Elchesheim-Illingen: Alte Schule soll weg

Elchesheim-Illingen (HH) – Für das Projekt müssen die „Alte Schule“ Elchesheim und ein Vereinsheim weichen: Dreigeschossige Häuser sind neben der „Alten Kirche“ geplant.

Auf dem Areal der früheren Elchesheimer Schule wird aufgeräumt. Die Gemeinde will Platz für zwei große Wohnhäuser mit Tiefgarage schaffen. Foto: Helmut Heck

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Auf dem Areal der früheren Elchesheimer Schule wird aufgeräumt. Die Gemeinde will Platz für zwei große Wohnhäuser mit Tiefgarage schaffen. Foto: Helmut Heck

Nächstes Jahr im April soll das alte Elchesheimer Schulhaus abgerissen werden, das daneben befindliche ehemalige Vereinsheim des Handharmonikaclubs gleich mit. Entstehen sollen zwei dreigeschossige Wohnhausriegel, einer davon an der Stelle, an der momentan noch die Schule steht, der andere parallel zur Schulstraße. Das ergab eine Videokonferenz der Gemeinde am Mittwoch.
Angekündigt wurde auch, dass der Gemeinderat am 21. Juni den entsprechenden Beschluss fassen soll. Diesen Termin zog Bürgermeister Rolf Spiegelhalder gestern zurück. Aus organisatorischen Gründen könne die Beratung im Gemeinderat erst nach den Sommerferien erfolgen.

Von der Kommune war öffentlich bisher immer nur mitgeteilt worden, dass man die Liegenschaft verkaufen wolle. Nun stellte sich heraus, dass es mit der Baugenossenschaft Gartenstadt (BG) aus Rastatt schon einen Käufer und Bauträger gibt, dass man mit dem Unternehmen bereits seit 2019 an der Sache arbeitet und die Entwurfsplanung weitgehend fertig ist. Bis Sommer 2023 will man die Häuser fertiggestellt haben. Es sollen 16 Wohnungen unterschiedlicher Größe entstehen. Pro Wohnung wurde ein Stellplatzschlüssel von 1,5 vereinbart, was 24 Stellplätze ergibt, die in einer Tiefgarage bereitgestellt werden sollen.

Vorgestellt wurden diese Absichten in der Videokonferenz von Bürgermeister Rolf Spiegelhalder, dem Gartenstadt-Vorstand Oliver Krause und dem Architekten. An der virtuellen Versammlung nahmen außerdem Hauptamtsleiter Patrick Strauß, Gemeinderatsmitglieder und rund 20 interessierte Einwohner teil.

Hohe Nachfrage nach Wohnraum

In den Erläuterungen zum Bauvorhaben, wurde betont, dass die Planung „in Abstimmung mit der Gemeinde“ erfolgt sei. Begründet wurde das Projekt mit hoher Nachfrage nach Wohnraum. 60 Prozent der Wohnungen sollen verkauft werden, die übrigen will die BG vermieten. Die Frage, ob auch mit anderen Investoren gesprochen worden sei, wurde von Spiegelhalder verneint. Der Kontakt zur Gemeinde sei von der BG ausgegangen. Der mit ihr besprochene Verkaufspreis für das Gelände sei für die Kommune „sehr zufriedenstellend“, gab Spiegelhalder gegenüber dem BT zu verstehen.

Ferner war zu erfahren, dass den Abbruch der Altgebäude die Gemeinde übernimmt, die dafür mit erheblichen Zuschüssen vom Land rechnen könne. Als „Ziel der Planungen“ wurde in der Präsentation „umgebungsverträgliche Innenverdichtung und Schaffung von leistbarem Wohnraum“ genannt. Die Architektur würde sich „harmonisch ins vorhandene Ortsbild einfügen“. Es seien „großzügige und naturnah gestaltete Grünflächen“ zu erwarten. Aus den Entwürfen war erkennbar, dass nach der Bebauung des 2.100 Quadratmeter großen Schul- und Vereinsheimsareal deutlich weniger Freifläche übrig bleiben könnte als derzeit vorhanden.

20 öffentliche Parkplätze geplant

Die direkte Nachbarschaft zum Bürgerhaus „Alte Kirche Elchesheim“, das in normalen Zeiten durch regen Probebetrieb der kulturellen Vereine, viele öffentliche Veranstaltungen und Privatfeiern stark frequentiert ist, macht Gemeinde und BG offenbar wenig Kummer. Probleme mit Anwohnern ließen sich nie ausschließen, räumte Spiegelhalder gegenüber dem BT ein.

Für Nutzer und Besucher des Bürgerhauses sollen 20 öffentliche Parkplätze entlang der Schul- und der Pfarrstraße geschaffen werden. Das wären ungefähr so viele wie derzeit existieren. Bezüglich der Parkplatzthematik wies Spiegelhalder darauf hin, dass es in der Umgebung viele weitere öffentliche Parkmöglichkeiten gebe. Damit waren Stellplätze beim Friedhof oder beim Rathaus gemeint, bestätigte der Bürgermeister auf BT-Nachfrage. Ein vorhabenbezogener Bebauungsplan, mit dem sich mehr private Stellplätze durchsetzen ließen, war nach Aussage Spiegelhalders keine Option, das hätte die BG 20.000 Euro gekostet.

Parkplatznöte sah man im Gemeinderat auch kommen, als im Mai einer Bauvoranfrage für das Anwesen der Gaststätte „Rose“ zugestimmt wurde. Auf dem Grundstück, das direkt ans Schulgelände angrenzt, will ein Investor zwei Häuser mit zwölf Wohnungen bauen und zwölf Stellplätze ausweisen. Die Gemeinde verlangt 18 Parkplätze (wir berichteten). Mit beiden Projekten entstünden demnach 28 Wohnungen dicht beieinander.

Die Videokonferenz zum Vorhaben war auf eine Stunde begrenzt. Spiegelhalder äußerte sich über ihren Verlauf zufrieden. Widerstand zeichnete sich nicht ab.

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