Ein Augenblick, der Leben rettet

Gaggenau (stn) – Ab sofort sind Corona-Schnelltests in der Vitalapotheke möglich. Zum Start hat sich auch Oberbürgermeister Christof Florus am Mittwoch als einer der Ersten dort testen lassen.

„Es ist unangenehm, aber tut nicht weh“: Oberbürgermeister Christof Florus lässt sich auf Corona testen. Foto: Nora Strupp

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„Es ist unangenehm, aber tut nicht weh“: Oberbürgermeister Christof Florus lässt sich auf Corona testen. Foto: Nora Strupp

Es dauert nur wenige Augenblicke, doch es sind Momente, die im Ernstfall Leben retten. Seit Mittwoch bietet die Stadtverwaltung kostenlose Corona-Schnelltests für Gaggenauer Bürger an. Diese werden in Räumlichkeiten der Vitalapotheke im ersten Obergeschoss des Gesundheitszentrums durchgeführt. Auch Oberbürgermeister Christof Florus hat sich dort testen lassen.

In einen Ganzkörperschutzanzug gekleidet, misst Tatjana Zambo, Inhaberin der Vitalapotheke, bei Oberbürgermeister Florus zuerst die Körpertemperatur. Anschließend entnimmt sie mit einem Wattestäbchen einen Abstrich aus der Nase – zuerst wird das Stäbchen ins rechte, dann ins linke Nasenloch eingeführt. Dass die Prozedur nicht gerade angenehm ist, kann man dem verzogenen Gesicht des Rathaus-Chefs deutlich ansehen. „Aber es tut nicht weh“, versichert er.

Um ein korrektes Ergebnis zu erzielen, ist es wichtig, den Abstrich nahe am Rachen durchzuführen, da dort die Viruslast am größten ist, führt Zambo aus. Wie die Getesteten darauf reagieren, sei unterschiedlich. So könne etwa ein Tränenreflex auftreten. Nach dem Abstrich heißt es dann zehn bis 15 Minuten warten, bis das Ergebnis vorliegt.

Die Apothekeninhaberin betont, dass man den Test nur durchführen soll, wenn ein unmittelbares Ereignis bevorsteht – weil man zum Beispiel jemanden im Krankenhaus oder Pflegeheim besuchen oder sich mit Freunden oder Familienangehörigen treffen möchte. „Anmeldungen mit langem Vorlauf werden deshalb nicht zugelassen.“

Anmeldung nur über Internetadresse der Vitalapotheke

Die Anmeldung zum Test ist nur über die Internetadresse der Vitalapotheke möglich. Auf der Webseite werden die noch verfügbaren Tage und Uhrzeiten angezeigt. Nachdem man seinen Wunschtermin ausgewählt und die Kontaktdaten angegeben hat, druckt man das Anmeldeformular aus und bringt es mit zum Termin.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger müssen bei der Anmeldung zudem bestätigen, dass sie keinerlei Corona-Symptome wie Fieber oder Reizhusten haben. „Leute mit Symptomen müssen einen Termin beim Arzt ausmachen“, erläutert Zambo.

Bis zu 1.000 Tests pro Woche sind laut Zambo in der Vitalapotheke möglich. Getestet wird dort an sechs Tagen in der Woche, von Montag bis Samstag. Wie ein Blick auf die Terminbuchungswebseite verrät, sind noch jede Menge Kapazitäten frei, einen Ansturm scheint es demnach nicht zu geben. Dies bestätigt auch Zambo am Mittwoch: „Es stehen ausreichend Termine zur Verfügung und ich habe genügend Personal.“ Florus ergänzt: „Jeder, der will, bekommt innerhalb von einer Woche einen Termin.“

Drei Säulen der Pandemie-Bekämpfung

Der Oberbürgermeister betont, wie wichtig es sei, dass es diese Testmöglichkeit für die Gaggenauer Bevölkerung nun gibt. „Damit kann die Ausbreitung des Virus verhindert werden. Wenn jede Stadt das macht, haben wir eine Chance, uns von der Pandemie zu befreien.“ Es gebe zwar „viele kleine Bausteine“, aber das Testen sei einer der drei Säulen, um die Corona-Pandemie zu bekämpfen. „Abstand halten, Maske tragen und desinfizieren ist die erste Säule, das Testen die Zweite und die Impfung die Dritte.“

Auch Katharina Kraft lässt die Prozedur tapfer über sich ergehen. Foto: Nora Strupp

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Auch Katharina Kraft lässt die Prozedur tapfer über sich ergehen. Foto: Nora Strupp

Nach rund zehn Minuten kann Zambo beim Rathaus-Chef dann Entwarnung geben: „Der Test ist negativ.“ Erleichterung bei Florus. „Das ist eine Beruhigung. Meine Mutter ist 96 Jahre alt. Auf diese Weise ist man verantwortungsvoll. Ich will auch nicht, dass meine Freunde Corona bekommen, nur weil ich zu blöd war, mich testen zu lassen.“

Das Ergebnis kommt per E-Mail

Nach dem Rathaus-Chef betritt Katharina Kraft den Raum. Auch sie möchte Gewissheit haben. „Es ist der erste Test für mich“, meint sie. Sie übergibt ihr Anmeldeformular an Zambo, nimmt auf dem Stuhl Platz und lässt die Prozedur tapfer über sich ergehen. Bei ihr löst der Abstrich einen Hustenreiz aus. Doch nach wenigen Sekunden ist es überstanden.

Sobald das Testergebnis vorliegt, wird dieses per E-Mail an die Getesteten übermittelt. In der E-Mail ist ein verschlüsseltes PDF-Dokument enthalten, das man mit dem bei der Terminregistrierung angegebenen Geburtsdatum entschlüsseln kann.

Nach der Landtagswahl wird das geplante Testzentrum in der Jahnhalle eingerichtet. Dort soll es, wie Florus ausführte, drei bis vier „Teststraßen“ geben. Ein genaues Datum, wann die Schnelltests dort möglich sein werden, konnte er am Mittwoch nicht nennen: „Aber wir bereiten alles vor.“

www.apo-schnelltest.de/vitalapotheke-im-gesundheitszentrum-gaggenau

Ihr Autor

BT-Volontärin Nora Strupp

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Erstellt:
10. März 2021, 22:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 03sec

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