Ein Hofladen auf dem Hofgut Amalienberg

Gaggenau (tom) – Die Familien Fraß und Metzinger planen auf dem Amalienberg ihr drittes „Querfeldein“-Geschäft mit landwirtschaftlichen Produkten.

Die künftigen Betreiberfamilien und ASGA-Geschäftsführer Peter Fetscher freuen sich über die Baufreigabe. Der einstige Kuhstall wird zur Verkaufshalle umgebaut. Foto: Senger

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Die künftigen Betreiberfamilien und ASGA-Geschäftsführer Peter Fetscher freuen sich über die Baufreigabe. Der einstige Kuhstall wird zur Verkaufshalle umgebaut. Foto: Senger

Ein bisschen war es still geworden um das Hofgut Amalienberg. Vor drei Jahren hatte das weithin sichtbare Anwesen einen Massenandrang erlebt, als Eigentümer Adolf Hans Scherer der Öffentlichkeit Zutritt gewährte. Vom Stand der aufwendigen Sanierung konnten sich die Gaggenauer ein Bild machen damals und sie fragten sich: Wie sollen die restaurierten Gebäude in Zukunft genutzt werden?

Am 9. Oktober soll nun ein neues Kapitel aufgeschlagen werden, die Baufreigabe liegt vor: In der gut 200 m2 großen Halle, dem einstigen Kuhstall, wird ein Hofladen eröffnen. Die Familien Fraß (Lichtenau) und Metzinger (Ottersweier) sind mitten in den Vorbereitungen für den dritten „Querfeldein“-Hofladen. Wie in den beiden Verkaufsstellen in Lichtenau und Ottersweier sollen die selbst erzeugten landwirtschaftlichen Produkte das Rückgrat der Produktpalette bilden, dies ist auch Bestandteil der Baugenehmigung, wie Peter Fetscher erläuterte, der Geschäftsführer der ASGA Verwaltungs GmbH & Co KG: Mehr als 50 Prozent der zum Verkauf angebotenen Waren müssen aus eigener Herstellung sein.

Obst, Gemüse aus eigenem Anbau, dazu Fleisch und Wurst von eigenen Schweinen und Rindern, die tierfreundlich gehalten und ohne gentechnisch veränderte Futtermittel aufgezogen werden. Mit diesem Konzept wollen die beiden Familien auch im Murgtal erfolgreich sein. Familienbetriebe im klassischen Sinne sind sie, von den Großeltern bis zu den Enkeln wird an allen Gliedern der Wertschöpfungskette gearbeitet.

Auch ein kleines Hofcafé

Das Konzept, das Angebot hat offensichtlich Amalienberg-Eigentümer Scherer überzeugt – und die Familien Fraß und Metzinger haben nicht lange überlegen müssen, ob sie sein Angebot annehmen und an die bäuerliche Tradition des Hofguts im Murgtal anknüpfen wollen. „Wann bekommt man schon mal so eine Chance?“, fragte Damaris Fraß gestern beim Vor-Ort-Termin in die Runde. Die 26-Jährige wird die Leitung des Hofladens übernehmen.

Die Lage auf dem Hügel, sie ist markant, aber eben auch etwas abgelegen. Kein Nachteil, versichert Damaris Fraß: Nicht nur die Kunden, die bislang nach Lichtenau oder Ottersweier fahren, werden künftig gerne die rund 500 Meter Feldweg hoch zum Hofgut kommen, sondern weitere Kunden aus dem Murgtal und darüber hinaus. Auch ein kleines Hofcafé zu den Öffnungszeiten des Ladens werde mit eigenen Produkten die Attraktivität steigern. Dienstags und freitags von 9 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 13 Uhr sind die Kernöffnungszeiten.

Bis zum 9. Oktober sind nicht nur in der künftigen Verkaufshalle noch einige Arbeiten zu erledigen. Peter Fetscher erläuterte im BT-Gespräch, dass der Zufahrtsweg einen neuen Asphaltbelag erhalten werde. Darüber hinaus sollen 24 Parkplätze für geordnete Verhältnisse sorgen. Entlang des Innenhofs wurden derzeit Mietwohnungen saniert und sind nahezu bezugsfertig.

Für das Kavaliershaus, das derzeit nicht genutzt werde, gebe es Optionen für eine Vermietung. Fetscher betonte, dass Adolf Hans Scherer viel Herzblut für seine Heimatstadt Gaggenau habe und dass die Familie Scherer hinter dem Amalienbergplänen stehe.

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Erstellt:
3. August 2020, 22:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 27sec

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