Ein bisschen Weisenburger bleibt in Rastatt

Rastatt (ema) – Das Bauunternehmen Weisenburger hat in Karlsruhe eine neue Heimat gefunden. Ein Teil der Unternehmensgruppe bleibt aber in Rastatt.

Mit der Handschrift des renommierten japanischen Architekten Tadao Ando: Die neue Weisenburger-Zentrale in Karlsruhe. Foto: HGEsch

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Mit der Handschrift des renommierten japanischen Architekten Tadao Ando: Die neue Weisenburger-Zentrale in Karlsruhe. Foto: HGEsch

Es ist ein Abschied auf Raten gewesen – und doch werden nicht alle Wurzeln gekappt: Das Rastatter Traditionsunternehmen Weisenburger ist nun endgültig in seiner neuen Heimat Karlsruhe angekommen. Von einem unscheinbaren Umzug kann nicht die Rede sein. Denn mit dem neuen Bürogebäude des japanischen Stararchitekten Tadao Ando setzt man städtebaulich in der Fächerstadt einen Akzent

Gut Ding will Weile haben, musste wohl auch das Bauunternehmen Weisenburger im Zuge seiner Standortverlagerung zur Kenntnis nehmen. Bereits 2013 kündigte man an, die Firmenzentrale vom Rastatter Industriegebiet nach Karlsruhe zu verlegen. 2017 sollten die Mitarbeiter umziehen; jetzt kamen weitere vier Jahre hinzu, weil es bei der Standortsuche nicht so lief wie gedacht, heißt es aus dem Unternehmen.

Jetzt ist man angekommen in der Ludwig-Erhard-Allee, sowohl in Nähe zur Innenstadt als auch zur Autobahn – mit einem Neubau auf 13.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche, der Raum für 650 Arbeitsplätze und 15 Besprechungsräume auf bis zu sieben Ebenen schafft. Eine Cafeteria, ein Fitnessstudio, eine Dachterrasse und eine Freitreppe im Innenhof ergänzen die neue Weisenburger Arbeitswelt.

In den vergangenen Monaten zogen die Mitarbeiter Schritt für Schritt um; rund 400 Beschäftigte gehen in der neuen Firmenzentrale ihrem Job nach. Die Wahl auf eine Verlegung der Firmenzentrale – Weisenburger ist in Deutschland an 13 Standorten vertreten – begründet das Unternehmen mit dem attraktiven Standort, der es erleichtere, Fachkräfte im Umfeld der Hochschulen zu finden. Außerdem sei der Unternehmenssitz infrastrukturell sehr gut angebunden und zentral gelegen.

Das Areal in der Rastatter Werkstraße will das 1955 gegründete Bauunternehmen behalten. Zum einen, weil der Bauhof dort angesiedelt bleibt. Zum andern, weil die Weisenburger-Gruppe ihre drei Start-up-Betriebe hier halten will: „sanierungsprofi24“ ist als Handwerksunternehmen auf gewerkeübergreifende Komplettmaßnahmen spezialisiert. „bad.de“ setzt auf Komplettbadsanierungen aus einer Hand.

„Lampuga“ ist der Exot

Und mit „Lampuga“ führt Weisenburger einen Exoten in den eigenen Reihen, um neue Marktchancen in der E-Mobilität außerhalb der Bau- und Immobilienwirtschaft zu nutzen: Das Start-up stellt in Rastatt elektrische Jetboards her. Dabei handelt es sich um ein motorisiertes Surfboard. Der Fahrer regelt die Geschwindigkeit mit einer Handfernbedienung und lenkt das Board durch Gewichtsverlagerung. Rund 100 Mitarbeiter werden somit auf dem Areal in der Werkstraße verbleiben.

Derweil steht nun vier Jahre nach dem symbolischen Spatenstich in Karlsruhe der Hingucker von Tadao Ando. Die Zusammenarbeit mit dem renommierten Architekten hat der geschäftsführende Gesellschafter Nicolai Weisenburger bewusst gesucht. Gemeinsames Anliegen sei es gewesen, „ein ästhetisch wertvolles Gebäude zu erschaffen, das die neusten technischen Standards erfüllt, energieeffizient ist und somit unseren Mitarbeitern die besten Arbeitsbedingungen bietet“, so der Firmenchef.

Straßenseitig erhebt sich das Gebäude über sieben Stockwerke. Das oberste Geschoss führt über eine Galerie auf die Dachterrasse. Der trapezförmig angelegte Säulenvorbau mit Haupteingang befindet sich im Westflügel. Die Seitenflügel sind viergeschossig, auf der Nordseite liegt das Gebäude eine Etage tiefer. Mit der künftigen vertikalen Bepflanzung der weiten Auskragung sowie den begrünten Dachflächen füge sich das Gebäude harmonisch in seine Umgebung ein, heißt es in einer Firmenmitteilung.

Beton verleihe dem Bauwerk Stabilität und Beständigkeit. Dennoch wirke das Gebäude durch die Glasfassade und seine Struktur leicht und transparent. 5.000 Quadratmeter Glas- sowie 16.950 Quadratmeter Sichtbetonfläche gestalten das Gebäude, zu dessen Kosten Weisenburger keine Angaben machen möchte. Das Unternehmen hat zuletzt einen Jahresumsatz von 350 Millionen Euro erzielt. Jährlich werden rund 2.800 Einheiten errichtet.


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