Einsatzkräfte gewinnen „Wasserschlacht“

Elchesheim-Illingen (as) – Der Schaden an der Schachtabdeckung im Hochwasserdamm bei Illingen ist behoben, die Helfer konnten Sonntagabend abrücken. Entspannung auch beim Hochwasser: Der Pegel sinkt.

Mit Hilfe von mehreren Baggern wurden am Sonntag an der Damm-Baustelle in Illingen Behelfsdämme gebaut, um den defekten Schachtdeckel reparieren zu können. Foto: Manuel Haubrich/Feuerwehr Elchesheim-Illingen

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Mit Hilfe von mehreren Baggern wurden am Sonntag an der Damm-Baustelle in Illingen Behelfsdämme gebaut, um den defekten Schachtdeckel reparieren zu können. Foto: Manuel Haubrich/Feuerwehr Elchesheim-Illingen

Müde, aber froh war am Montagvormittag Feuerwehrkommandant Marco Schöpfle über den am Vorabend doch noch erfolgreichen Kampf gegen das Wasser in Elchesheim-Illingen – und nach dem Dauereinsatz am Wochenende schon wieder an der Damm-Baustelle unterwegs.
„Wir haben’s im Griff“, klingt der Kommandant am Telefon erleichtert. Die Schachtabdeckung einer Leitung im Rheindamm, die nach der ersten Reparatur durch das Hochwasser wieder hochgedrückt worden war, wurde mit mehreren Tonnen Kies beschwert und hielt schließlich dem Wasserdruck stand. Als der Schieber am Rhein erneut geöffnet wurde, um das Wasser aus dem Schöpfwerk Illingen einzuleiten, das bei Hochwasser vor einem Rückstau in den Ort schützt, funktionierte alles. „Gegen 20 Uhr konnten wir mit dem Abbau der Gerätschaften beginnen, um 24 Uhr war alles erledigt“, so der Feuerwehrkommandant.

Leitung wird bei Dammarbeiten erneuert

Eine dauerhafte Lösung sei das allerdings nicht, erklärte er. Im Zuge der derzeit laufenden Dammertüchtigung sollte die betreffende Leitung sowieso erneuert werden. „Die schadhafte Stelle wird dann stillgelegt“, so Schöpfle. Insofern sei es – ähnlich wie bei der defekten Pumpe am Schöpfwerk, die die Feuerwehr am Freitag auf Trab gehalten hatte – Pech gewesen, dass das Hochwasser kam, bevor die Reparatur erfolgte. „Aber wir hatten auch Glück“, sagt Schöpfle, denn die Baufirma hatte Material und Maschinen in Illingen und war in Alarmbereitschaft. So sei die Kolonne innerhalb einer Stunde vor Ort gewesen, um die Feuerwehr zu unterstützen.

Regelmäßig informierte die Feuerwehr auf ihrer Homepage und in den sozialen Netzwerken über den Einsatz. „Das kam sehr gut an“, berichtet Schöpfle, „denn viele Elchesheim-Illinger hatten gerade angesichts der Bilder von der Flutkatastrophe Ängste, wenn da plötzlich nachts mit schweren Maschinen am Damm gearbeitet wird“.

Dankbar für große Hilfsbereitschaft

Dankbar ist die Feuerwehr nicht nur für die Unterstützung der hinzugerufenen Kollegen von anderen Wehren, THW und DRK, sondern auch über die Unterstützung vieler Bürger, die Verpflegung brachten oder sich einfach bedankten. Eine örtliche Firma will den Einsatzkräften zudem ein Essen sponsern, der Getränkelieferant die am Wochenende benötigten Getränke finanzieren. „Das motiviert sehr“, so Schöpfle. Er hofft zudem, dass sich der eine oder die andere nun eventuell auch für einen Dienst bei der Feuerwehr motivieren lässt, denn immer noch fehlen in Elchesheim-Illingen acht Feuerwehrleute, um die erforderliche Soll-Stärke zu gewährleisten.

Dammkontrollen im Drei-Stunden-Takt

Etwa 15 Mitarbeiter der Baufirma, rund 50 Einsatzkräfte von THW, Feuerwehren und DRK waren in Elchesheim-Illingen im Einsatz, zudem Bürgermeister Rolf Spiegelhalder und seine Stellvertreter, Planer und Ingenieure der Dammbaumaßnahme.

Unterdessen ist der Hochwassereinsatz für die Feuerwehr Elchesheim-Illingen noch nicht beendet. Weiterhin seien Dammkontrollen im Drei-Stunden-Takt erforderlich, sagt der Kommandant. Der Pegel würde zwar fallen, aber bevor in Maxau nicht 7,50 Meter erreicht seien, müsse regelmäßig kontrolliert werden – voraussichtlich bis Mittwoch, bezieht er sich auf Vorhersagen.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Anja Groß

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Erstellt:
20. Juli 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 27sec

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