Elchesheim-Illingen: „Brechstange“ erzürnt Eltern

Elchesheim-Illingen (ema) – Die katholische Kirche krempelt das Kinderhaus Elchesheim-Illingen kurzfristig um und löst damit Unmut bei den Eltern aus.

Die katholische Kirche richtet das Kinderhaus in Elchesheim-Illingen neu aus. Eltern fühlen sich überrumpelt. Foto: Frank Vetter

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Die katholische Kirche richtet das Kinderhaus in Elchesheim-Illingen neu aus. Eltern fühlen sich überrumpelt. Foto: Frank Vetter

Ausgerechnet kurz vor Weihnachten und nach einem kräftezehrenden Corona-Jahr: Wegen einer sehr kurzfristig angekündigten Umstrukturierung gehen Eltern des katholischen Kinderhauses Elchesheim-Illingen jetzt auf die Barrikaden. Die katholische Verrechnungsstelle Durmersheim verteidigt das Vorgehen im Zeichen der Pandemie und will am Fahrplan festhalten.
Von einer „katastrophalen“ Art und Weise der Kommunikation sprechen Eltern; „tief erschüttert“ sei man angesichts der Vorgehensweise, mit der Kita-Team und Elternschaft vor vollendete Tatsachen gestellt worden seien.

Was ist passiert? Die Verrechnungsstelle hat vor wenigen Tagen in einem Schreiben an die Eltern darüber informiert, dass der Betrieb im Kinderhaus mit Beginn des neuen Jahres umgekrempelt wird. Gegenüber dem BT rechtfertigte Verwaltungschef Franz Zuber den Schritt vor allem mit der Corona-Pandemie. Man wolle die Organisation so zuschneiden, dass das Infektionsrisiko in der Einrichtung mit ihren 150 Plätzen minimiert werde. So wolle man Erzieherinnen so den Gruppen zuordnen, dass gefährdende Kontakte reduziert werden. Die Gruppenformen sollen mit der jeweiligen Öffnungszeit und dem Raum in Einklang gebracht werden. Damit könne man Personalengpässe besser überbrücken. Mit sogenannten Tandem-Gruppen will man Randzeiten in der Betreuung gruppenübergreifend abdecken. Mit der Umstrukturierung einher geht ein Ausbau des Angebots bei Plätzen mit verlängerter Öffnungszeit – ein Wunsch, den Eltern selbst geäußert hätten, so Zuber. Allerdings kritisieren Erziehungsberechtigte, dass aufeinander eingespielte Strukturen und pädagogische Konzepte nun zerrissen würden.

Dass gerade die Öffnungszeiten erweitert werden, begrüßt die Elternbeiratsvorsitzende Cleo Hauser durchaus. Allerdings versteht sie den Unmut der Eltern und rügt die Verwaltung, die „mit der Brechstange“ vorgehe und die Betroffenen „überrumpelt“ habe. Der Elternbeirat selbst habe bei der Anhörung „gekämpft“ – letztlich vergeblich. Obendrein sei dem Elternbeirat ein „Maulkorb“ verpasst worden. Dass das Gremium zur Verschwiegenheit verpflichtet worden sei, weist Verwaltungsleiter Zuber allerdings zurück.

Umstrukturierung an Betriebserlaubnis geknüpft

Er äußert Verständnis für die Verärgerung, verweist aber darauf, dass durch die Umstrukturierung nur 23 Kinder betroffen seien. Neun Familien hätten sich beschwert; denen wolle man die Hintergründe noch mal erläutern.

Der Bitte des Elternbeirats, die Neuausrichtung gemeinsam „in aller Ruhe“ zu entwickeln und erst zum neuen Kindergartenjahr umzusetzen, will Zuber nicht entsprechen. Die Umstrukturierung sei mit einer neuen Betriebserlaubnis verknüpft; da sei man an einen Stichtag gebunden, erklärt der Verwaltungsleiter.

Zuber zufolge hat die Verrechnungsstelle alle 28 Kindertagesstätten in ihrem Zuständigkeitsbereich unter dem Aspekt der Pandemie-Bedingungen unter die Lupe genommen. In Einzelfällen habe man Veränderungen vorgenommen. Allerdings sei nirgendwo ein solcher Sturm der Entrüstung aufgekommen wie in Elchesheim-Illingen.


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