Einigung über Kronospan-Areal erzielt

Bischweier (mak) – Eine Entwicklungsgesellschaft möchte das Areal des einstigen Spanplattenwerks von Kronospan in Bischweier erwerben und Flächen vermarkten. Eine Einigung über den Kauf ist erzielt.

Die Entwicklungsgesellschaft möchte das Kronospan-Areal und das alte Sägewerksgelände auf der gegenüberliegenden Straßenseite erwerben und Flächen vermieten oder verkaufen. Foto: Willi Walter

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Die Entwicklungsgesellschaft möchte das Kronospan-Areal und das alte Sägewerksgelände auf der gegenüberliegenden Straßenseite erwerben und Flächen vermieten oder verkaufen. Foto: Willi Walter

Der Kronospan-Konzern hat sich mit einer Entwicklungsgesellschaft über den Verkauf des gesamten Spanplattenwerk-Areals geeinigt, ein Abschluss ist jedoch noch nicht erfolgt, betont Bürgermeister Robert Wein auf BT-Anfrage. In der Vorlage für die gemeinsame Sitzung der Gemeinderäte von Bischweier und Kuppenheim am nächsten Montag, die im Kuppenheimer Ratsinformationssystem öffentlich zu lesen ist, steht, dass die Fläche bereits verkauft sei. Anlass für die gemeinsame Sitzung der Gremien ist die anstehende Fortschreibung des Regionalplans, in dem es unter anderem um die Ausweisung von Wohn- und Gewerbegebieten geht. Die betreffende Vorlage sei eigentlich für nichtöffentliche Zwecke geschrieben worden, verteidigt Wein die falsche Formulierung. Nähere Angaben über die Entwicklungsgesellschaft macht der Schultes nicht – nur, dass diese auf die Entwicklung von Brachflächen spezialisiert sei. „Die Gesellschaft hat ein Grundkonzept vorgelegt, das auch teilweise in den Aufstellungsbeschluss für einen neuen Bebauungsplan eingeflossen ist“, verdeutlicht der Rathauschef. Er habe in den vergangenen Monaten intensive Gespräche mit der Gesellschaft geführt. Diese plane, Flächen zu verkaufen und zu vermieten, wobei zwischenzeitlich „ein großer Interessent“ gefunden worden sei. „Alle Gebäude, die momentan noch auf dem Gelände stehen, sollen abgerissen werden. Ziel ist eine Inbetriebnahme im Jahr 2023.“ Die hierfür erforderlichen Planungen werde man in diesem Jahr fortführen. Die Einigung zwischen Entwicklungsgesellschaft und Kronospan sei schon vor Längerem erzielt worden; der Interessent habe jedoch mehrere Monate lang mit dem Konzern über Sicherheiten, inklusive der Option einer Ausstiegsmöglichkeit, verhandelt.

Bebauungsplan wird maßgeschneidert

Was das ganze Prozedere nicht einfacher macht, ist der Umstand, dass Bischweier „keinen angebotsorientierten Bebauungsplan“ aufstellen möchte, wie Wein es formuliert: „Wir wollen möglichst konkret wissen, was die Entwicklungsgesellschaft vorhat und nicht die Katze im Sack kaufen. Eine nachhaltige und wohngebietsverträgliche Nutzung hat oberste Priorität. Dies alles beinhaltet natürlich auch das Risiko, dass ein Investor sagt, mir ist das zu kompliziert, und aussteigt.“ Der Landkreis Rastatt sei aber ein „Top-Wirtschaftsstandort“, was nicht zuletzt auch auf das Kronospan-Areal zutreffe.Im vergangenen Jahr sei dreimal mit Kronospan abgesprochen gewesen, dass sich die Entwicklungsgesellschaft öffentlich im Gemeinderat vorstellt, was dann jedes Mal kurzfristig von Kronospan abgesagt worden war, blickt Wein zurück. Nun werde sich diese zunächst nichtöffentlich im Gemeinderat präsentieren. Im Hinblick auf die Entwicklung des Bebauungsplans und des Nutzungskonzepts sei man „gut unterwegs“, so Wein: „Das wird eine gute Sache für die ganze Region.“

Interkommunales Gewerbegebiet

Und auch das Thema interkommunales Gewerbegebiet ist noch nicht vom Tisch. Im Januar vergangenen Jahres hatten neben Wein auch die Bürgermeister von Kuppenheim und Gaggenau ihr Interesse an einem solchen Vorhaben bekundet. „Wir haben gemeinsam einen Erwerbsgedanken gegenüber Kronospan formuliert“, erläutert der Schultes. Es gehe schließlich darum, die gewerbliche Entwicklung der nächsten 20 Jahre zu sichern. Auch diesbezüglich sei er im Gespräch mit der Entwicklungsgesellschaft, sagt Wein im BT-Gespräch. „Das Thema interkommunales Gewerbegebiet ist wichtig, steht aber momentan nicht im Vordergrund“, so Wein, der in diesem Zusammenhang die gute Zusammenarbeit mit seinen Bürgermeisterkollegen hervorhebt. Ob die drei Kommunen auch Flächen erwerben werden, lässt er noch offen.

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Erstellt:
14. Juli 2021, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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