Ein Musikclub fürs Wohnzimmer

Rastatt (dm) – Im Rastatter Gewerbegebiet ist ein neuer Online-Musikclub gestartet. Per Live-Stream soll die Disco freitags- und samstagsabends in möglichst viele Wohnzimmer übertragen werden.

Volle Kanone: Konfetti fliegt, das Licht wirft Effekte, der Sound wummert. Im Online-Club soll jedes Wochenende was los sein. Zum Start legte DJ Alan-Lee auf. Foto: T.O.B. Eventtechnik

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Volle Kanone: Konfetti fliegt, das Licht wirft Effekte, der Sound wummert. Im Online-Club soll jedes Wochenende was los sein. Zum Start legte DJ Alan-Lee auf. Foto: T.O.B. Eventtechnik

Wenn die Menschen nicht in den Musikclub kommen können, muss der Musikclub zu den Menschen kommen: In diesem Sinne stehen in einer Halle von Tobias Petraschkos Firma T.O.B. Eventtechnik im Rastatter Gewerbegebiet jetzt ein DJ-Tisch mit Mischset, Lichtanlage für Effekte und sechs Monitore bereit, dazu Streamingrechner und fünf Kameras für den richtigen Ton und die entsprechenden Bilder. Diese sollen jedes Wochenende in möglichst viele Wohnzimmer übertragen werden. Denn in Zeiten, in denen die Diskotheken coronabedingt in der Zwangspause sind, sitzen (oder tanzen) Clubgänger allenfalls vor ihrer Couch und schauen beziehungsweise hören sich DJ-Livestreams an – solche gibt es ja bereits seit geraumer Zeit.

„Gutes Feedback auf Premiere“

Doch das neue Ding soll was „Großes“ werden, nicht wie im Wohnzimmerstudio, sondern wie im Club eben, so die Initiatoren. Mit DJ Alan-Lee hat sich ein Gleichgesinnter gefunden, der in normalen Zeiten eigentlich im „Freiraum“, bei Hochzeiten oder Firmenfeiern auflegen würde und nun auch schon länger Online-Auftritte absolviert, aber wieder mal wie in Discozeiten agieren wollte – also standesgemäß von 22 bis 5 Uhr nachts, mit Stroboskop, Nebel, Konfetti und aus allen Rohren. Am Samstag war Eröffnung, und tatsächlich legte der Ötigheimer sieben Stunden lang auf.

Das Feedback auf das Opening sei gut gewesen – und auf eine Anregung aus dem Publikum gehe man direkt ein: Künftig starten die Übertragungen jeweils freitags und samstags bereits um 21 Uhr. Gestreamt werden kann per twitch.tv oder Homepage des Eventtechnik-Unternehmens, die mit dem Kanal gekoppelt ist. Wer dort registriert ist, kann den Abend auch chattend mitgestalten, erklärt Alan-Lee Harlacher, beispielsweise Musikwünsche angeben – für den DJ sei es gerade beim Streaming wichtig, auf die Leute an den Bildschirmen einzugehen und mit ihnen zu interagieren. Und einige „Gäste“ sendeten am Samstag durchaus auch Bilder davon, wie sie die Clubnacht zu Hause zu zweit mitfeierten, wie Petraschko berichtet.

Weitere Ideen auf Lager

Jede Woche sollen die DJs am Pult wechseln, am heutigen Freitag sind die Beatkidz dran, morgen dann DJ Schallinio, entsprechend gemixt soll auch das musikalische Angebot ausfallen. House, Black Music, Neunziger bis hin zu Schlager gar. Petraschko und Harlacher kündigen zudem an, dass neben DJs aus der Region auch „große Namen aus der Szene“ dabei sein sollen. Hier will man die in der Branche bestehenden Kontakte nutzen.

Ob sich das letztlich auch wirtschaftlich rechnet, ist wohl fraglich, jedoch: „Wir sind immer auf der Suche nach Neuem“, sagt Petraschko, der zuletzt mit seinem „Winterzauber-Drive-In“ für Furore über die Region hinaus gesorgt hatte. Er wisse nicht, was passiert, ob am Ende eher wenige Menschen beim „T.O.-Club“ zugucken oder es letztlich in die Tausende geht – aber er wolle eben Ideen der etwas anderen Art umsetzen. Unter anderem weitere Drive-Ins. So wolle man schauen, ob man kurzfristig noch ein Fastnachts-Drive-In für Familien mit Kindern hinbekommt; weit gediehen sind zudem die Planungen für ein Oster-Drive-In auf dem Areal in der Lochfeldstraße, unter anderem mit Eiersuche bei der Durchfahrt. Noch seien aber Details zu klären.

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Erstellt:
21. Januar 2021, 22:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 35sec

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