Einer der besten Zweitliga-Keeper: Marius Gersbeck

Karlsruhe (ket) – „Gersi ist extrem wichtig für die Mannschaft. Er ist ihr absoluter Rückhalt.“ Trainer Christian Eichner findet eindeutige Worte für seine erste Wahl im Tor.

Marius Gersbeck. Foto: Markus Gilliar/GES

© GES/Markus Gilliar

Marius Gersbeck. Foto: Markus Gilliar/GES

Selbst die Niederlage konnte den Überschwang des Trainers nicht bremsen. Der, den Christian Eichner da so ausführlichst lobte, hatte sich die Ehrerbietung ja auch redlichst verdient. „Gersi ist lautstark. Gersi ist impulsiv. Gersi strotzt vor Selbstvertrauen. Gersi hat ein unfassbares Eins-gegen-Eins, das ist eine seiner herausragenden Stärken“, reihte Eichner also Lob an Lob, um am Ende zu bündeln: „Gersi ist extrem wichtig für die Mannschaft. Er ist ihr absoluter Rückhalt.“

Dass Marius Gersbeck es gar nicht so sehr mag, wenn man ihn „Gersi“ nennt, sei dabei nur am Rande erwähnt. Verniedlichend, so hat er unlängst in einem Interview verraten, findet er den Spitznamen. Torhüter mögen es nicht, wenn sie verniedlicht werden, schon gar nicht dann, wenn sie nicht aussehen wie Kühlschränke. Gersbeck ist mit seinen 83 Kilo, verteilt auf 1,87 Meter Körpergröße, eher das Gegenteil. Verdammt gut ist er dennoch. Am Sonntag, im Spiel gegen Fortuna Düsseldorf, hat er das trotz der 1:2-Niederlage, der ersten nach vier Siegen in Serie, gleich mehrfach unter Beweis gestellt. Fortunen-Stürmer Kenan Karaman scheiterte gleich zwei Mal (45. und 59. Minute) mehr oder weniger allein vor Gersbeck, die Kollegen Shinta Appelkamp (66.) und Thomas Pledl (87.) je einmal.

Ende der Serie

Aus dem 1:2 hätte also leicht auch ein 1:3 oder gar 1:4 werden können, auch wenn Gersbeck selbst sich dieser Ansicht nicht anschließen wollte. Stattdessen fand er es „am Ende ärgerlich“, dass den Blau-Weißen nach dem Anschlusstreffer durch Philipp Hofmann per Elfmeter (72.) – Luka Krajnc (12.) und Kristoffer Peterson (57.) hatten die alles in allem überlegene Fortuna verdientermaßen in Führung geschossen – nicht noch der Ausgleich oder gar ein weiterer „Dreier“ gelungen war.

So blieb es bei vier Siegen in Folge für die Badener. Die Serie ist beendet. Nicht nur Gersbeck konnte das freilich verschmerzen. Nicht, dass er nicht noch gerne ein bisschen weiter gewonnen hätte, schon weil ihn die für Niederlagen unabdingbaren Gegentore viel zu sehr pfupfern. Andererseits sei aber auch klar gewesen, „dass wir irgendwann mal wieder ein Spiel verlieren“. Und überhaupt: Mit 16 Punkten nach den ersten elf Saisonpartien steht der KSC als Tabellenneunter mehr als passabel da.

Drittbester Zweitliga-Keeper

Dass Gersbeck daran maßgeblich Anteil hat, steht außer Frage. Woche für Woche liefert er mehr als solides Torhüter-Handwerk ab. Fehler sind Mangelware, einen echten Patzer hat er sich in dieser Saison noch gar nicht erlaubt. Lautstark dirigiert er seine Vorderleute, wenn’s darauf ankommt, gibt er auch mal den Libero. Zum modernen Torwartspiel gehört das – man denke da nur an Manuel Neuer – dazu. Auch seine Strafraumbeherrschung lässt nichts zu wünschen übrig – trotz seiner „nur“ 1,87 Meter Körpergröße. Drei Mal zu null ist Gersbeck in dieser Saison geblieben, lediglich vier Gegentore hat er in den zurückliegenden fünf Partien kassiert, 13 nach elf Spieltagen insgesamt. Laut „kicker“ ist Gersbeck aktuell der drittbeste Zweitliga-Keeper, nur Kiels Joannis Gelios und Aues Martin Männel wurden im Schnitt noch besser benotet.

Da ist es bestimmt nicht falsch, vom nächsten Schritt zu reden, den der 25-Jährige gerade macht. Bei der Hertha hat der gebürtige Berliner 2013 sein Profidebüt gegeben, mit 18. Später wurde er zum VfL Osnabrück ausgeliehen, bei dem er sich als Drittliga-Stammkeeper etablierte, im April 2018 aber auch einen Kreuzbandriss zuzog. Zur Saison 2019/20 wechselte er schließlich zum KSC – als Nummer zwei hinter Benjamin Uphoff. Bis Saisonende läuft sein Vertrag. An Uphoff kam Gersbeck nicht vorbei. An dessen Nachfolger, dem zu Saisonbeginn verpflichteten Österreicher Markus Kuster, indes schon. Mitte September legte sich KSC-Trainer Eichner für „Gersi“ als neue Nummer eins fest. Es war eine überraschende Entscheidung. Und eine verdammt gute.

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Erstellt:
14. Dezember 2020, 17:27 Uhr
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