„Ein Dilemma in alle Richtungen“

Loffenau (ham) – Das 3700 Meter große Baugebiet „Buschäcker“ in Loffenau liegt am Hang, die Grundstücke sind ungünstig geschnitten. Der Gemeinderat in Loffenau befasste sich nun mit einer ersten Änderung des Bebauungsplans, um einem zweiten Bauherrn die Arbeit zu erleichtern.

Die Hanglage in Loffenau ist malerisch, führt aber in Baugebieten zu Schwierigkeiten. Beispielfoto: Metz

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Die Hanglage in Loffenau ist malerisch, führt aber in Baugebieten zu Schwierigkeiten. Beispielfoto: Metz

„Ich freue mich mega für die anderen – aber für uns bleibt auch ein Geschmäckle. Wir haben vor vier Jahren viel Erde für teures Geld abtragen müssen“, sagte die bisher einzige Bewohnerin eines Hauses in dem Loffenauer Baugebiet „Buschäcker“, nachdem der Gemeinderat den Entwurf einer ersten Änderung mit zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung gebilligt hatte.

Das 2014 ausgewiesene Wohngebiet, das im Norden an die Straße „Zur Alten Eiche“ und im Süden an die Sport- und Freizeitanlagen angrenzt, ist 3 700 Quadratmeter groß – und die fünf Grundstücke liegen topographisch am Hang offenbar so schwierig, wie die Diskussion im Gemeinderat ausfiel. Das unterstrichen die Ausführungen von Katrin Hansert, die inzwischen mit ihrem Schutterwälder Büro „Planschmiede“ damit befasst ist. Die Topographie sei nur unzureichend mit Grafiken darzustellen, betonte sie mehrfach bei ihrem langen Vortrag in der Gemeindehalle. Zudem hob Hansert hervor, dass sie die fünf Grundstücke merklich anders zugeschnitten hätte, wäre die „Planschmiede“ von Beginn an in das Baugebiet involviert worden.

„Das Grundkonzept des Baugebiets ist nicht stimmig. Das kann ich nicht mehr retten durch eine Staffelbebauung. Das ist eine heikle Stelle, und man muss nun schauen, was man zulassen kann“, warb Hansert um die Änderung der Höhenfestsetzungen für den Eigentümer des höchstgelegenen Flurstücks Nr. 1 061 im „Buschäcker“. Die Wandhöhe von sieben Metern bleibe dabei gleich, zudem entstehe kein zweites vollwertiges Stockwerk im Dachgeschoss. Wichtig sei, die Bezugshöhe im Gebäudeschwerpunkt dem ansteigenden Gelände anzupassen. Dem Bauherrn, der mit seinem Vorhaben starten will, sei nicht zuzumuten, dass er bis zu 3,50 Meter Erde abtrage, um die „relativ ungünstigen Vorgaben am Hang“ einzuhalten. Überdies führte die Bebauung nach den bisherigen Maßgaben dazu, dass von oben aus dem Gelände kommende Wanderer tiefe Einblicke auf den Balkon möglich wären.

Reiner Singer (FWG), Wolfgang Reik (SPD & ALB) und Bertram Herb (CDU) informierten sich, ob es nicht „gerechter“ sei, den Nachbarn auch Erhöhungen von einem Meter zu erlauben und ob diese durch die Änderung Nachteile erleiden. Das befürchtete Hansert nicht, es sei aber „ein Dilemma in alle Richtungen“. Bürgermeister Markus Burger warb im Gremium darum, „den besten Kompromiss“ anzunehmen, denn „es gibt keine Ideallösung“. Letztlich stimmten nur Singer und Markus Schweikhardt (FWG) gegen die erste Änderung.

Versöhnlich schloss die Anwohnerin bei der Bürgerfragestunde ihr Statement ab, auch wenn sie sich als „erster Bauherr bestraft fühlt und den Kürzeren zog“: „Aber man wohnt da sehr schön und genießt einen schönen Blick!“

Weniger schwierig erwiesen sich andere Bauanträge: Zwei Einfamilienhäuser im Bocksteinweg und in der Schwarzwaldstraße 22, die eine ältere Baulücke im Ort schließt, halten alle Vorgaben ein.


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