„Ein wichtiger Beitrag zur kulturellen Bildung“

Karlsruhe (kie) – So jung ist das Junge Staatstheater gar nicht mehr: Zehn Jahre gibt es das Theater für Kinder und Jugendliche am Staatstheater Karlsruhe bereits.

Freuen sich auf die Jubiläumsspielzeit (von rechts): Stefanie Heiner, Leiterin des Jungen Staatstheaters, Uta-Christine Deppermann, künstlerische Betriebsdirektorin und Johannes Graf-Hauber, geschäftsführender Direktor des Badischen Staatstheaters sowie Mona vom Dahl, stellvertretende Leiterin des Jungen Staatstheaters. Foto: Arno Kohlem

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Freuen sich auf die Jubiläumsspielzeit (von rechts): Stefanie Heiner, Leiterin des Jungen Staatstheaters, Uta-Christine Deppermann, künstlerische Betriebsdirektorin und Johannes Graf-Hauber, geschäftsführender Direktor des Badischen Staatstheaters sowie Mona vom Dahl, stellvertretende Leiterin des Jungen Staatstheaters. Foto: Arno Kohlem

Mit einem Festwochenende wird es am Freitag in die kommende Jubiläumsspielzeit starten. Leiterin Stefanie Heiner erklärt im BT-Gespräch, wodurch sich das Junge Staatstheater auszeichnet und worauf sich Besucher in dieser Spielzeit freuen können.

Von einer „tollen Entwicklung seit der Gründung“ spricht Heiner: Von zwei auf sieben Ensemble-Mitglieder sei das Theater in den zurückliegenden zehn Jahren angewachsen, mehr als 30 Kooperationen mit Schulen bestünden und das Theater reiche „sehr weit in die Stadt hinein“. Damit leiste es „einen wichtigen Beitrag zur kulturellen, außerschulischen Bildung in Karlsruhe“, wie Heiner sagt. Für sie selbst ist es die zweite Spielzeit, in der sie als Leiterin des Jungen Staatstheaters fungiert.

Prinzipiell gebe es in Baden-Württemberg eine „breite und tolle“ Kinder- und Jugendtheater-Szene. Eine Besonderheit in Karlsruhe sei jedoch, dass es hier eine eigene Sparte gebe: mit eigenem professionellem Ensemble, eigener Bühne und eigenem Programm. Dieses wendet sich an ein breites Publikum: Es gibt genauso Stücke für Abiturienten wie auch für Kinder ab drei Jahren.

Vielgestaltiger Zugang zur Theaterwelt

Doch nicht nur das Programm ist vielfältig – auch der persönliche Zugang zur Theaterwelt wird auf unterschiedliche Weisen vermittelt. So besucht beispielsweise das Ensemble mit mobilen Produktionen einzelne Schulen und die sogenannten Premierenklassen setzen sich während des Entstehungsprozesses einer Bühneninszenierung mit dem entsprechenden Theaterstück auseinander: Die Schüler bearbeiten das Thema des Stücks, sind in den Probenprozess eingebunden und werden in die Entwicklungen einbezogen, wie Heiner erklärt. Schließlich besuchen die Schüler die Premiere. Dieses partizipative Vorgehen ist nicht nur für die Schüler gewinnbringend: Auch das Theater profitiert von dem gegenseitigen Austausch: „Zu einem relativ frühen Zeitpunkt erreichen wir damit das Zielpublikum“, sagt Heiner.

Das Mitgestalten und Voneinanderlernen steht auch im Zentrum des in der vergangenen Saison neu gegründeten Dramakomitees. Diesem gehören zehn Kinder und Jugendliche an, die regelmäßig Proben besuchen, sich mit dem Ensemble treffen und in „alle Bereiche reinschauen“, wie Heiner ausführt: „Die Erwachsenen haben die Expertise und wollen die Kinder und Jugendlichen fragen, was sie selbst wollen“, macht sie das Anliegen deutlich. Generell sei die Jugendbeteiligung in der Theaterarbeit ein recht junges Phänomen und „noch nicht so weit verbreitet“, fügt sie an.

Fünf Premieren stehen nun allein bis Dezember an: Abiturlektüre wie „Der Trafikant“ und „Corpus Delicti“ ist darunter zu finden, aber auch „Peter Pan“, „1001 Nacht“ und die Jubiläumsproduktion „Zehn“, die am Freitag zum Spielzeitauftakt Premiere feiert. Auf diese Kooperation des Jungen Staatstheaters mit dem Volkstheater unter Beteiligung von Kindern aus Karlsruhe, freut sich Heiner besonders, wie sie sagt. Aber auch auf die Ideen des Dramakomitees sei sie sehr gespannt.

Inklusiver Zugang zu drei Stücken

Die Jubiläumsspielzeit wird gefördert von der Baden-Württemberg-Stiftung. Sie war es auch, die einen inklusiven Zugang zu drei Stücken der Spielzeit ermöglichte: „1001 Nacht“ und „Der Trafikant“ erhalten eine Audio-Transkription, „Peter Pan“ wird in Gebärdensprache übersetzt.

Am Wochenende wird der zehnjährige Geburtstag gefeiert. Vom Festakt und der Premiere von „Zehn“ am Freitag wird es einen Livestream geben. Dieser und ein ausführliches Programm des Festwochenendes findet sich im Internet unter: www.staatstheater.karlsruhe.de


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