Eine Kampagne für die Baden-Badener Olympioniken

Baden-Baden (nie) – Mit Carl Dohmann und Nathaniel Seiler gehen gleich zwei Kurstädter in Tokio an den Start – im 50 Kilometer Gehen. Mit der Kampagne #MeinWeg des DOSB werden sie unterstützt.

Gemeinsam ein Ziel vor Augen: Tokio. Über Baden-Baden und Freiburg beziehungsweise Bühlertal geht es für Carl Dohmann (links) und Nathaniel Seiler zu Olympia. Foto: Nina Ernst

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Gemeinsam ein Ziel vor Augen: Tokio. Über Baden-Baden und Freiburg beziehungsweise Bühlertal geht es für Carl Dohmann (links) und Nathaniel Seiler zu Olympia. Foto: Nina Ernst

Der Applaus von heimischen Fans vor Ort im weit entfernten Tokio bleibt Carl Dohmann und Nathaniel Seiler leider verwehrt. Wenn die Olympischen Spiele dort voraussichtlich am 23. Juli beginnen, müssen auch die beiden 50-Kilometer-Geher nämlich ohne Zuschauer auskommen. Aber dennoch nicht ohne die Unterstützung von zu Hause.
Denn die Stadt Baden-Baden und die Gemeinde Bühlertal machen für Dohmann und Seiler mit bei der Kampagne #MeinWeg des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB): Baden-Baden als Stadt, in der die beiden Athleten aufgewachsen sind, ihre ersten Geher-Erfahrungen gesammelt haben und wo Carl Dohmann noch heute für den SCL Heel startet, Bühlertal als Sitz des Vereins, für den Nathaniel Seiler an den Start geht (TV Bühlertal). Neben Tokio (natürlich) findet sich auch Freiburg auf dem #MeinWeg-Plakat von Carl Dohmann – dort wohnt und trainiert der 31-Jährige seit einigen Jahren.

Historischer Moment für Baden-Baden

Unter freudiger Spannung sind gestern beim Pressetermin die ersten Probedrucke der eigens angefertigten Plakate aufgerollt worden. In Zukunft sollen die Porträts der beiden Geher im ganzen Stadtgebiet zu sehen sein: auf Litfaßsäulen, in städtischen Schaukästen und Dienstgebäuden, auf einem Bus der Verkehrsbetriebe, an Bushaltestellen. Zudem wird die olympische Fahne am Hindenburgplatz gehisst. Und auch in Bühlertal habe Bürgermeister Hans-Peter Braun zugesichert, die Kampagne zu begleiten und im Ortsbild zu präsentieren. Schließlich, so verriet Jürgen Brügel, Mentor von Seiler beim TV Bühlertal, habe Bühlertal zum ersten Mal in seiner Geschichte einen Olympiateilnehmer. „Wir sind riesig stolz auf Nathaniel“, machte Brügel deutlich, und Susanne Seebacher, Vorsitzende des TV, wünschte den beiden Gehern viel Erfolg: „Wir drücken alle Daumen.“

Im Gegensatz zu Bühlertal konnte Bernd Hefter, Vorsitzender des SCL Heel, schon auf eine weitere Baden-Badener Olympionikin verweisen: Lina Radke gewann 1928 Gold im 800-Meter-Lauf in Amsterdam. Hefter sprach gar von einem „historischen Moment“ mit Blick auf Tokio: Nach fast 100 Jahren starteten nun sogar im Doppelpack Athleten aus Baden-Baden, das zeige, dass man es mit konsequentem Training aus der Kurstadt heraus nach ganz oben schaffen könne. Hefter: „Die Leistung, 50 Kilometer zu gehen, ist unfassbar.“ Historisch auch deshalb, weil Dohmann und Seiler (25 Jahre) die ersten Olympioniken aus dem Leichtathletikkreis Rastatt/Baden-Baden/Bühl seien und die Disziplin des 50-Kilometer-Gehens nach diesen Spielen wohl aus dem Programm falle.

Auch Oberbürgermeisterin Margret Mergen zog den Hut vor den beiden erfolgreichen und sympathischen Sportlern, und in Bezug auf die Kampagne fügte sie an: „Damit wir ein bisschen Schub geben können, wenn wir schon nicht vor Ort applaudieren können.“

Höhentraining in Italien

Bevor der Flieger nach Japan startet, steht für Dohmann und Seiler noch ein Zwischenziel auf ihrem Weg aus, erzählten die beiden gestern: Am Freitag geht es gemeinsam los ins Trainingslager ins italienische Livigno. Und auch danach ist nicht exakt Tokio ihr Ziel, sondern das nördlich liegende Sapporo. Laut Dohmann findet aus klimatischen Gründen der Geh-Wettbewerb dort start. Und er weiß ganz genau, mit welchen Strapazen man bei Hitze zu kämpfen hat, schließlich erkämpfte er sich 2019 bei der WM einen herausragenden siebten Platz – im heißen „Backofen“ von Doha (Katar).

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Erstellt:
9. Juni 2021, 15:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 36sec

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