Ein neues Amt und neue Stellen

Gaggenau (tom) – Die Stadtverwaltung plant eine Neuorganisation der Ämter im Dezernat von Bürgermeister Michael Pfeiffer.

Geplante Struktur für das Dezernat II. Quelle: Stadt Gaggenau, Repro/BT

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Geplante Struktur für das Dezernat II. Quelle: Stadt Gaggenau, Repro/BT

Zwei Dezernate gibt es im Rathaus. Ihnen sind eine Reihe von Ämtern zugeordnet. Im Dezernat II von Bürgermeister Michael Pfeiffer soll es im kommenden Jahr eine neue Struktur geben und mit ihr ein neues Amt. Weiterhin wird überlegt, ob die Stelle eines hauptamtlichen Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr geschaffen werden soll.

Die Stadtverwaltung hat entsprechende Pläne bestätigt. Für das Dezernat I von OB Christof Florus sind derzeit keine Überlegungen bekannt.

Ein neues Organigramm für das Dezernat II war vor einigen Wochen dem Gemeinderat bereits nichtöffentlich vorgestellt worden. Hintergrund und aktueller Anlass der Überlegungen ist das Ausscheiden von Dieter Spannagel Ende Februar 2022 aus dem aktiven Dienst. Seit 2001 ist er Leiter des bisherigen Amts für Bürgerservice und Ordnung.

Dieter Spannagel. Foto: Stadt Gaggenau

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Dieter Spannagel. Foto: Stadt Gaggenau

„Die Stadt hat sich frühzeitig Gedanken über eine Nachbesetzung gemacht, zumal Herr Spannagel gleichzeitig nur noch bis zum Herbst 2022 die Funktion des Feuerwehrkommandanten innehat“, bekräftigt man im Rathaus.

Was ist im Gaggenauer Rathaus vorgesehen?

Organisatorisch wird Spannagels bisheriger sehr umfangreicher Aufgabenbereich zweigeteilt: in ein „dienstleistungsorientiertes“ Amt für Bürgerservice sowie einen ordnungsrechtlichen Bereich – das Amt für Recht und Ordnung.

In dem neuen Amt für Bürgerservice sollen alle „Bürgeranliegen“ gebündelt werden: Bürgerbüro mit Stadtinfo sowie Standesamt mit Friedhofswesen und Nachlass-Erhebung.

Das künftige Amt für Recht und Ordnung beinhaltet Justitiariat (kommt neu dazu) sowie das Ordnungswesen, und Ausländer- und Sozialwesen.

Im Lauf des Jahres soll es in diesem Amt noch eine neue Abteilung Brand- und Zivilschutz geben. Diese Abteilung soll nach derzeitigen Planungen ein hauptamtlicher Feuerwehrkommandant leiten. Begründung der Stadtverwaltung: „Städte unserer Größenordnung haben mittlerweile alle hauptamtliche Kommandanten. Dies hat auch den Vorteil, dass er als Brandschutzsachverständiger in baurechtlichen Genehmigungsverfahren mitwirken kann.“

Personelle Veränderungen:

Die Leitung des künftigen Amtes „Recht und Ordnung“ wird Saskia Kindermann-Röhm übernehmen. Sie ist Justitiarin und Leiterin des bisherigen Amtes „Recht und Planen“.

Saskia Kindermann-Röhm. Foto: Stadt Gaggenau

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Saskia Kindermann-Röhm. Foto: Stadt Gaggenau

Amtsleiter des neuen Amtes „Stadtplanung und Baurecht“ wird Maximilian Krebs. Er ist derzeit Leiter der Abteilung Stadtplanung in Kindermann-Röhms Amt für Recht und Planen.

Maximilian Krebs Gaggenau. Foto: Stadt Gaggenau

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Maximilian Krebs Gaggenau. Foto: Stadt Gaggenau

Krebs‘ Nachfolger als Abteilungsleiter wird Andreas Fritz (derzeit Leiter Gebäudemanagement).

Leiterin des Amts für „Bürgerservice“ wird Tanja Riedinger. Sie ist Leiterin des Bürgerbüros in Dieter Spannagels Amt für Bürgerservice und Ordnung.

Tanja Riedinger Rathaus Gaggenau. Foto: Stadt Gaggenau

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Tanja Riedinger Rathaus Gaggenau. Foto: Stadt Gaggenau

Abteilungsleiterin im Standesamt mit Friedhofswesen und Nachlasserhebung wird Gabriele Doll als Nachfolgerin von Theo Schmidle.

Warum die neue Struktur?

Die Stadtverwaltung erklärt: „Wir erhoffen uns mit erfahrenen Personen in verantwortlichen Positionen eine Verbesserung der Verwaltungsabläufe und kürzere Entscheidungswege.“

Muss der Gemeinderat einem neuen Amt und insbesondere einer Amtsleiterstelle zustimmen?

Nein, argumentiert die Stadtverwaltung: Nach der städtischen Hauptsatzung habe der Oberbürgermeister die Organisationshoheit bis einschließlich Entgeltgruppe 13 beziehungsweise Besoldungsgruppe A13. Über die Dotierung der neu zu schaffenden Stellen sei aber noch nicht entschieden.

Bei der Bestimmung eines Feuerwehrkommandanten ist bislang laut Feuerwehrsatzung die Zustimmung des Gemeinderats notwendig – nach einer Wahl durch die Hauptversammlung der Gesamtfeuerwehr. Es ist davon auszugehen, dass dies auch bei einem hauptamtlichen Feuerwehrkommandanten der Fall sein wird.

Kommentar

Mit Dieter Spannagel verlässt Ende Februar ein Amtsleiter das Rathaus, der ein umfangreiches und konfliktträchtiges Ressort umsichtig und geräuschlos zu leiten weiß. Die Aufteilung seines Zuständigkeitsbereichs in zwei Ressorts ist nachvollziehbar: ein service-orientiertes Amt (Tanja Riedinger) und einen Bereich Recht und Ordnung, in dem es auf genaue Auslegung der Paragraphen ankommt (Saskia Kindermann-Röhm). Sie nimmt das Justitiariat mit in ihr künftiges Amt. Das konfliktträchtige Feld Baurecht und die Stadtplanung obliegen künftig ihrem bisherigen Abteilungsleiter Maximilian Krebs.

Mit Spannagels Ausscheiden entfallen Synergien durch die Doppelfunktion als Amtsleiter und Feuerwehrkommandant. Insofern ist es einer Überlegung wert, die Funktion des Kommandanten hauptamtlich ausüben zu lassen. Aber ist es bei knapper Kasse sinnvoll, sich eine neue Amtsleiterstelle und einen hauptamtlichen Feuerwehrkommandanten leisten zu wollen? Eine Antwort gibt der Arbeitsmarkt: Im Kampf um Köpfe zählt die Attraktivität einer Behörde. Wer Führungspersonal binden will, muss Perspektiven bieten. Da gilt es abzuwägen.


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