„Ein Gefühl der Freiheit“

Iffezheim (fuv) – Kultur und Fußball gucken, das passt gerade im Renndorf – beim ersten Iffezheimer Kultursommer auf dem Gelände des FV Iffezheim.

Eine besondere Form gemeinsamen Fußballguckens bieten die Veranstalter des Iffezheimer Kultursommers. Foto: Frank Vetter

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Eine besondere Form gemeinsamen Fußballguckens bieten die Veranstalter des Iffezheimer Kultursommers. Foto: Frank Vetter

Es war eine doppelte Premiere: Das deutsche Team absolviert sein erstes Spiel bei der Fußball-EM. Und zum ersten Mal geht der Iffezheimer Kultursommer über die Bühne, oder besser über die LED-Videowand. 110 Besucher verfolgen bei strengen Hygiene-Maßnahmen im Festzelt beim FV Iffezheim das Geschehen.

Das Prozedere beim Einlass ist für den pandemiegeplagten Menschen nichts Neues. Test vorlegen, Maske tragen und die Onlinereservierung vorzeigen. Dann geht es ins Festzelt, das am EM-Abend 150 Gäste aufnehmen durfte; 1.500 wären unter normalen Bedingungen möglich. Der hintere Teil ist mit Biergarnituren möbliert, der Bereich vor der Videowand lädt zum Fußballgucken aus dem Liegestuhl ein. Immer zwei Liegen mit einem Tischchen dazwischen und genügend Abstand zum nächsten Liegestuhlpärchen. Fußbälle hängen von der Zeltdecke herab, Bedienungen versorgen die Besucher mit Speis und Trank. Es ist angerichtet.

Pascal, Nils, Corinna, Fabienne und Robin haben bereits das erste Spiel des Abends, Portugal gegen Ungarn, gesehen und erwarten gespannt den Auftritt der deutschen Kicker. Wobei Pascal und Nils klarstellen, dass das wichtigere Spiel am Samstag gegen Portugal stattfinde – da hätten sie nämlich Karten für die Münchner Allianz-Arena, verkünden sie stolz.

„Es hat alles gut funktioniert“

Die Tickets für den Fußballabend zum Auftakt des von der RS-Stiel-Events organisierten Kultursommers haben sie letzte Woche gebucht. „Es gibt einem das Gefühl von Freiheit“, freut sich Corinna, und Nils stellt beim Blick ins Zelt fast ungläubig fest: „Mehrere Leute ohne Masken beim Fußball gucken.“ Die Fußballfans aus Rastatt loben die Organisation um Mitveranstalter Sven Ellwanger. Das mit dem Bestellen und Bezahlen per App sei eine tolle Lösung, sind sie sich einig. Auf jedem Tisch liegt ein QR-Code aus, der den Gast zur Speise- und Getränkekarte führt. Auswählen, per Mobiltelefon bestellen und gleich per Bezahlsystem oder EC-Karte bezahlen. Freundliche Bedienungen bringen die Bestellung an den Platz.

Die Hilfsbereitschaft der Servicekräfte betont Peter Banzhaf. Er sitzt mit vier weiteren Iffezheimer „Ur-Fußballern“ am Biertisch. „Wir Älteren haben es ja zum Teil nicht so mit QR-Code und solchen Sachen. Die Bedienungen haben uns da super geholfen“, stellt Banzhaf augenzwinkernd fest. Der Kultursommer in den nächsten Wochen sei eine sehr gute Idee, die Organisation ebenso. Das Ambiente sei schön. Und so freuen sich die Silver-Ager „nach Monaten der Entbehrung, gemeinsam Fußball anzuschauen“.

Dass das Zelt dort auf dem Sportplatz steht, wo der FVI stets das nun schon zweimal ausgefallene Sportfest feiert, mache den Abend zu einem Heimspiel, so Banzhaf weiter. Jedenfalls müsse man das Engagement der Organisatoren unterstützen.

Die deutsche Nationalhymne erklingt, einige singen mit. Gespannt verfolgt die Fangemeinde das Spiel, das die Deutschen druckvoll beginnen. Dann das unglückliche Eigentor von Mats Hummels zum 0:1. Lange Gesichter, die sich auch nicht mehr so recht aufhellen wollen.

Nur als der deutsche Abwehrrecke Antonio Rüdiger kurz vor der Halbzeit den französischen Star-Ballkünstler Paul Pogba von hinten umklammert und sanft in die Schulter beißt, schallt Gelächter durch das Festzelt. Das übliche Schlangestehen vor dem Verpflegungsbereich in der Pause entfällt wegen des Service-Konzepts; ein angenehmer Nebeneffekt der Corona-Auflagen.

„Ich bin sehr entspannt“, antwortet Kerstin auf die entsprechende Frage. Die Sonnenbrille im blonden Haar drapiert, verfolgt sie das Match vom Liegestuhl aus. „Tolles Essen, tolle Cocktails“, fasst sie zusammen und schlürft an ihrem Mojito.

Ein positives Fazit ziehen am Ende auch Sven Ellwanger und sein Kompagnon Ralf Stiefel. Es habe alles gut funktioniert, die Gäste hätten sich vorbildlich verhalten, betont Ellwanger. So könne es weitergehen. Für den Samstag kündigen die beiden vor und nach dem Spiel Deutschland – Portugal einen DJ an.


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