Ein echter Wandervogel

Elchesheim-Illingen (kos) – Ein Fasan spaziert seit Wochen immer wieder durch Gärten in Elchesheim-Illingen – und Fotos davon kursieren im Netz. Menschenscheu ist der echte Wandervogel offenbar nicht.

Fühlt sich tierisch wohl: Der Fasan „rennt von Haus zu Haus“, sagt Michael Fritz. Foto: Michael Fritz

© Michael Fritz

Fühlt sich tierisch wohl: Der Fasan „rennt von Haus zu Haus“, sagt Michael Fritz. Foto: Michael Fritz

Ein neuer Nachbar sorgt bei den Bewohnern von Elchesheim-Illingen für Heiterkeit: Immer wieder streift ein Fasan durch den Ortskern und fühlt sich in der Gemeinde ganz offensichtlich tierisch wohl. Der Hühnervogel, den manch einer vielleicht eher von der Speisekarte im Gasthaus kennt, „rennt von Haus zu Haus“, berichtet der Elchesheim-Illinger Michael Fritz amüsiert.

Der stellvertretende Kommandant der örtlichen Feuerwehr hatte den gefiederten Kollegen bereits bei sich im Garten beim Körnerpicken ertappt und ist nach eigener Aussage „bis auf zwei Meter herangekommen“. Dass Begegnungen solcher Art keine Einzelfälle sind, zeigt sich auch in den sozialen Medien: Dort tummelt sich das neugierige Wildtier in den Gärten und Vorhöfen einiger Anwohner. „Bei uns fühlt er sich auch wohl“, schreibt etwa eine Nutzerin.

Auffällig ist das Tier auch durch Folgendes: „Den Respekt vor den Menschen hat er verloren“, so Fritz. Als abschätzig will er das aber nicht verstanden wissen: „Dem gefällt es halt hier im Dorf“, behauptet Fritz. Von Menschenscheu sei absolut keine Spur, sagt Fritz. Davon zeugt auch, dass sich der Fasan seit November regelmäßig in der Gemeinde am Goldkanal blicken lässt.

Typisch könne das für einen Fasan aber kaum sein, wie Martin Hauser, Wildtierbeauftragter des Rastatter Landratsamtes, auf BT-Nachfrage erklärt. Es sei „natürlich nicht normal, wenn er seinen natürlichen Siedlungsraum verlässt“, fügt Hauser hinzu. Dass sich durch intensive Landwirtschaft auch für den Fasan zunehmend weniger Lebensraum bietet und er deshalb ins Dorf zieht, kann er dabei nicht ausschließen.

Laut dem Wildtierportal Baden-Württemberg wird die Gefährdungsstufe von Fasanen als „ungünstig“ eingestuft. Da trifft es sich doch wunderbar, dem neuen Dorfbewohner in den eigenen Vorgärten einen Unterschlupf zu bieten. Tun will er ja schließlich niemandem etwas.

Ihr Autor

BT-Volontär Konstantin Stoll

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Erstellt:
16. Januar 2022, 12:05 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 53sec

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