Ein „Troubadour für Gott in Wort und Bild“

Bühl (jo) – Seit fünf Jahrzehnten ist BT-Mitarbeiter Hermann Seiler schon mit Block und Kamera für die Heimatzeitung unterwegs. Am Ostersonntag ist er 80 Jahre alt geworden. Wegen der Corona-Krise verschiebt er „so Gott will“ seine Feierlichkeiten auf 2021.

Das große Geburtstagsfest des waschechten Bühlers Hermann Seiler ist auf April 2021 vertagt. Foto: Waltraud Seiler

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Das große Geburtstagsfest des waschechten Bühlers Hermann Seiler ist auf April 2021 vertagt. Foto: Waltraud Seiler

Die abgelegten Präsente stapelten sich vor der Haustüre, die Glückwünsche kamen per Telefon oder Zuruf vom Gehweg aus. Der 80. Geburtstag des langjährigen BT-Mitarbeiters Hermann Seiler fiel mitten in die Corona-Krise. Gefeiert wurde am Ostersonntag in trauter Zweisamkeit mit Ehefrau Traudel in den eigenen vier Wänden in der Meister-Erwin-Straße.

Geburtstag

Das große Geburtstagsfest des waschechten Bühlers ist auf April 2021 vertagt; „so Gott will“, wie er ergänzt, prägt ihn doch eine tief verwurzelte christliche Grundhaltung seit der Kindheit. Der Spross einer fünfköpfigen Schneidersfamilie war sechs Jahre lang Ministrant im Kloster Maria Hilf, wo er außer der geistlichen Bewusstseinsbildung durch Spiritual Wilhelm Freischlag auch die „außergewöhnlich gute Verpflegung durch die Küchenschwestern“ zu schätzen wusste. Aus dem Klosterleben zu berichten, ist ihm bis heute ein Herzensanliegen. Um blumige Formulierungen nie verlegen, bezeichnet er sich selbst schon mal als „Troubadour für Gott in Wort und Bild“.

Mit 14 Jahren führte sein Lebensweg von der Schule ins einstige Verlagshaus Konkordia. Auf die Gesellenprüfung als Schriftsetzer folgten zehn facettenreiche Jahre der beruflichen Wanderschaft. Er absolvierte in der Druckerei des Offenburger Tageblatts zunächst eine zweite Lehre als Maschinensetzer, um sodann seine Brötchen bei Verlagen wie Pabel (Rastatt), Ullstein (Berlin), Donau-Zeitung (Ulm), Wesel (Baden-Baden) und anderen zu verdienen. 1962 fanden er und Waltraud Pinz sich beim Tanz im Friedrichsbau. Eine glückliche Fügung wollte es, dass die in Pommern gebürtige Preußin im Rahmen eines Sparkassen-Austausches mit der Norderney in Bühl landete. Zwei Jahre später gab sich das junge Paar das Ja-Wort. Ab 1966 war Seilers Arbeitsplatz wieder in der Zwetschgenstadt: Beim Mittelbadischen Zeitungsverlag machte er den Ausbildungsmeister als Schriftsetzer. Auch genoss er das große Vertrauen seiner bis zu 80 Kollegen, für die er sich über drei Jahrzehnte als Betriebsratsvorsitzender einsetzte.

Seit 50 Jahren freier Journalist

Ein Jubiläum ist zudem, dass Hermann Seiler seit 50 Jahren als freier Journalist mit Notizblock und Kamera unterwegs ist. Mit Vorliebe berichtete er viele Jahre über den Stadtteil Oberbruch, wie etwa den (inzwischen aufgelösten) Gemischten Chor, in dem er auch aktiv mitwirkte. Ob Gründung der Angelsportfreunde oder der Bürgervereinigung, „hes“ (so sein Kürzel) war stets dabei und schrieb über alles, „was sich im Dorf nur bewegte“. Aber auch über weitere Vereine, Kirchenchöre und katholische Frauengemeinschaften im Umkreis. Außerdem knüpfte er nachhaltige Kontakte ins Elsass. Heute konzentriert er sich auf religiöse Anlässe. Übrigens fiel der Apfel nicht weit vom Stamm: Sohn Jörg ergriff den Beruf des Redakteurs.

Traudel Seiler war mehrfache Senioren-Welt- und Europameisterin im Gehen. Der Gatte begleitete „die beste Ehefrau auf dem Planeten“ zu den Stadien rund um den Globus und reportierte stolz in Wort und Bild. Er selbst war in jungen Jahren beim TV Bühl mehr dem Kugelstoßen und Diskuswerfen zugeneigt. Die 70 Jahre überschritten, pilgerten beide auf dem Jakobsweg. Mit Wandern und Radeln, Qi-Gong und Yoga hält sich das Rentnerpaar fit. Schließlich soll in zwölf Monaten, in Verbindung mit ihrem runden Geburtstag, groß gefeiert werden. Dann „mit Pauken und Trompeten“.

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Erstellt:
14. April 2020, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 34sec

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