Erste Murgtäler in Offenburg geimpft

Gernsbach/Offenburg (stj) – Das Ehepaar Büchel aus Obertsrot gehört zu den ersten Murgtälern, die sich gegen Corona haben impfen lassen. Sie haben einen Termin im Impfzentrum Offenburg bekommen.

Erhard Büchel ist einer der ersten Murgtäler, die in Offenburg gegen Corona geimpft werden. Foto: Thomas Büchel

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Erhard Büchel ist einer der ersten Murgtäler, die in Offenburg gegen Corona geimpft werden. Foto: Thomas Büchel

Mit 300 Impfungen pro Tag ist am Dienstag das Impfzentrum in der Messehalle 1 in Offenburg gestartet. Zu den ersten, die sich an diesem Tag gegen das Coronavirus haben impfen lassen, gehören Oliva und Erhard Büchel aus Obertsrot. Für sie hat Sohn Thomas den Termin klar gemacht. „Das war gar nicht so einfach“, sagt der selbstständige Diplom-Ingenieur im BT-Gespräch. Er ist sich sicher: Für die meisten über 80-Jährigen sei es nahezu unmöglich, sich online einen Termin zu besorgen. Bleibt die Telefonhotline, die allerdings große Geduld erfordert, kommt man doch oft nicht durch.

Diese Erfahrung hätten die Büchels beim Impfzentrum in Offenburg von mehreren gehört, die teils frustriert wieder von dannen ziehen mussten, nachdem sie stundenlang vergebens versucht hatten, über Telefon einen Termin zu bekommen. Ohne solchen wird keiner in die Messehalle gelassen. „Wir müssen Dusel gehabt haben“, blickt Thomas Büchel zurück. Er hat die Situation von Anfang an genau beobachtet – nicht zuletzt weil seine Eltern beide 85 Jahre alt sind und auch aufgrund gesundheitlicher Probleme zuletzt zur am stärksten gefährdeten Personengruppe zählen. So hat sich Büchel gleich am ersten Anmeldetag, es war der 30. Dezember, durch die zentrale Internetseite www.116117.de geklickt. Mit Erfolg: Nach sechs E-Mails (je drei pro Elternteil) hatte er die zwei zwölfstelligen Registrierungscodes ergattert, die als Terminbestätigung gelten. Diese muss am Eingang zur Messehalle zusammen mit Personalausweis, Krankenversichertenkarte und (sofern vorhanden) Impfausweis vorgezeigt werden. Dann wird die Körpertemperatur an der Stirn gemessen (liegt diese über 37,5 Grad, wird die Person wieder nach Hause geschickt) und los gehts in das Zentrale Impfzentrum (ZIZ) Offenburg.

„Wir vertrauen der Medizin und der Wissenschaft“

Etwas verwundert zeigte sich Thomas Büchel über die Zettelwirtschaft, die das Personal am Eingangsbereich pflegte. Insgesamt habe man sich aber gut aufgehoben gefühlt. Einzig der Weg vom Parkplatz hinüber zur Messehalle sei alles andere als seniorengerecht, beklagt Büchel im Blick auf die vielen alten Leute, die oft mit Rollator oder anderen Gehhilfen ausgestattet ohne Überquerungshilfe über die viel befahrene Straße müssen. Da sollte man nachbessern, meint der 60-Jährige aus Obertsrot.

In der Halle selbst sei hingegen alles bestens geregelt. Über einen Rundweg, der die hygienischen Abstände sicherstellt, geht es zunächst zur Registrierung und von dort weiter in einen Warteraum, wo auf Bildschirmen ein untertitelter Aufklärungsfilm zum Thema Impfen läuft. Springt die Ampel auf Grün, kann der nächste Wartende in eine Kabine, wo ein Arzt nochmals auf individuelle Fragen zur Impfung eingeht. Nach der Impfung gibt es wieder einen Wartebereich, in dem Sanitäter von DRK und Maltesern für Notfälle bereitstehen. „Meine Eltern haben die Impfung gut vertragen und haben keine Probleme“, freut sich Büchel nach der knapp einstündigen Prozedur. Der nächste Termin in Offenburg steht auch schon fest: Am 27. Januar erfolgt für das Ehepaar Büchel die zweite Impfung, der sogenannte Booster. „Wir vertrauen der Medizin und der Wissenschaft“, betont Thomas Büchel im Blick auf die Impfgegner und auf die jüngste Krankheitsgeschichte von Mutter und Vater: „Ohne die würden meine Eltern nämlich gar nicht mehr leben.“


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