Ein Hauch von Venedig an der Oos?

Baden-Baden (sre) – Die Stadt hat im Bauausschuss die Idee einer Fußgängerbrücke für über den Verfassungsplatz vorgeschlagen. Damit soll auch der Radverkehr gefördert werden.

Als Beispiel nennt die Verwaltung unter anderem diese Brücke über den Canal Grande in Venedig. Foto: epa ansa Merola/dpa

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Als Beispiel nennt die Verwaltung unter anderem diese Brücke über den Canal Grande in Venedig. Foto: epa ansa Merola/dpa

Große Schritte vorankommen will man in Baden-Baden bei der Förderung des Radverkehrs. Ein ganzes Bündel von Maßnahmen ist angedacht, unter anderem eine Radbrücke über den Verfassungsplatz. Die Kosten würde zum Großteil der Bund tragen. Das war am Donnerstagabend Thema im Bauausschuss.

Bürgermeister Alexander Uhlig verwies auf die Bewertung Baden-Badens beim ADFC-Fahrradklimatest. Man habe nicht ganz schlecht, aber auch nicht gut abgeschnitten: „Das ist Mittelmaß, was wir hier haben, und das ist nicht unser Anspruch.“ Allerdings seien die Möglichkeiten, etwas für den Radverkehr zu tun, sehr begrenzt, machten Uhlig und Rolf Basse, Abteilungsleiter Tiefbau, deutlich: Schließlich sei vom Gemeinderat beschlossen worden, keinen Radverkehrsbeauftragten zu benennen und keinerlei Mittel im Haushalt für das Thema Radverkehr bereitzustellen. Dennoch gebe es bei der Verwaltung viele, denen das Thema am Herzen liege, betonte Basse – und stellte zahlreiche Maßnahmen vor, die man trotzdem bewerkstelligt habe.

„Klimaschutz durch Radverkehr“

Unter anderem habe man den Zuschlag für das kleine Förderpaket der Radkultur vom Land bekommen und wolle in diesem Rahmen das Stadtradeln wieder durchführen, Radcheck-Aktionen und eine Radschnitzeljagd anbieten. Auch ein Fußverkehrs-Check mit interessierten Bürgern sei geplant, sobald dies die Pandemielage zulasse.

Größte Neuigkeit waren allerdings zwei Förderprojekte, die Basse vorstellte: Man habe sich für das Programm „Klimaschutz durch Radverkehr“ des Bundesumweltministeriums beworben – und zwar mit der Idee einer Fahrradallee vom Ooser Bahnhof bis zur Geroldsauer Mühle. Im Rahmen dessen könne man die verschiedenen Schwachstellen auf der Strecke, etwa die Querungen bei Feuerwehr und Fremersbergstraße und die Einfahrt Kurhausgarage, angehen. Basse sprach von einem Fördervolumen von 3,2 Millionen Euro. Die Projekte im Rahmen dieses Programms würden derzeit mit stolzen 80 Prozent gefördert und man habe am Tag der Sitzung die schriftliche Zusage erhalten, dass die Projektskizze angenommen worden sei. Einziges Manko: Nun ist Geschwindigkeit gefragt. Bis zum 30. Juli muss der Antrag laut Uhlig eingereicht werden, um bei dem Programm dabei zu sein.

Baukosten von 7,2 Millionen Euro

Damit verbunden und noch spektakulärer klingt die zweite Fördermöglichkeit: Im Rahmen des Programms „Leuchttürme des Radverkehrs“ habe man sich beim Bund mit der Idee für eine Radbrücke über den Verfassungsplatz beworben, berichtete Basse – und auch dieser Vorschlag sei positiv bewertet worden. Man sei aufgefordert worden, einen Antrag einzureichen. Auch hier winkt eine Förderung vom Bund in Höhe von 80 Prozent. Als Baukosten wurden 7,2 Millionen Euro genannt.

Wie eine solche Brücke aussehen könnte, ist noch offen, betonte Bürgermeister Uhlig. Sollte der Gemeinderat den Weg für das Projekt in einem Grundsatzbeschluss freimachen, müsse es einen Architektenwettbewerb geben. Allerdings zeigte Basse einige Bilder von Radbrücken in anderen Städten, um den Ausschussmitgliedern eine Vorstellung davon zu vermitteln, was möglich ist. Das Versprechen eines Hauchs von Venedig an der Oos lag in der Luft: Schließlich zählte zu den aufgezählten Beispielen neben Bauwerken in Deutschland auch die Brücke des Architekten Santiago Calatrava am Canal Grande.

Aus den Reihen des Bauausschusses kamen positive Rückmeldungen auch mit Blick auf die beachtlichen Förderhöhen. Lediglich Werner Schmoll (SPD) zeigte sich kritisch gegenüber der Idee einer Radbrücke über den Verfassungsplatz: Seine Partei halte alternativ an dem Antrag einer Radfahrerquerung beim Tunnelportal fest, teilte er am Donnerstagabend mit.

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Erstellt:
16. April 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
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