Ein Parkverbot soll es richten

Durmersheim (HH) – Chaos in der Straße Auf den Heilberg in Durmersheim beschäftigt die Gemeinde seit fünf Jahren. Nun wird eine frühere Regel wieder eingeführt: Parkverbot auf ganzer Länge.

Bald Vergangenheit? In der Straße Auf den Heilberg wird das Parken entlang des Straßenrands (rechts) verboten. Es behindert die privaten Stellplätze gegenüber. Foto: Helmut Heck

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Bald Vergangenheit? In der Straße Auf den Heilberg wird das Parken entlang des Straßenrands (rechts) verboten. Es behindert die privaten Stellplätze gegenüber. Foto: Helmut Heck

In der Straße „Auf den Heilberg“ wird eine frühere Regel wieder eingeführt: Parkverbot auf ganzer Länge. So beschloss es am Dienstag der Bauausschuss. So war es schon, als die Straße noch Zufahrt zu den Märkten am Nordende war. Nachdem der Aldi-Kreisel gebaut und der Kundenverkehr aus dem schmalen Sträßchen verbannt war, gab man dem immer schon starken Parkdruck nach, indem das Abstellen von Fahrzeugen am östlichen Fahrbahnrand geduldet wurde.

Dies jedoch brachte jene Nachbarn in die Bredouille, die vor den Geschossbauten und Reihenhäusern auf der Westseite ihre Garagen und Stellplätze haben. Diese waren wegen gegenüber geparkter Fahrzeuge mitunter nur unter Schwierigkeiten nutzbar (wir berichteten). In den vergangenen fünf Jahren beschäftigte sich der Bauausschuss immer mal wieder mit der Sache.

Immer wieder Kritik an den Zuständen

In letzter Zeit wurde die Kritik an den Zuständen immer stärker. Vor einem Monat diskutierte der Ausschuss ausgiebig über eine von der Verwaltung vorgeschlagene Markierung von Halteverbotsbereichen. Überall sonst sollte das Parken erlaubt sein. Die Entscheidung wurde vertagt. Am Dienstag stand ein neuer Versuch an. Zum Auftakt meldete sich in der Einwohnerfragestunde einer von vier Zuhörern zu Wort. Mit mehreren Argumenten vertrat er die Überzeugung, dass die Lösung der Probleme einzig in einem „konsequenten Halteverbot“ auf der gesamten Straßenlänge „von vorne bis hinten“ bestehe.

Mit diesem Vorschlag sei man „nicht weit auseinander“, meinte Bürgermeister Andreas Augustin. Die Verwaltung war nach Aussage von Ortsbaumeister Hans-Martin Braun zu der Auffassung gelangt, dass in Anbetracht der Straßenbreite von 4,50 Meter markierte Parkbereiche nicht praktikabel seien. Sicherheit gehe vor, fürchtete Braun, dass es sonst auch für die Feuerwehr zu eng werden könnte.

Guter Rat sei teuer, appellierte er an die Vernunft von Leuten, Garagen tatsächlich als solche zu nutzen, um parkende Autos von der Straße zu bekommen. Die Verwendung von Garagen als Lagerräume war ein Thema, das auch Karin Glied (CDU) umtrieb. Ihre Meinung, dass aber auf der Ostseite der Heilbergstraße „ohne Weiteres geparkt“ werden könne, verursachte unter den Sitzungsbesuchern verständnisloses Aufstöhnen. Andreas Haselbach (SPD) hielt es für überlegenswert, „Geld in die Hand zu nehmen“, um die Straße durch teilweise Entfernung der Hecken zu verbreitern, um Parkraum zu schaffen.

„Egoistisches Verhalten Einzelner“

Augustin reagierte nicht amüsiert. Eine solche Baumaßnahme würde bedeuten, Steuergelder zum Vorteil von Leuten zu investieren, die in ihren Garagen statt Autos beispielsweise Holz lagerten. Andrea Bruder (SPD) ließ hingegen wissen, dass sich ihre Fraktion in einer virtuellen Beratung für die Straßenverbreiterung ausgesprochen habe. Parteikollege Haselbach schränkte kurz danach das Votum ein. Umgebaut werden sollte nur, wenn die Anwohner damit zufriedengestellt werden könnten.

Zudem zog Haselbach die Umwandlung des Randstreifens auf der parallel liegenden Hauptstraße in Erwägung. Matthias Maier (BuG) sah die Hauptursache der Misere im „egoistischen Verhalten Einzelner“. „Fehlende Rücksichtnahme“ sei ein „gesellschaftliches Problem“, das sich durch Straßenerweiterung nicht lösen lasse.

Michael Veneziani (CDU) plädierte für ein absolutes Halteverbot, auch der Sicherheit von Radfahrern wegen. Andreas Stempfle war für eine Testphase mit Parkzeitbegrenzung auf zwei Stunden. Norbert Tritsch (FWG) schloss sich der Forderung nach einem absoluten Halteverbot an, Alexander Köpplin (BuG) riet in gleichem Sinn zu einer Zeit der Erprobung, um zu sehen, ob sich das Verhalten ändere.

Nach 25 Minuten mit einem Dutzend Wortmeldungen schlug Augustin anstelle eines absoluten Halteverbots für die gesamte Ostseite ein Parkverbot vor, womit zumindest Be- und Entladen erlaubt wäre. Der Ausschuss erklärte sich mit sieben Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen einverstanden.

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Erstellt:
22. Januar 2021, 06:00 Uhr
Lesedauer:
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