Erste Saisonniederlage für Karlsruher SC

Nürnberg (rap) – Nun ist es passiert: Fußball-Zweitligist Karlsruher SC hat am Freitagabend mit 1:2 beim 1. FC Nürnberg verloren und die erste Niederlage kassiert.

Im Pech: Philipp Hofmann hat in der 95. Minute den Ausgleich auf dem Fuß, trifft aber nur den Pfosten. Foto: Helge Prang/GES

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Im Pech: Philipp Hofmann hat in der 95. Minute den Ausgleich auf dem Fuß, trifft aber nur den Pfosten. Foto: Helge Prang/GES

Philipp Hofmann sank verzweifelt auf den Boden. Der KSC-Stürmer vergrub sein Gesicht im Nürnberger Rasen. Sekunden zuvor hatte Hofmann in einer packenden Schlussphase den Ausgleich auf dem Fuß, doch sein Dropkick aus zwölf Metern klatschte in der fünften Minute der Nachspielzeit jedoch an den Pfosten – statt in den Maschen zu landen.

Zentimeter entschieden am Freiagabend im Max-Morlock-Stadion letztlich über die erste Niederlage der Saison für den Karlsruher SC oder eben doch das dritte Remis in Serie. Am Ende stand eine knappe, aber verdiente 1:2-Auswärtsniederlage beim 1. FC Nürnberg.

„Das Spiel verlieren wir in den fünf Minuten nach der Pause, in denen wir nicht auf dem Platz waren, in denen wir nur versucht haben, das eigene Tor zu schützen. Jeder hat dem anderen die Verantwortung übergeben. Das geht im Fußball meistens schief“, analysierte KSC-Coach Christian Eichner hinterher, der zudem Gegentreffer zwei „als halbes Eigentor“ titulierte.

Eichner nahm zwei Änderung in seiner Startformation im Vergleich zur Nullnummer gegen Werder Bremen vor: Wie erwartet ersetzte Eigengewächs Tim Breithaupt den gesperrten Marvin Wanitzek im zentralen defensiven Mittelfeld. Zudem durfte Marco Thiede auf dem rechten Flügel statt Fabian Schleusener ran.

Zerfahrenes Spiel in der ersten Halbzeit

Der KSC-Trainer forderte von seiner Mannschaft mehr Entschlossenheit und Zielstrebigkeit im letzten Drittel. So prüfte Lucas Cueto bereits nach 120 Sekunden FCN-Torwart Christian Mathenia mit einem Distanzschuss. Dennoch entwickelte sich zunächst ein zerfahrenes Spiel, die Gäste hatten mehr Ballbesitz, ohne aber wirklich für Torgefahr zu sorgen. Der Club lauerte dagegen auf Karlsruher Ballverluste im Mittelfeld, um dann blitzschnell umzuschalten – wie in Minute 19: Die Hausherren kombinierten sich durchs Mittelfeld, Tom Krauß war auf dem Weg allein Richtung KSC-Tor, bis Philip Heise ihn im letzten Moment mit einem gerade noch erlaubten Körpereinsatz am Abschluss hindern konnte. Der KSC meldete sich kurz darauf (26.) offensiv mal wieder zu Wort, als Sebastian Jung von rechts in den Strafraum passte und Hofmann fand – doch sein Abschluss ging deutlich neben das Tor.

Zwar waren beide Teams in einer intensiv geführten Partie durchaus bemüht, doch das Offensivspiel ließ zu wünschen übrig. So sprangen nur Halbchancen durch Krauß (36.) und Valentini (40.) auf Nürnberger Seite sowie durch Choi (44.) für die Gäste heraus.

80 Sekunden nach Wiederanpfiff war dann erstmals KSC-Keeper Marius Gersbeck gefordert – herausgefordert vom eigenen Mann. Nachdem Möller Daehli mit mächtig Tempo in den Strafraum drängte und scharf nach innen passte, prüfte der Routinier seinen Schlussmann ungewollt bei seiner Abwehraktion. Nur drei Minuten später war Gersbeck aber machtlos: Der KSC weilte gedanklich weiter in der Kabine, als der umtriebige Möller Daehli Kollege Krauß auf dem linken Flügel in Szene setzte. Dessen Hereingabe landete bei Lino Tempelmann, der mit dem ersten Abschluss noch an Gersbeck scheiterte, den Abpraller aber ins verwaiste Tor köpfte. Der KSC wirkte geschockt, Nikola Dovedan ließ aber das 2:0 liegen (54.). Zwei Minuten später wären die Badener beinahe aus dem Nichts zum Ausgleich gekommen: Thiede flankte, Hofmann prüfte aus wenigen Metern FCN-Torhüter Mathenia, der per Glanzparade rettete. Auf der Gegenseite feuerte Johannes Geis einen Distanzschuss aufs Karlsruher Gehäuse, den Gersbeck gekonnt entschärfte (59.).

Kobald-Geschenk zum 0:2

Der KSC war in der Folge zwar bemüht, Druck aufs Nürnberger Tor auszuüben, doch das Offensivspiel der Blau-Weißen blieb weiter äußerst harmlos. Und in der Defensive verteilte Christoph Kobald ein derart großes Geschenk, das Schuranow dankend zum 2:0 annahm: Eine scharfe Flanke wollte der Innenverteidiger per Brust zu Gersbeck ablegen, doch der Nürnberger Stürmer spritzte dazwischen und spitzelte den Ball über den KSC-Keeper hinweg ins Tor (74.).

Der eingewechselte Malik Batmaz sorgte aber nochmal für eine spannende Schlussphase. Das Eigengewächs schlenzte den Ball gekonnt ins lange Eck zum 1:2 (82.). Auch der ebenfalls eingewechselte Fabio Kaufmann belebte das KSC-Spiel merklich, eine Flanke von ihm verpasste Gondorf nur um Zentimeter. Nun schnürte die Eichner-Elf die Franken tief in deren Hälfte ein. Flanke über Flanke segelte in den FCN-Strafraum, doch der Ball wollte nicht mehr über die Torlinie kullern. Stattdessen klatschte er in Minute 95 an den Pfosten.

Ihr Autor

BT-Redakteur Christian Rapp

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Erstellt:
27. August 2021, 22:37 Uhr
Lesedauer:
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