Emily mag es gemütlich

Karlsruhe (BT) – Jeden ersten Samstag im Monat präsentiert das BT mit dem Zoo Karlsruhe ein Zootier. Unter der Rubrik „Im Zoo zu Hause“ lernen Kinder die Europäische Sumpfschildkröte Emily kennen.

Sonnenhungrig: Emily liegt gern auf einem Holzstamm, der aus dem Wasser ragt. Foto: Maike Franzen/Zoo Karlsruhe

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Sonnenhungrig: Emily liegt gern auf einem Holzstamm, der aus dem Wasser ragt. Foto: Maike Franzen/Zoo Karlsruhe

Mein Name ist Emily, ich bin eine Europäische Sumpfschildkröte. Endlich sind wir auch wieder zu beobachten. In den vergangenen Tagen haben wir bereits die ersten Sonnenstrahlen des Frühlings genossen und uns auf den Baumstämmen des Biotops beim Elefantenhaus im Zoo Karlsruhe ausgiebig gesonnt. Die Monate zuvor waren wir nicht zu sehen, haben die Zeit in einer Art Winterstarre verbracht. Sobald es im Herbst kälter wird, nehmen wir weniger Nahrung zu uns und beginnen, uns zu verkriechen. Dann werden wir in ein Kühlhaus im Zoo gebracht. Dort ist es den ganzen Winter über gleichbleibend kalt – aber nicht zu kalt.

Im Winter wird über die Haut geatmet

In der Natur halten wir uns im Winter meist auf dem Boden des Gewässers auf. Dann brauchen wir nur noch sehr wenig Energie und atmen nicht mehr über unsere Lungen, sondern über die Haut. Sobald die Temperaturen ansteigen, werden wir allmählich wieder aktiv. Im Zoo setzt man uns dann zurück auf die Anlage.

Wir Europäischen Sumpfschildkröten sind die einzige ursprünglich in Deutschland heimische Schildkrötenart – wir sind also etwas ganz Besonderes. Lange Zeit kamen meine Vorfahren sogar hier in der Region, am Oberrhein, vor. Allerdings wurden sie vom Menschen gejagt und gegessen. Sie galten als beliebte Speise, gerade während der Fastenzeit.

So starb die Europäische Sumpfschildkröte in vielen Gebieten aus. Für die wenigen verbliebenen Tiere war die Zerstörung des Lebensraums ein weiteres großes Problem. Wir lieben vor allem sonnige Ufer von Seen, Flüssen und Feuchtgebieten. Diese Gebiete wurden und werden jedoch häufig verändert, zum Beispiel durch Trockenlegung sowie den Bau von Straßen und großen Ackerflächen.

Nicht wählerisch bei der Nahrung

Schildkröten legen übrigens Eier. Diese werden im Juni meist im Sand vergraben und durch die Sonne ausgebrütet. Nach drei bis vier Monaten schlüpfen die kleinen Schildkröten und krabbeln dann alleine zum nächsten Gewässer – ohne die Hilfe der Eltern. Die kümmern sich nämlich überhaupt nicht um den Nachwuchs.

Bei der Nahrung sind wir weitaus weniger wählerisch als bei der Wahl des richtigen Ortes. Wir fressen einfach alles, was die passende Größe hat: von Insekten über Schnecken und Amphibien bis hin zu Fischen und Aas steht alles auf dem Speiseplan. Allerdings können wir nur im Wasser fressen. Die Nahrung muss zum Schlucken mit dem Wasser in den Hals gespült werden. Und danach ruhen wir uns am liebsten wieder in der Sonne zum Verdauen aus.

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Erstellt:
2. April 2022, 13:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 16sec

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