Erste Ernte dank Folien und Tunneln

Iffezheim (fuv) – Nach dem Auftakt der Spargelsaison sind nun die Erdbeeren dran – zum Beispiel auf dem Huber-Hof in Iffezheim.

Joachim Huber präsentiert in einem seiner Tunnel die ersten Erdbeeren. Foto: Frank Vetter

© fuv

Joachim Huber präsentiert in einem seiner Tunnel die ersten Erdbeeren. Foto: Frank Vetter

Spargel wird bereits seit Ende März gestochen. Nun pflücken die Erntehelfer die ersten Erdbeeren. Auch sie wachsen in „geschütztem Anbau“, unter Folien und Tunneln. Bis zu 140 Meter lang und 8,5 Meter breit sind die weißen Tunnelröhren, unter denen die süßen, roten Früchtchen gedeihen.

„Das machen wir seit rund 20 Jahren“, erklärt Joachim Huber und präsentiert die ersten Erdbeeren der Saison. Die gehören zu der Sorte „Quickie“, erläutert der Spargel- und Erdbeeranbauer vom Huber-Hof in Iffezheim. Wie „Clery“, „die Frühsorte schlechthin“, eine norditalienische Züchtung, die sich in Baden sehr wohlfühle, so Huber.

Das frühe Reifen der Erdbeeren werde auch durch den Dammanbau gefördert. Die Dämme, wie bei Spargel und Kartoffeln, vergrößern die Oberfläche. In Verbindung mit der schwarzen Folie auf den Dämmen speichert die Erde mehr Wärme. Ein weiterer Effekt der Dämme sei die leichtere Pflückbarkeit der Früchte, die die Effizienz der Erntehelfer erhöhe. Die Erdbeeren selbst sind an einem sortenspezifischen, weißen Ring – der Fachmann spricht von einem Kragen – unterhalb der Kelchblätter zu erkennen. Ohne diese speziellen Anbaumethoden müssten Erdbeerfreunde bis Mitte Mai auf den Genuss aus heimischer Produktion warten.

Einsatz von Erntehelfern wegen Corona nicht einfach

Dafür, dass Verbraucher Erdbeeren und Spargel überhaupt kaufen können, tragen die Erntehelfer einen wesentlichen Teil bei. Sie kommen meist aus Osteuropa und zählen häufig zum Stamm-Erntepersonal der Landwirte. Wegen der Corona-Pandemie ist der Einsatz der Mitarbeiter nicht ganz einfach. Vor der Abfahrt in ihren Heimatländern – bei Joachim Huber kommen 80 Prozent der Arbeitskräfte aus Rumänien – werden die Menschen getestet. „Unmittelbar nach der Ankunft erfolgt ein Schnelltest. Dazu haben wir ein eigenes Team“, so Huber. Weitere Hygienemaßnahmen auf dem Huber-Hof seien kleinere Wohneinheiten und kleinere Arbeitsgruppen, die untereinander keinen engen Kontakt haben sollen. Für die Fahrten auf die Felder kommen kleinere Busse zum Einsatz als in Vor-Corona-Zeiten.

Zweimal wöchentlich erfolgen Schnelltests. Im Falle eines positiven Ergebnisses werde die Arbeitsgruppe in einem voll ausgestatteten Quarantäne-Container isoliert, unterstreicht der Landwirt die Bemühungen, einen sicheren Arbeitsplatz bieten zu können. Denn es dürfe nicht vergessen werden, dass für viele der Saisonarbeiter der Lohn, den sie in Deutschland bekommen, existenziell sei.

Ihr Autor

Frank Vetter

Zum Artikel

Erstellt:
22. April 2021, 18:59 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 08sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Orte


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.