EnBW macht Wind in Großbritannien

Karlsruher (nbr) – Der Karlsruher Energiekonzern EnBW erhält zusammen mit BP den Zuschlag für einen riesigen Windpark.

Mehr Windräder im Meer: EnBW und BP planen einen riesigen Windpark vor der schottischen Ostküste. Foto: Jens Büttner/dpa

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Mehr Windräder im Meer: EnBW und BP planen einen riesigen Windpark vor der schottischen Ostküste. Foto: Jens Büttner/dpa

Der Karlsruher EnBW-Konzern kommt seinem Ziel, als Unternehmen bis 2035 klimaneutral zu werden, einen großen Schritt näher: Die EnBW und ihr Partner BP haben am Montag den Zuschlag für eine 860 Quadratkilometer große Fläche in der Schottischen See erhalten. Sie wollen dort bis zum Jahr 2030 einen 2,9 Gigawatt starken Offshore-Windpark bauen.

Der „Morven“ (schottisch-gälisch für „Kind des Meeres“) genannte Park mit bis zu 190 Windkraftanlagen könnte rechnerisch über drei Millionen Haushalte versorgen. Das teilte EnBW-Vorstand Georg Stamatelopoulos in einem Pressegespräch mit.

103 Millionen Euro Optionsgebühr

Zusammen mit BP habe man bislang rund 103 Millionen Euro Optionsgebühr für das Projekt investiert, so Michael Class, der bei der EnBW Leiter für Erzeugung und Portfolioentwicklung ist. Nach dem Zuschlag der Behörden – insgesamt gab es 74 Angebote – könne man nun unter anderem mit Umweltuntersuchungen und Bodenanalysen beginnen. Eine genaue Projektsumme könne er derzeit nicht nennen, sagte Stamatelopoulos. Kalkulieren könne man in etwa mit 2.000 Euro pro Kilowattstunde. „Wir haben in England und UK ein bewährtes Vergütungsmodell und einen regulatorischen Rahmen, der uns Sicherheit gibt, dass die Investition entsprechend rentabel sein wird“, so der Vorstand. Der Partner BP habe in 100 Jahren Erfahrungen in Schottland sammeln können.

Bereits vor einem Jahr konnten die EnBW und ihr Joint-Venture-Partner BP die Sektkorken knallen lassen: Seinerzeit erhielten sie bei einer Auktion den Zuschlag für eine drei Gigawatt starke Fläche in der Irischen See. Die EnBW habe sich „auch über die Grenzen Deutschlands hinaus zu einem international anerkannten Player“ bei Offshore-Windkraft entwickelt, teilte Konzernchef Frank Mastiaux mit. 2010/2011 gehörten die Karlsruher mit dem deutschen Offshore-Windpark Baltic 1 in der Ostsee zu den Pionieren.

Die größten Offshore-Vorhaben der EnBW

Die drei Projekte in Großbritannien sind die größten Offshore-Vorhaben der EnBW. Sie haben eine Leistung von knapp sechs Gigawatt. Zum Vergleich: In Deutschland hat die EnBW in vier Windparks bislang ein Gigawatt in Betrieb. 2025 soll der Windpark He Dreiht in der Nordsee mit 900 Megawatt folgen. Aktuell sei die Entwicklung von Offshore-Windparks in Deutschland schwieriger als in Großbritannien, so Stamatelopoulos. „Wir vernachlässigen Deutschland aber nicht.“

Auch mit Blick auf ihre Finanzkraft konzentriert sich die EnBW seit Jahren neben Deutschland auf die Offshore-Zielländer Taiwan, USA, Großbritannien und Frankreich. Nach den großen Zuschlägen in Großbritannien überprüfe man diese Positionierung, sagte der EnBW-Vorstand.

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