Einschulung mit Corona-Vorzeichen

Rastatt (as) – Um die Einschulung wurde in der Vergangenheit ein immer größerer Hype gemacht. Dieses Jahr ist coronabedingt vieles anders, wie das Beispiel der Hans-Thoma-Schule Rastatt zeigt.

Nur einen „kleinen Bahnhof“ gibt es dieses Jahr coronabedingt für die Erstklässler. Foto: Jörg Carstensen/dpa

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Nur einen „kleinen Bahnhof“ gibt es dieses Jahr coronabedingt für die Erstklässler. Foto: Jörg Carstensen/dpa

Die Einschulung läutet für Kinder einen neuen Lebensabschnitt ein – in den vergangenen Jahren wurde es dabei an vielen Schulen zunehmend eng, weil die ganze Familie inklusive Paten den „großen Tag“ miterleben wollte. Dieses Jahr ist coronabedingt Abstand angesagt und es dürfen nur zwei Gäste pro Kind mitkommen. Trotzdem soll es „ein besonderer Tag für die Erstklässler werden“, betont Elisabeth Ströhler, Rektorin der Hans-Thoma-Schule Rastatt. Da war an den Grundschulen Kreativität gefragt.

52 Kinder werden in Wintersdorf, wo die Schule wegen des Neubaus in Rastatt derzeit residiert, am Freitag eingeschult. Dazu kommen 19 Kinder, die in der Grundschulförderklasse noch ein Jahr auf den regulären Schulbesuch vorbereitet werden.

Ströhler ist froh, dass schönes Wetter vorhergesagt ist und die Feier im Freien stattfinden kann. Das erleichtert es, die Abstandsregel einzuhalten. Eingeschult wird dennoch klassenweise in drei Etappen – um 9, 10 und 11 Uhr. Dabei darf jedes Kind nur zwei Gäste mitbringen.

Von allen werden die Kontaktdaten einbehalten, es gibt keine Bestuhlung, „weil wir sonst jedes Mal alles desinfizieren müssten“. Dennoch soll ein feierlicher Rahmen geboten werden. Die Zweitklässler haben Steine bemalt mit den Namen der Einschulungskinder. Diese werden ausgelegt, so dass jede Familie ihren Platz findet – und der Abstand ganz ohne großes Aufhebens eingehalten werden kann.

Das Programm, das wie üblich die Zweitklässler vorbereitet haben, ist auf 15 Minuten beschränkt.

Anschließend gibt es die übliche erste Unterrichtsstunde in den Klassenzimmern. Während der Wartezeit werden den Eltern, die sonst immer von den Angehörigen der Zweitklässler bewirtet wurden, Pläne des Neubaus gezeigt. „Die Eltern dürfen dann für ihre Kinder Wünsche äußern“, erläutert Ströhler. Anschließend besteht die Möglichkeit, fürs Familienalbum Fotos mit der Klassenlehrerin zu machen.

Die Rastatter Pfarreien hätten sich gegen Einschulungsgottesdienste entschieden, berichtet Ströhler weiter. Stattdessen gibt es am Samstag um 10 Uhr zentral in der Stadtkirche St. Alexander eine Kindersegnung für alle, die das möchten.

Auch die Rheinwaldschule Elchesheim-Illingen splittet ihre Einschulungsfeier am Samstag in der Turnhalle zeitlich in zwei Termine für die beiden Klassen, wie die Schule in einer Mitteilung informiert. Hier dürfen nur Eltern und Geschwisterkinder der Einschulungsfeier beiwohnen. Erwachsene und Geschwister, die älter als zehn Jahre sind, sollen dabei einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Diese Vorgabe umgeht die Hans-Thoma-Schule mit der Freiluft-Feier. Doch ansonsten bittet sie darum, dass die Kinder auf den Verkehrsflächen Maske tragen – auch wenn an Grundschulen keine Maskenpflicht besteht. Das sei akzeptiert und klappe gut, berichtet die Rektorin – vielleicht auch, weil die Kinder mit dem Pendelbus aus Rastatt nach Wintersdorf fahren, in dem ohnehin Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss. Dass aus Angst vor einer möglichen Ansteckungsgefahr mehr Elterntaxis unterwegs sind, hat sie bisher nicht beobachtet.

Schon eingeübt sei auch das regelmäßige Händewaschen: bei Schulbeginn, vor und nach der großen Pause, vor und nach dem Sport und beim Klassenwechsel. Mindestens alle 45 Minuten wird gelüftet – wobei Ströhler sich fragt, wie das bei den kälteren Temperaturen im Winter werden soll. Der Pausenhof wurde in Reviere aufgeteilt, die große Pause auf 30 Minuten ausgedehnt: 15 Minuten fürs Frühstück im Klassenzimmer, 15 Minuten Hofpause, wobei die insgesamt rund 230 Schüler sich dabei hälftig abwechseln. Die Lehrkräfte achten darauf, dass Begegnungen vermieden werden.

Den für Erstklässler üblichen Elternabend verlegt die Schule in die Turnhalle beziehungsweise in den großen Flur. Es darf nur ein Elternteil pro Kind kommen.

Klare Anweisungen vom Landesgesundheitsamt gebe es auch für die gefürchtete Erkältungszeit, erläutert Ströhler: Hohes Fieber, trockener Husten, Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn sowie Corona-Kontakt sind Gründe, die Kinder zu Hause zu behalten. „Einfach nur ein Schnupfen gehört nicht dazu“, sagt sie. Um im Zweifelsfall Fieber messen und die Lage schnell einschätzen zu können, hat die Schule jedoch ein Stirnthermometer angeschafft.

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Erstellt:
15. September 2020, 18:15 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 57sec

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