Einzelhandel in Bühl berappelt sich langsam wieder

Bühl (urs) – Die Geschäftsinhaber in Bühl freuen sich über regen Besuch. Positiv ist auch, dass die Maskenpflicht in der Zwetschgenstadt weitgehend akzeptiert wird.

In der Buchhandlung „Osiander“ ziehen die Geschäfte wieder an.  Foto: Ursula Klöpfer

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In der Buchhandlung „Osiander“ ziehen die Geschäfte wieder an. Foto: Ursula Klöpfer

Der Bühler Einzelhandel kommt langsam wieder in Schwung. Das Zwetschgenstädtchen zeigt sich voller Leben – die Cafés sind gut besucht, es herrscht reges Treiben auf den Straßen und ein Großteil der Geschäfte ist voller Käufer. Auch die Umsätze scheinen wieder in die Höhe zu klettern. Das ergab eine Umfrage bei diversen Einzelhändlern in der Innenstadt.
Doch natürlich dürfen auch diese Zahlen nicht an „normalen“ Maßstäben gemessen werden, nach wie vor hinkt der Verkauf insgesamt den Umsätzen der Vorjahre ohne Pandemie hinterher. Trotzdem: Es scheint ein Hauch Normalität in den Bühler Shopping-Alltag zurückgekehrt zu sein. Auch die Maskenpflicht wird vom Großteil der Bevölkerung gut angenommen. Sie wird zwar als eine unangenehme Maßnahme empfunden, aber als eine notwendige. Schwarze Schafe, die partout aus der Reihe tanzen wollen, gibt es natürlich auch hier. Aber nur wenige.

Bühler Modegeschäfte hatten es vergangene Woche allerdings schwer. Bei extremen Temperaturen, immer über 35 Grad Celsius, wollte sich kein Kunde in eine enge Hose oder in ein anderes Kleidungsstück zwängen.

„Die Kunden waren in ihrer Kaufbereitschaft schon sehr verhalten. Die Hitze und dann noch die Maskenpflicht dazu...“, zählt Carmen Himmel, Inhaberin der Modeboutique „More & More“ die Gründe auf. Auch insgesamt könnte der Verkauf nicht an die vergangenen Jahre anknüpfen. „Es ist zwar im Juli und August etwas besser geworden“, zieht sie Bilanz, „aber es gäbe noch viel Luft nach oben.“

Viele Atteste zur Befreiung der Maskenpflicht

Wer beim Betreten der Modeboutique in der Bühler Hauptstraße keine Maske trägt, wird sofort auf das Fehlen dieser hingewiesen. Zu Hause vergessen? Bei Carmen Himmel zählt diese Ausrede nicht. Direkt vor Ort kann das „Accessoire“ sofort farblich passend zum jeweiligen Kleidungsstück und Modetrend bei ihr käuflich erworben werden. Aufgefallen ist ihr die Tatsache, dass es doch relativ viele Menschen gibt, die derzeit ein Attest zur Befreiung von der Maskenpflicht vorweisen können.

Auch in der der Manufaktur „Schwarzwaldsoul“ gibt es wieder mehr zu tun.   Foto: Ursula Klöpfer

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Auch in der der Manufaktur „Schwarzwaldsoul“ gibt es wieder mehr zu tun. Foto: Ursula Klöpfer

Dieser Umstand ist auch der Filialleiterin Claudia Konzack von der Buchhandlung „Osiander“ nicht verborgen geblieben. Nicht wenige Menschen würden das Geschäft ohne Mundschutz betreten. „Ich weise dann die Kunden sofort auf das Fehlen der Maske hin“, sagt sie. „Doch es gibt einige, die dann ein Attest vorweisen und von der Maskenpflicht befreit sind.“ Der Großteil der Kunden, habe aber tatsächlich einfach vergessen, die Maske aufzusetzen.

Trotz der widrigen Umstände aufgrund von Corona läuft es derzeit in der Osianderschen Buchhandlung „ziemlich gut“, sagt Claudia Konzack. „Wir können uns nicht beschweren.“ Kurzarbeit bei „Osiander“ ist aktuell noch angesagt, aber „wir sind auf dem besten Weg rauszugehen“.

Seit Sommerferienbeginn „verirren“ sich auch immer mehr Touristen in den großräumigen Buchladen in der Hauptstraße. „Sie kommen aus der Schweiz, aus Frankreich und den Niederlanden“, zählt Konzack auf. „Und aus ganz Deutschland – von der Küste bis in den Süden.“

Kundschaft aus dem Elsass, aus Portugal und Brasilien hat der Weinladen „Bom Dia – Wein & Genuss“ vor allem am Wochenende vorzuweisen. Die Geschäftsinhaber Patrick Lang und Daniel Schütterle haben erst im März dieses Jahres eröffnet und sind daher fast gleichzeitig mit Geschäftseröffnung in die Corona-Krise geschlittert. „Wir kennen ein Geschäftsleben ohne Corona gar nicht“, schmunzelt Patrick Lang dennoch gut gelaunt. Die Geschäfte laufen gut.

Am Wochenende brumme der Laden sogar. Vor allem die Weinproben, die die beiden Inhaber anbieten, sind gefragt und bis Anfang Oktober ausgebucht. Die Kommentare auf Facebook sind voll des Lobes über die beiden sympathischen jungen Männer, denen ihr Job einfach sehr viel Spaß zu machen scheint.

„Leute sind nach wie vor vorsichtig“

Patrick Lang von „Bom Dia – Wein & Genuss“ kennt einen Geschäftsalltag nur unter Corona-Bedingungen: Erst im März hat er eröffnet.  Foto: Ursula Klöpfer

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Patrick Lang von „Bom Dia – Wein & Genuss“ kennt einen Geschäftsalltag nur unter Corona-Bedingungen: Erst im März hat er eröffnet. Foto: Ursula Klöpfer

Die kleine, feine Manufaktur „Schwarzwaldsoul“ mit gemütlichem Café-Betrieb in der Schwanenstraße ist ein Spiegel ihrer Inhaberin Yvonne Meyer. Hier sitzen am Wochenanfang die Besucher im malerischen Sonnengässchen unter weißen Sonnenschirmen und genießen die Zeit. „Wir haben festgestellt, dass die Leute wieder rausgehen wollen. Sie möchten Freunde treffen, zusammen sitzen, Kaffee trinken und vielleicht ein Stückchen Kuchen genießen“, haben Yvonne Meyer und ihr Team festgestellt.

Auch hier hat die Pandemie natürlich ihre Spuren hinterlassen. Kurzarbeit? „Oh, ja, das hatten wir“, sagt die Inhaberin. Mittlerweile habe sich alles jedoch wieder ein wenig eingespielt – im Rahmen der Pandemie eben. „Die Leute sind nach wie vor sehr vorsichtig. Gerade jetzt, da die Corona-Zahlen wieder steigen.“

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Erstellt:
20. August 2020, 07:30 Uhr
Lesedauer:
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