Engagierte Jugendarbeit bei der Freiwilligen Feuerwehr Muggensturm

Muggensturm (sl) – Die Freiwilligen Feuerwehren brauchen Nachwuchs, doch die Konkurrenz an Freizeitangeboten ist außerhalb von Pandemiezeiten groß. Trotzdem hat das große rote Auto noch seinen Reiz.

Maximilian Schneider trat selbst mit zehn Jahren in die Jugendfeuerwehr ein, heute mit 25 ist er Jugendwart der Freiwilligen Feuerwehr Muggensturm. Foto: Elena Schneider

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Maximilian Schneider trat selbst mit zehn Jahren in die Jugendfeuerwehr ein, heute mit 25 ist er Jugendwart der Freiwilligen Feuerwehr Muggensturm. Foto: Elena Schneider

Die Kinder- und Jugendfeuerwehr Muggensturm hat seit dem Jahreswechsel einen neuen Mann an der Spitze, denn der langjährige Jugendfeuerwehrwart Christian Weßbecher hat sein Amt niedergelegt. Nachfolger ist Maximilian Schneider. Der 25-jährige Applikationsingenieur ist selbst mit zehn Jahren in die Jungfeuerwehr eingetreten und ist auch schon einige Jahre als Jugendbetreuer aktiv gewesen. Mit BT-Redakteur Sebastian Linkenheil hat er sich über Nachwuchsmangel bei den Freiwilligen Feuerwehren, die Chancen der Jugendarbeit und die Herausforderungen in Pandemie-Zeiten unterhalten.

BT: Herr Schneider, viele Freiwillige Feuerwehren klagen über Nachwuchsmangel. Wie ist das in Muggensturm und welche Rolle spielt die Jugendfeuerwehr beim Gewinnen neuer freiwilliger Feuerwehrleute?

Maximilian Schneider: Der Nachwuchsmangel spielt in sehr vielen Freiwilligen Feuerwehren eine große Rolle, so auch bei uns im Landkreis Rastatt. Wir in Muggensturm sind aktuell noch in der komfortablen Lage, dass wir in den letzten Jahren viele aktive Feuerwehrmänner und -frauen aus der Jugendfeuerwehr oder als Quereinsteiger gewinnen konnten. Bei der Kinder- und Jugendfeuerwehr gibt es natürlich Jahrgänge, die stärker vertreten sind als andere, und nicht jedes Kind oder jeder Jugendliche wechselt später auch in die aktive Einsatzabteilung. Im Durchschnitt kann die Freiwillige Feuerwehr Muggensturm aber von einem neuen, aktiven Mitglied in der Einsatzabteilung pro Jahr durch die Jugendfeuerwehr profitieren.

Feuerwehrleute gehen auch in Kindergärten

BT: Wie kann man heute Kinder und Jugendliche noch für die Feuerwehr begeistern?

Schneider: Das sehr vielschichtige Angebot an Freizeit- und Vereinsaktivitäten für Kinder und Jugendliche bei uns in Muggensturm und den umliegenden Dörfern macht es für uns nicht leichter, Kinder und Jugendliche für die Feuerwehr zu begeistern. Viele Kinder und Jugendliche reizen natürlich unsere großen, roten Feuerwehrautos und die darin verbauten technischen Gerätschaften. Diese verwenden wir bei möglichst vielen Übungen der Jugendfeuerwehr und stellen auch mal das ein oder andere actionreiche Einsatzszenario nach. Hierbei vermitteln wir auf spielerische Weise wichtige Grundsätze der Feuerwehrarbeit zu denen zum Beispiel auch die Kameradschaft gehört. Diese Übungen führen wir nicht nur bei uns am Feuerwehrhaus durch, sondern auch öffentlichkeitswirksam im Ort. Natürlich sind wir auch bei den Muggensturmer Kindergärten vertreten und stellen neben der Arbeit der Feuerwehr auch die Kinder- und Jugendfeuerwehr vor. Bilder und Berichte von unseren Kinder- und Jugendfeuerwehrübungen sowie von unseren weiteren Aktivitäten wie zum Beispiel dem Zeltlager teilen wir via Gemeindeanzeiger Muggensturm, Facebook und Instagram mit.

Feuerwehr-Theorie verbinden mit Spiel und Spaß

BT: Wie sieht die Arbeit mit der Jugendfeuerwehr in Corona-Zeiten aus? Was ist da überhaupt noch möglich?

Schneider: Die Übungen der Kinder- und Jugendfeuerwehr sind sehr stark von Präsenztreffen geprägt. Da dies aktuell nicht möglich ist, versuchen wir mit den Jugendlichen der Jugendgruppe Online-Übungen durchzuführen. Das ist aber doch etwas ganz anderes als im Feuerwehrhaus mit einem Strahlrohr ein kleines Feuer zu löschen oder auch mal eine Person aus einem Auto zu retten. Hier müssen wir aktuell die Balance zwischen trockener Feuerwehr-Theorie und Spiel-und-Spaß finden. Neben feuerwehrtechnischen Inhalten wie „Grundkenntnisse Funken“ oder „Fahrzeugkunde“ stehend aus diesem Grund auch Übungen mit dem Thema „Schnitzeljagd zuhause“ oder „Montagsmaler“ auf dem Probenplan. Bei den Kindern der Kindergruppe sind Online-Übungen so nicht möglich. Hier verteilen wir unsere sogenannten Kindergruppen-Wundertüten, welche mit diversen Bastelaufgaben oder auch mal kindgerechten Erste-Hilfe Tipps befüllt sind. Wir hoffen, dass 2021 wieder unsere jährlichen Aktionen wie die Waldputzaktion, der Ausflug, die Teilnahme mit einem Stand am Muggensturmer Weihnachtsmarkt oder unsere Teilnahme an dem vom Kreisjugendfeuerwehrverband organisierten Orientierungslauf stattfinden können.

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Erstellt:
26. Januar 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 47sec

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