Elternbeiträge für Bühlertäler bleiben konstant

Bühlertal (fvo) – Der Gemeinderat Bühlertal hat beschlossen, dass die Beiträge für die Randzeiten- und Hausaufgabenbetreuung im Ort nicht erhöht werden.

Trotz Defizit im abgelaufenen Jahr erhöht Bühlertal die Elternbeiträge nicht. 66 Schüler nahmen zuletzt das Betreuungsangebot wahr. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

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Trotz Defizit im abgelaufenen Jahr erhöht Bühlertal die Elternbeiträge nicht. 66 Schüler nahmen zuletzt das Betreuungsangebot wahr. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Schlechte Nachricht für den Kämmerer, gute Nachricht für die Eltern: Die Beiträge für die Randzeiten- und Hausaufgabenbetreuung in Bühlertal werden nicht erhöht, und das trotz eines Defizits, das man im jüngsten Schuljahr eingefahren hat. Das Angebot soll für beide Schulen vorgehalten werden, so die einstimmige Entscheidung.

Nach aktuellem Sachstand, den Ulla Meier, stellvertretende Hauptamtsleiterin, am Dienstag im Gemeinderat zur Kenntnisnahme vorlegte, entsteht der Gemeinde hochgerechnet ein Defizit in Höhe von 25.022 Euro. Im Vorjahr lag man bei 29.000 Euro, 2018 bei 11.410 Euro. Grund des Defizits sind maßgeblich die fehlenden Elternbeiträge, die von Januar bis Juni aufgrund der Schulschließung nicht eingezogen wurden. Insgesamt fehlen hier 17.460 Euro. Vom Land wurden lediglich 7.346 Euro an Erstattung beigesteuert. Somit bleiben 10.113 Euro bei der Gemeinde hängen.

„Verlässlichkeit in schwierigen Zeiten“

Überhaupt stellte der Umgang mit der Pandemie schon eine Herausforderung dar. „Für die Kinder in der Notbetreuung konnten wir die Betreuungsangebote lückenlos von 7.15 bis 16 Uhr aufrecht erhalten“, so Meier. Wobei die Gruppen coronabedingt zwischendurch geteilt wurden, was zwei Betreuungskräfte erforderlich machte. Somit habe man doch „eine gewisse Verlässlichkeit“ gehabt. Was anders formuliert bedeutet, dass in Bühlertal der prinzipielle Bedarf bis dato gedeckt werden konnte.

Insgesamt nahmen 2020/21 66 Kinder (Schofer-Schuler 36, Franziska-Höll-Schule 30) die Randzeiten- und Hausaufgabenbetreuung in Anspruch, gestaffelt von 13 bis 16 Uhr. Im Einzelnen sind in der Betreuung bis 13 Uhr 22 Kinder (50 Euro/Zweitkind 45 Euro) bis 14.30 Uhr 19 Kinder (75/70 Euro) und bis 16 Uhr 25 Kinder (105/100 Euro). Sogenannte Sharing-Plätze (Betreuung für ein bis zwei Tage die Woche) werden von zwölf Kindern in Anspruch genommen.

Auch der Essensausgabe, bei der ein engagiertes ehrenamtlicher Helferteam tätig ist plus eine Gemeindekraft zur Koordination (Kostenpunkt 3.300 Euro) macht die Pandemie zu schaffen. Ab September wird man auf zwei hauptamtliche Beschäftigte zurückgreifen müssen, so Meier, da nur noch ein kleiner Kreis Ehrenamtlicher zu reduziertem Umfang aufhilft. Meier: „Wir hoffen, dass sich das jetzt so einspielt.“

Betreuungsangebot in Herbstferien

Beim Mittagstisch (4,50 Euro) gab es letztmals vor Weihnachten ein Essen. Es wird von Firma Optiserv geliefert. Dabei nahmen in der Schofer-Schule 16 Schüler wöchentlich 70 Essen ein, in der Franziska-Höll-Schule sind es neun Schüler (45 Essen). Für den laufenden Betrieb (Spuckschutz, Reinigungsmittel) sind 1.500 Euro angefallen. In Sachen Ferienbetreuung gab es 20/21 keinen Bedarf von Elternseite. Für die jetzigen Herbstferien besteht wieder ein Angebot.

Grund genug jedenfalls für Bürgermeister Braun, ein „großes Lob“ an Ulla Meier zu verteilen für die Kompetenz, „immer wieder frühzeitig die Dinge zu regeln, um den Erfordernissen nachzukommen“, was sicher nicht einfach sei. „Wir haben Verlässlichkeit in schwierigen Zeiten“, fasste Stefan Ursprung (FBV) die Gemeinderatssicht zusammen. Die Leidtragenden der Pandemie seien hauptsächlich die Eltern, von daher sollten die Beiträge konstant bleiben. Auch für Volker Blum (CDU) ist es „der richtige Weg, dass man den Eltern entgegenkommt, auch wenn der Anteil an der Gemeinde hängen bleibt“. Er sprach von einem „Erfolgsmodell“, das man in kleinen Schritten begonnen habe und jetzt auf bestmögliche Art umfassende Betreuung biete. Peter Ganter (SPD) plädierte ebenfalls dafür, die Beiträge zu belassen. Er honorierte zudem das hohe Engagement der Ehrenamtlichen, die mit sehr viel Herzblut zur Sache gingen.

Kosten und Fachkräftebedarf bereiten Sorgen

Sorgenfalten bereitet indes der neue Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung, der ab 2026 virulent wird und 2029 für alle Grundschulklassen gelten soll. Auch wenn die Kommune das erreichen wolle, sei die große Frage, wie sich die Finanzierung der Kosten (geschätzte 817 Millionen Euro bundesweit jährlich allein für Personal und Räume, investive Kosten nicht eingerechnet) verteilt, ganz zu schweigen vom Fachkräftebedarf. So wollte etwa Stefan Ursprung wissen, ob dies auch bauliche Änderungen impliziere. „Da tappen wir selbst im Dunkeln“, gestand Ulla Meier, man werde aber sicher mehr Räume brauchen. Eine Option wäre, die Kooperation zwischen Vereinen und Schulen auszubauen. Volker Blum sieht den Bund bei den entstehenden Mehrkosten jedenfalls in der Pflicht. Ein Problemherd wird nicht zuletzt die mutmaßlich steigende Anzahl an Mittagessen sein. Was vor allem in der Franziska-Höll-Schule zu Engpässen führen könnte, glaubt Meier. Tenor daher: Das Thema im Auge behalten und die weiteren Durchführungsbestimmungen abwarten.

Ihr Autor

BT-Redakteur Franz Vollmer

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Erstellt:
24. September 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 11sec

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