EnBW will „mit Hochdruck“ weg von russischem Gas

Karlsruhe (BNN) – Der Karlsruher Energiekonzern EnBW ist auf das EU-Embargo für russische Steinkohle ab August vorbereitet. Das wurde am Donnerstag bei der Hauptversammlung bekannt gegeben.

Frank Mastiaux leitet zum letzten Mal die Hauptversammlung. Foto: Marijan Murat/dpa

© dpa

Frank Mastiaux leitet zum letzten Mal die Hauptversammlung. Foto: Marijan Murat/dpa

Das von der EU-Kommission verhängte Embargo soll ab August gelten. „Und beim Thema Gas arbeiten wir mit Hochdruck daran, eine deutliche Diversifikation der Bezugsquellen zu erreichen“, sagt EnBW-Vorstandschef Frank Mastiaux laut Redemanuskript auf seiner letzten Hauptversammlung, die am Donnerstag virtuell aus Stuttgart übertragen wird.

Der Konzern baue seine Flüssiggas-Aktivitäten aus und wolle mit dem Betreiber des geplanten LNG-Terminals in Stade kooperieren.

Anlässlich der Hauptversammlung kritisierte die Umweltschutzorganisation Urgewald zusammen mit dem Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre das „krisenblinde Lieferketten-Management“ des Konzerns.

Kleinaktionäre sprechen von „Abhängigkeit von Russland“

Dadurch sei eine „große Abhängigkeit von Russland“ geschaffen worden, heißt es weiter in einer Pressemitteilung. Russische Kohlelieferungen sollten nun durch Importe aus „anderen Problemregionen“ wie Kolumbien und Südafrika ersetzt werden. Mögliche Alternativen nannten die beiden Organisationen hingegen nicht.

Mit einem umfassenden Fragenkatalog hat sich unter anderem auch die Umweltorganisation BUND für die Hauptversammlung präpariert. So weist für diese Kleinaktionär Harry Block auf eine „Abhängigkeit von Russland“ hin. „Zukunftsinvestitionen in regenerative Energien wie das Pumpspeicherwerk Forbach werden verschleppt“, so Block.

Ihr Autor

BNN-Redakteur Dirk Neubauer

Zum Artikel

Erstellt:
5. Mai 2022, 10:47 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 32sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.