berichteten, dass zwar die Probenarbeit ausgesetzt war, dass aber der Vorstand umso mehr gearbeitet habe. Es galt, die immer wieder neue Lage und das Vorgehen zu diskutieren, gerade auch im Hinblick auf das Jubiläum. Anstatt eines großen Konzertes am Muttertag gab es einen musikalischen Gruß aus den Musiker-Wohnzimmern mitsamt Video, das in den sozialen Netzwerken veröffentlicht wurde. Als einziges Jubiläumsprojekt blieb der Kalender übrig, der an die passiven Mitglieder verteilt wurde und auf großen Zuspruch stieß. „Zum Glück riss der Faden zu den Musikern nie ab“, betonten Rettig und Broß, „auch wenn aus dem Terminplan ein Absageplan geworden war“.

Ein „tolles Jugendleiter-Team“

Bei den Finanzen schlug sich naturgemäß nieder, dass es keine Einnahmen bei Veranstaltungen gab. Daraus resultiert ein Minus von 17.000 Euro. Geplante Mehrausgaben waren für die Tracht und die Jubiläumskomposition vorgesehen, und es wurde ein lang gehegter Wunsch realisiert. Für knapp 10.000 Euro wurde eine Bassklarinette gekauft. Kassiererin Bettina Kist wurde auf Antrag einstimmig entlastet.

Die Jugend hat bei den Grünen Jägern eine starke Position. Jugend-Schriftführerin Sarah Droll berichtete von schönen Momenten, die die „Little Green Hunters“ trotz Lockdown hatten. Anstatt Hüttenaufenthalt gab es Aktionen mit Musik und Wanderung. Und das Januarblatt des Jubiläumskalenders wurde von der Jugend gestaltet. Jugendleiterin Mariella Hertlein, die ihr Amt an Melanie Bauer weiterreichte, hat ein klares Ziel vor Augen: „125 Jahre Grüne Jäger, 200 Jahre Grüne Jäger. Damit dies wahr wird, wollen wir heute schon einen lebendigen Beitrag dazu leisten. Wir hoffen, dass unsere Jugendlichen jetzt wieder Lust haben, gemeinsam zu musizieren“, so der positive Blick in die Zukunft. Gewissheit gibt ihr dabei ihr „tolles Jugendleiter-Team“.

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Erstellt:
12. Juli 2021, 14:00 Uhr
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