Erste Bilanz nach Krawallnacht in Stuttgart

Stuttgart (bjhw) – Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat dem Landtag eine Zwischenbilanz der Ermittlungen nach den Ausschreitungen in Stuttgart vom 20./21. Juni vorgelegt.

So ging es damals in Stuttgart zu. Jetzt liegen Ermittlungsergebnisse vor. Foto: Julian Rettig/dpa/Archiv

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So ging es damals in Stuttgart zu. Jetzt liegen Ermittlungsergebnisse vor. Foto: Julian Rettig/dpa/Archiv

Die „intensive und akribische Arbeit“ habe sich ausgezahlt, erklärte der Minister. Aktuell bestehe gegen 124 Personen ein Tatverdacht, bei 117 davon „der konkrete Verdacht, dass sie an den Ausschreitungen in der Tatnacht beteiligt waren“. Etwa drei Viertel der Tatverdächtigen sind Strobl zufolge 21 Jahre oder jünger, nur acht Prozent sind weiblich. 23 von 76 Personen, gegen die Haftbefehle erlassen wurden, befinden sich im Gefängnis.

Auch Herkunft der Täter ermittelt

„Der Rechtsstaat hat Zähne gezeigt“, so der Innenminister weiter. Auch zur Herkunft haben die Behörden Einzelheiten ermittelt: „68 Prozent der Tatverdächtigen haben die deutsche Staatsbürgerschaft, drei Viertel der deutschen Tatverdächtigen aber haben einen Migrationshintergrund.“

In der Nacht zum 21. Juni waren Gruppen junger Menschen stundenlang durch die Königstraße und einzelne Seitenstraßen gezogen. Polizeibeamte wurden angegriffen, 32 verletzt, auf Autos wurde eingetreten, Sanitätswagen mit Pflastersteinen beworfen, Geschäftsfassaden und einzelne Läden geplündert. Die Polizei bezifferte den Gesamtschaden auf 360.000 Euro, und auf weitere 100.000 Euro Schaden an Polizeifahrzeugen.

Inzwischen ist eine sogenannte Sicherheitspartnerschaft für die Stadt Stuttgart geschlossen worden. „Denn wir gehen nicht zur Tagesordnung über“, so Thomas Blenke, der Innenpolitik-Experte der CDU-Landtagsfraktion, „wenn unsere Innenstädte in der Nacht zu Schlachtfeldern werden.“

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Von Brigitte Henkel-Waidhofer

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Erstellt:
16. Dezember 2020, 10:02 Uhr
Lesedauer:
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