Entscheidung fix: Kreisliga B2 mit 18 Teams

Baden-Baden (rap) – Am Mittwoch haben sich die Vereine der Fußball-Kreisliga B via Videokonferenz darauf geeinigt, die B2 mit 18 Mannschaften zu starten. Möglich macht dies der Rückzug von RWE II.

Treffen nun in der Kreisliga B 2 doch aufeinander: Bühlertals Daniel Blaga (rotes Trikot) und Michelbachs Hakan Erdem. Foto: Frank Seiter

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Treffen nun in der Kreisliga B 2 doch aufeinander: Bühlertals Daniel Blaga (rotes Trikot) und Michelbachs Hakan Erdem. Foto: Frank Seiter

Es wurde 60 Minuten lang heiß diskutiert, Argumente ausgetauscht, Standpunkte klargemacht, Allianzen geschmiedet – bis am Mittwochabend um 20 Uhr schließlich feststand: Die kommende Saison in der Fußball-Kreisliga B 2 wird mit 18 Teams ausgetragen – eine zweigeteilte B-Staffel mit Qualifikationsmodus ist damit Geschichte.

Möglich gemacht hat das der überraschende Rückzug von Rot-Weiß Elchesheim II am Montag. Aufgrund der Platzproblematik – RWE darf nach der Nutzungsunterlassung der Gemeinde nicht mehr auf dem eigenen Platz spielen – sahen sich die Verantwortlichen gezwungen, die Landesligareserve vom Spielbetrieb abzumelden. Somit waren es nur noch 18 Mannschaften, die im Fußballbezirk Baden-Baden für die B-Klasse gemeldet hatten. Eine Anzahl, die theoretisch eine Staffel mit 34 Spieltagen ermöglichen würde. Schließlich wurde bereits die vergangene von Corona ausgebremste Saison in der B 2 mit 18 Teams gestartet – bis die Runde im Mai aufgrund der volatilen Lage annulliert wurde.

In den vergangenen Tagen traten nun immer mehr Vereine mit dem Wunsch an Vito Voncina heran, in einer gemeinsamen Videokonferenz auszuloten, ob eine kurzfristige Änderung wenige Tage vor dem Saisonstart doch noch zu stemmen wäre. Der Vorsitzende des Bezirks Baden-Baden stimmte zu, setzte für Mittwochabend eine Videokonferenz an, bei der alle 18 Vereine teilnahmen.

15 Vereine sofort für die Zusammenlegung

„Es wurde eifrig diskutiert und viel geredet, bis wir letztlich einen Konsens gefunden haben“, berichtete Voncina. 15 Mannschaften seien sofort für die Zusammenlegung der B 2 (Rastatter Raum und Murgtal) und B 3 (Baden-Badener und Bühler Raum) gewesen, zwei seien dem Vorschlag zunächst kritisch gegenübergestanden, ein Verein lehnte die eingleisige B 2 strikt ab. „Letztlich tragen es alle Vereine mit, der eine vielleicht mit etwas mehr Vorbehalten“, sagte Voncina. Am Ende der Saison steigen die drei Erstplatzierten in die Kreisliga A auf.

Auf den Bezirksboss und Staffelleiter Roland Drützler wartet heute ein arbeitsreicher Tag. Denn das Duo muss innerhalb kürzester Zeit einen neuen Spielplan kreieren, schließlich startet die Runde – wie vorgesehen – bereits am Sonntag. „Wahrscheinlich werden wir morgen etwas früher Feierabend machen“, sagte Voncina und lachte. „Wir sind von den Vereinen gewählt worden, also müssen wir auch für sie da sein. Das ist unsere Aufgabe und die erledigen wir auch gerne.“ Dabei müssen die beiden beim neuen Spielplan, der 34 Spieltage umfasst, einiges beachten. So haben manche Vereine bereits Verlegungswünsche geäußert, bei anderen muss berücksichtigt werden, dass sie kein Flutlicht und so bei den etlichen Mittwochsspielen während der Saison kein Heimrecht haben.

Rieger: „Sportlich fairste Lösung“

Die Änderung auf eine B 2 mit 18 Mannschaften muss der Vorstand des Südbadischen Fußballverbands (SBFV) noch genehmigen, auch wurde dessen Vizepräsident Christian Dusch, der für den Spielbetrieb zuständig ist, bereits von Voncina über das Vorhaben in Kenntnis gesetzt. „Das sollte ohne Probleme durchgehen“, ist sich der Bezirksboss sicher.

Freude über die bemerkenswerte, weil kurzfristige Lösung herrscht auch bei den Vereinen. „Auch wenn die Konferenz etwas holprig und hitzig verlief, ist sie recht gut abgelaufen“, meinte Reiner Rieger. Der Vorstand des SV Michelbach begrüßt die Entscheidung und die Flexibilität des Verbands „ausdrücklich. Da gehört Vito ein großes Dankeschön gesagt“. Denn eine Zusammenlegung garantiere die „sportlich fairste Lösung, auch wenn es eine Herausforderung für jeden kleinen Verein ist, 34 Spiele zu stemmen“, findet Rieger, der sich freut, auch endlich gegen andere Gegner zu spielen, andere Sportplätze zu sehen. Auch für die Reservemannschaften sei die Entscheidung „richtig und sinnvoll“, sagte Rieger, da so nun ein geregelter Spielbetrieb möglich sei. Ansonsten hätten die Mannschaften von September bis Dezember gerade mal sechs Spiele gehabt. So tummeln sich in der C 3 künftig 14 Mannschaften.

Schmalbach: „Mir blutet das Herz“

Möglich gemacht hat dies erst der Rückzug von Rot-Weiß Elchesheim II, den Raimund Schmalbach mit einem Vergleich aus der Musikwelt erklärte: „Wenn Sie Musik machen wollen, reicht Ihnen ein Instrument und ein Notenständer, wenn Sie Fußballspielen wollen, brauchen Sie einen Platz – und den haben wir derzeit leider nicht.“ Daher sei dem Verein nichts anderes übrig geblieben, als die zweite Mannschaft aus der B-Klasse abzumelden. „Mir blutet das Herz“, sagte der sportliche Leiter, „die Jungs tun mir leid.“ Schmalbach verteidigte das Vorgehen, erst eine Woche vor Rundenstart das Team abzumelden: „Wir hatten die Hoffnung, dass sich noch ein Lichtlein auftut. Wir haben nichts unversucht gelassen und haben bis zum letzten Atemzug darum gekämpft.“ Zumal es am Personal nicht scheitern würde, wie der sportliche Leiter erklärt. „Wir könnten ohne Probleme eine Mannschaft stellen.“

Während die Elchesheimer Kicker nur noch die Zuschauerrolle innehaben, wird anderswo sehnsüchtig der Saisonstart herbeigesehnt. „Die Vorfreude ist nach der Entscheidung nochmal gestiegen“, sagte SVM-Vorstand Rieger.

Ihr Autor

BT-Redakteur Christian Rapp

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Erstellt:
8. September 2021, 21:50 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 26sec

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