Ein bisschen Fastnacht wird gefeiert

Gaggenau (tom) – Die Große Karnevalsgesellschaft GroKaGe sieht sich durch die Corona-Pandemie in ihrer Aufwärtsentwicklung gebremst. Aber ein Comedy-Programm für zwei Abende ist in Arbeit.

Marion Striebich mit Paco Palma Diaz bei der Fremdensitzung 2020. Foto: Thomas Senger/Archiv

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Marion Striebich mit Paco Palma Diaz bei der Fremdensitzung 2020. Foto: Thomas Senger/Archiv

Bei der GroKaGe steht ein Führungswechsel bevor: Er wolle sich im Frühjahr nicht mehr zur Wahl stellen, kündigte Vorsitzender Hans-Wolfgang Paulusch bei der jüngsten Jahreshauptversammlung am Donnerstagabend an. Auch das Amt des Schatzmeisters werde neu zu besetzen sein. Dieses übt derzeit Petra Huck aus. Paulusch forderte die Mitglieder auf, sich Gedanken zu machen, wer für diese Ämter kandidieren wolle.

In der Jahnhalle trat der Verein zusammen, um die für Mai anberaumte Versammlung nachzuholen. Paulusch erinnerte die 57 Teilnehmer an eine „ereignisreiche und gute Kampagne noch rechtzeitig vor dem Corona-Lockdown“.

420 Mitglieder zählt der Verein, freute sich der Vorsitzende insbesondere über Zuwachs bei der Jugend; doch drohe das Corona-Jahr diese Entwicklung zunichte zu machen. Bewirtungen beim Kurparkfest und beim Automobiljubiläum, Neujahrsempfang – jeweils mit dem Schützenverein Ottenau – hätten sich bewährt. Finanziell sei der Verein auf einem guten Weg.

Minigolf beim Ferienspaß oder das Sommerfest erwähnte Paulusch ebenso als Zeichen für Aktivitäten das ganze Jahr über. Den eingeschlagenen Weg zur Stärkung des Wir-Gefühls innerhalb des Vereins wolle man weiter beschreiten. Die Fremdensitzung sei wiederum „zu 99,9 Prozent erfolgreich“ gewesen, das habe er auch aus der Resonanz der Besucher entnehmen dürfen. Der Schmutzige Donnerstag mit den teilnehmenden Gruppen und den Kindergartenkindern am Vormittag dürfe ebenso als gelungen bilanziert werden.

Vereinsarbeit nimmt wieder Fahrt auf

Die närrische Ratssitzung habe sich als Besuchermagnet etabliert, „Hut ab“ sagte er zum Engagement der Helfer und der Akteure.

Hervorragende Arbeit habe das Künstlerische Team (KT) verrichtet. Diesen Ball griff Gerd Pfrommer auf und bilanzierte für seine KT-Mitstreiter (Tamara Hertweck, Peter Mann, Paco Palma Diaz, Gerlinde Stolle) einen erfolgreichen Weg, neben Pflege der Tradition neue Pfade zu beschreiten. Er freue sich, dass das gemeinsame Ziel stets im Vordergrund stehe. Per Handzeichen wurde das KT ohne Gegenstimme bestätigt.

Zehn Gruppen berichteten von ihren Aktivitäten auch in Corona-Zeiten: Katrin Marten machte für die Gaggo-Clowns den Anfang. Kurt Mechler, neuer Sprecher der Saubergspatzen, freute sich ebenfalls über gelungene Auftritte und über einen weiteren Zugang zum Ensemble. Am 18. Oktober wollen die Spatzen in der Konzertmuschel in Bad Rotenfels gastieren. Das Kinderballett (Isabell Ebi) hatte ebenfalls einen guten Lauf: Drei Neuzugänge gibt es, fünf Mädchen konnte man in den Showmarsch verabschieden. Valerie Metzler bilanzierte für den Showmarsch mit 22 Kindern sportliches und geselliges Engagement. Seit September kann in zwei Gruppen in zweiwöchigem Wechsel trainiert werden, sechs Neuzugänge gebe es. Tamara Hertweck (Marschballett) und ihre elf Mittänzerinnen freuen sich auf die Neuzugänge aus dem Showmarsch und ein Ende der Corona-Zeit.

Angelika Metzler (MixxPikkles) erinnerte an die „Hommage an den Thermomix“ mit Eric Prinzinger. Die 15 Tänzerinnen haben Zuwachs zu verzeichnen. Die Uhus haben bereits Anfragen für Gastauftritte, freute sich Marie-Luise Steib. Nadja Huck berichtete für das Männerballett Mägas.

Hansjörg Kist bilanzierte viele Auftritte des Fanfarenzugs und Kontinuität in der Führung. Es werde wieder geprobt. Wegfall von Maimarkt und Herbstmesse reißen ein Loch in die Kasse. Die Aktivitäten zum 60-Jährigen werden 2021 nachgeholt. Petra Zink berichtete von den Aktivitäten in den sozialen Medien. Zwölf Leute kümmern sich um Homepage, Facebook, Instagram. Neue Mitstreiter sind willkommen.

Schatzmeisterin Petra Huck freute sich über den Kartenverkauf 2019/2020, dieser sei „so gut wie lange nicht mehr“ gewesen. Aber ohne Bewirtung seien die Veranstaltungen nicht zu stemmen, gab sie zu bedenken. Das Lichterfest sei wegen der Hitze kein Beitrag zur Finanzierung gewesen. 2020 hätten die Sponsoren die Treue gehalten, man hoffe, dass das so bleibe. Maik Schneider und Jürgen Echle stellten einen einwandfreien Zustand der Kasse fest. Ausdrücklich lobte Paulusch das Bar-Team, dessen Arbeit sei sehr wichtig für die Vereinsfinanzen.

Bei der „Waldhütte“ wird es närrisch

Vorstand und Künstlerisches Team der GroKaGe haben sich verständigt, dass eine „normale“ Fremdensitzung wegen Corona nicht durchführbar sein werde. Doch mit einem Comedy-Programm ohne Pause werde man etwas auf die Bühne bringen, das der Mühen wert sei, bekräftigte Gerd Pfrommer fürs KT: Um eine „Waldhütte“ herum werde sich der Abend entwickeln. Mit Edith und Anna-Luisa Grimm, Michaela Scheffold, Marion Striebich und den Tollenhechten stehen bereits Akteure fest. Auch Sabine Hager, Paco Palma Diaz, Peter Mann und Gerlinde Stolle werden für absurd-närrisches Waldesrauschen sorgen.

Vorsitzender Hans-Wolfgang Paulusch freut sich nach eigenem Bekunden ebenfalls auf die Vorstellungen, die für Freitag/Samstag, 22./23. Januar, geplant sind. Er gab aber zu bedenken, dass „am Ende eine schwarze Null“ stehen müsse.

Große Ausblicke auf die närrische Zeit könne man keine wagen, sagte Paulusch. Ein Gespräch beim OB stehe noch aus, ebenso am 6. Oktober mit den anderen närrischen Vereinen der Stadt. Ursprünglich habe man erst danach informieren wollen, ob und wie Fastnacht in der Gesamtstadt gestaltet werde. Angesichts der Entwicklung der Pandemie habe es sich aber für die GroKaGe als nicht sinnvoll erwiesen, Mitglieder und Öffentlichkeit so lange mit einer Aussage warten zu lassen.


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