Eiche in Förch nach Baumfrevel gefällt

Rastatt (sawe) – Eine über Jahre hinweg offenbar mutwilig geschädigte Eiche in Förch musste gefällt werden. Der NABU prangert den Baumfrevel an. Die Stadt hat eine Ersatzpflanzung angekündigt.

Eine Eiche in Förch musste nach jahrelangen Schädigungen gefällt werden. Der NABU gedenkt ihr in Form einer Todesanzeige. Foto: pr

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Eine Eiche in Förch musste nach jahrelangen Schädigungen gefällt werden. Der NABU gedenkt ihr in Form einer Todesanzeige. Foto: pr

Die umstrittene Fällung zweier kerngesunder Blutbuchen in der Bismarckstraße in Rastatt hat für Entsetzen und Unmut gesorgt. Auch im Stadtteil Förch wurde dieser Tage eine Eiche an der Hauptstraße bis auf den Stumpf gekürzt – in diesem Fall war der Baum allerdings bereits abgestorben, teilt die städtische Pressestelle auf BT-Nachfrage mit. Der städtische Baumkontrolleur habe den Baum zuvor begutachtet. Er war nicht zu retten. Und so blieb der Stadt nur noch der Griff zur Säge, nachdem offenbar über Jahre hinweg mutwillige Schädigungen vorausgegangen waren.

Die NABU-Ortsgruppe Rastatt prangert nun den Baumfrevel öffentlichkeitswirksam an: In Form einer Todesanzeige, die neben dem traurigen Rest des Stumpfs im Boden steckt, beklagen die Naturschützer „die mutwillige Zerstörung eines Baums“ und beerdigen „unsere Umwelt“. „Wir appellieren an die Bevölkerung, achtsam zu sein, was Umweltvergehen angeht und diese dann auch den entsprechenden staatlichen Behörden zu melden. Hier ist einfach für Natur und Umwelt Zivilcourage angesagt. Dafür gibt es bei der Stadt ein Umwelttelefon, oder auch die untere Naturschutzbehörde des Landratsamts“, verdeutlicht Karl-Ludwig Matt, Vorsitzender der NABU-Ortsgruppe Rastatt, im BT-Gespräch.

Sägespuren am Stamm

Blick zurück: Bereits im Jahr 2013 war Matt eine mutwillige Beschädigung an dem großen Baum aufgefallen, der sich auf einem städtischen Grundstück befindet: Sägespuren am Stamm. Und mit den Jahren seien weitere dazugekommen: Äste seien abgesägt, chemische Substanzen in die Wunden eingebracht worden und weitere Einsägungen erfolgt. Wiederholt habe er bei der Verwaltung angeregt, ein Schutzgitter anzubringen, um den einst stattlichen Baum zu sichern, der einem Stammdurchmesser im unteren Bereich von rund 50 Zentimeter hatte und etwa 40 Jahre alt war, wie Matt nach dem Zählen der Jahresringe am Mittwoch noch vor Ort erkundet hat. Schutzgitter seien bei Bäumen mit größerem Stammdurchmesser nicht üblich, lautete die damalige Antwort des Kundenbereichs Ökologie und Grün. Und: Ebenso wenig würden sie Beschädigungen verhindern.

Die Stadt Rastatt als Eigentümerin des Baums hatte zunächst Anzeige gegen unbekannt erstattet, später dann aber aufgrund von Zeugenhinweisen eine konkrete Person angezeigt. Das Verfahren laufe noch, über die Höhe des Strafbefehls für den vermeintlichen Täter könne daher noch keine Aussage getroffen werden, teilte die städtische Pressestelle in dieser Woche mit. Der Baum habe einen Wert von etwa 3.600 Euro, zuzüglich der Rodungs- und Beseitigungsarbeiten belaufe sich der Schaden auf etwa 6.300 Euro. Eine zuletzt ebenfalls von Matt geforderte Sanierung der geschädigten Eiche hat sich zwar erübrigt, denn der Baum lebt nicht mehr. Er wird aber einen Nachfolger erhalten. Es werde ein neuer Baum gepflanzt – entweder an gleicher Stelle oder in der Nähe, lässt die Pressestelle weiter wissen.

Karl-Ludwig Matt indes hofft sehr, dass der Ersatzbaum am gleichen Standort gepflanzt und dann gleich mit entsprechenden Schutzmaßnahmen versehen wird, um Baumfrevel zu verhindern. Auch begrüßt er grundsätzlich die Ankündigung des Rastatter OB Hans Jürgen Pütsch, in diesem Jahr eine Baumschutzsatzung für Rastatt zu erlassen, auf die auch die SPD drängt.

„Eine Baumschutzsatzung ist schon lange notwendig“, unterstreicht Naturschützer Matt.

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Erstellt:
28. Januar 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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