Erneut hitzige Diskussion um Sportplatz

Elchesheim-Illingen (HH) – Nächste Runde im Streit um die Sportplatzfrage: Im Gemeinderat ging es um die Instandsetzung der einstmals vom inzwischen aufgelösten FC Illingen genutzten Plätze.

Wo jetzt Container am Illinger Sportplatz stehen, sollte ein Funktionsgebäude entstehen. Doch der Gemeinderat hat letztlich dagegen votiert.Foto: Helmut Heck

© HH

Wo jetzt Container am Illinger Sportplatz stehen, sollte ein Funktionsgebäude entstehen. Doch der Gemeinderat hat letztlich dagegen votiert.Foto: Helmut Heck

Alle Gemeinderäte und Besucher der Ratssitzung am Montag bekamen beim Betreten des Bürgerhauses eine FFP2-Maske mit der Bitte ausgehändigt, diese anstelle einfacher Modelle aufzusetzen. Zur Gesundheitsvorsorge gehörte auch, dass die Saaltüren zur Hauptstraße geöffnet blieben. Um das Zusammentreffen nicht unnötig auszudehnen, appellierte Bürgermeister Rolf Spiegelhalder außerdem an die Kommunalpolitiker, sich bei Wortmeldungen auf gezielte Fragen zu konzentrieren. Als es aber beim siebten Punkt der Tagesordnung um die Sanierung der Sportanlage in Illingen ging, verpuffte die Mahnung mit Wucht. Der am Ende gefasste Beschluss fiel anders aus als vorgesehen.
Vor allem Otto Heck (EIL), der nach eigener Aussage nah dran war, die Nerven zu verlieren, und sein Fraktionskollege Norbert Schmidt bekundeten „seit sieben Jahren“ angestauten Unmut ob der Sturheit des FV Rot-Weiß, mit der Kommune über die Zukunft des Vereinsfußballs im Ort zu verhandeln. Die Vorwürfe, denen sich Silke Kieser (EIL) anschloss, waren an den FV-Vorsitzenden Dieter Link adressiert, der auch Gemeinderat (ABL) ist. Neue Betrachtungsweisen waren nicht zu vernehmen. Link empfand den Umgang mit ihm so, als würde man „einen Hund mit der Dachlatte schlagen, weil man meine, er frisst einem dann aus der Hand“

„Tür steht immer offen“

Spiegelhalder hielt sich mit scharfen Attacken zurück, wiederholte ein ums andere Mal, dass seine Tür immer offen stehe, der FV möge den 2018 gefassten Mehrheitsbeschluss zur Verlegung des Fußballbetriebs nach Illingen akzeptieren und endlich das Gespräch aufnehmen. Link werde „dem Verein keine Freude machen“, wenn er sich weiter weigere, mit der Gemeinde zu reden. Der neuerliche Schlagabtausch beanspruchte beinahe ein Drittel der fast neunzigminütigen Sitzung. Erst dann kam das eigentliche Thema an die Reihe: Die Instandsetzung der einstmals vom inzwischen aufgelösten FC Illingen genutzten Plätze, die durch den Bau eines Funktionsgebäudes mit Umkleiden, Duschen, Toiletten und Geräteräumen ergänzt werden sollten.

Die Erregung führte dazu, dass Heck beantragte, das Gebäude zu streichen und den Pachtvertrag für den Rasenplatz in Elchesheim „so schnell wie möglich“ zu kündigen. Schmidt war sich mit Heck einig, dass ein „Schlussstrich“ gezogen werden müsse. Das Gelände in Illingen, beteuerten beide, werde man „für wen auch immer“ auf jeden Fall herrichten, für Jugend und Senioren etwa. Wie die Platzsanierung erfolgen könnte, legte ein Vertreter des beauftragten Planungsbüros dar. Er empfahl, mit dem Tennenplatz zu beginnen, der mit einer Erhöhung um 24 Zentimeter als Rasenplatz „komplett neu aufgebaut“, mit einer Drainage versehen und mit vier LED-Flutlichtmasten ausgerüstet werden sollte. Für die Beregnung sei ein Brunnen zu schlagen.

Die Kosten wurden mit 370000 Euro veranschlagt. Weitere 260000 Euro würden im zweiten Schritt für eine ähnliche Ertüchtigung inklusive Flutlicht des heutigen Rasenplatzes fällig. Die Ausführungen wurden zur Kenntnis genommen. Zur Frage des Funktionsgebäudes merkte Petra Fritz (EIL) an, dass bei einem Sportplatz doch wohl Toiletten vorhanden sein sollten. Spiegelhalder sah in den Sanitärräumen des ehemaligen FC-Clubhauses eine vertretbare Alternative.

Die Abstimmungen ergaben große Mehrheiten für den Wegfall des Funktionsgebäudes und den Tennenplatzumbau. Link votierte in beiden Fällen dagegen: Gegen den Verzicht und gegen die Platzerneuerung. Am Ende der Sitzung förderte der Punkt „Anfragen“ überraschende Erkenntnisse zutage. Von Petra Fritz wurde erstmals in der Sportstättendiskussion öffentlich der Gedanke aufgeworfen, dass die Skateranlage, die der Dammsanierung weichen muss, eigentlich zum Sportstättenstandort gehöre. Und Spiegelhalder legte noch ein anderes ungelöstes Problem nach, das ebenfalls noch nie im Zusammenhang mit der Sportplatzplanung gesehen wurde: Die Frage einer neuen Festhalle.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.