Erster regionaler Fairteiler in Bietigheim

Bietigheim (as) – Die Initiative Foodsharing zur Rettung von überschüssigen Lebensmitteln findet auch in Mittelbaden immer mehr Anhänger. In Bietigheim sind bereits zehn sogenannte Foodsaver aktiv.

Die Foodsaverinnen Christine Huber (links) und Mandy Pfeilsticker haben überschüssige Lebensmittel abgeholt. Foto: Verena Rau

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Die Foodsaverinnen Christine Huber (links) und Mandy Pfeilsticker haben überschüssige Lebensmittel abgeholt. Foto: Verena Rau

Überschüssige Lebensmittel vor der Mülltonne retten und im besten Fall damit auch noch Bedürftigen etwas Gutes tun, das ist die Intention der bundesweiten Initiative Foodsharing. Auch im Landkreis Rastatt und in Baden-Baden finden sich immer mehr ehrenamtliche Helfer, und nun soll am 14. November in Bietigheim ein erster sogenannter Fairteiler eröffnet werden. Die Gemeinde stellt dafür eine alte Scheune in der Ritterstraße 26 zur Verfügung.

Vor allem soll im Fairteiler künftig alles zur kostenlosen Abholung angeboten werden, was die sogenannten Foodsaver bei den bislang sieben Kooperationsbetrieben in der Region abholen: Backwaren, Obst und Gemüse mit leichten Dellen oder Produkte, bei denen in nächster Zeit das Mindesthaltbarkeitsdatum abläuft. „Ungefähr 30 Prozent aller Lebensmittel landen im Müll, obwohl sie noch genießbar wären“, weiß Verena Rau aus Bietigheim, die findet: „Das ist Verschwendung.“ Deshalb engagiert sie sich seit eineinhalb Jahren zusammen mit Mandy Pfeilsticker als Foodsharing-Botschafterin für Mittelbaden.

An einen Fairteiler können aber auch alle Menschen Lebensmittel bringen und kostenlos von dort mitnehmen, erläutert Rau weiter. Wer beispielsweise zu Hause oder nach Veranstaltungen Lebensmittel übrig hat und nicht mehr verbrauchen will oder kann, darf diese abgeben. Ausgenommen sind laut den Statuten von Foodsharing leicht verderbliche Lebensmittel wie roher Fisch, rohes Fleisch, rohe Eierspeisen und zubereitete Lebensmittel. Als Kriterium gilt: „Generell achten wir mit allen Sinnen darauf, dass die Lebensmittel noch genießbar sind“, so ist es auf der Internetseite des Vereins nachzulesen.

Der Bietigheimer Fairteiler soll ab 14. November zunächst immer samstags von 15 bis 16 Uhr geöffnet haben. 15 Ehrenamtliche hat die Initiative bereits gefunden, die in der Scheune mithelfen wollen. Denn neben der Lebensmittelausgabe muss ein- und aufgeräumt, geputzt und manches organisiert werden, weiß Rau. Doch bis dahin wartet noch viel Arbeit: Ein Hygienekonzept muss erarbeitet und genehmigt werden, damit der erste Fairteiler im Landkreis auch unter Pandemie-Bedingungen öffnen kann.

Die etwa zehn aktiven Foodsaver aus Bietigheim, die Rau und ihre Mitstreiterin Mandy Pfeilsticker überwiegend im Familien- und Bekanntenkreis zum Mitmachen animiert haben, sind aber jetzt schon aktiv. Abgeholte Lebensmittel (Rau: „Das ist mal eine Tasche, mal mehrere Kisten“) werden im Freundes- und Bekanntenkreis, bei Nachbarn, an Flüchtlingsfamilien oder sonstige Interessenten verteilt. „Jeder, der mitmacht, darf auch selbst davon profitieren“, betont Rau ein Prinzip der Bewegung. Ganz wichtig ist es ihr, zu betonen, dass man nicht in Konkurrenz zu den Tafeln steht, sondern im Gegenteil mit der Rastatter Tafel in Kontakt sei. „Wir nehmen niemandem, der bedürftig ist, etwas weg“, unterstreicht Rau.

Dankbar ist sie für die große Unterstützung der Gemeinde Bietigheim. Bürgermeister Constantin Braun war bei einem Vortrag Raus beim Grünen-Ortsverband Südhardt aufmerksam geworden „und hatte uns dann später zu einem Termin ins Rathaus eingeladen“, berichtet die Bietigheimerin. Dabei sei der Wunsch nach einem Fairteiler in der Region besprochen worden. Dass sie nun auch dank vieler Spenden für die Einrichtung so schnell umgesetzt werden kann, freut die Organisatorinnen sehr.

Weitere Infos zum Foodsharing: v.rau@foodsharing.network oder hier. Betriebe, die überschüssige Lebensmittel spenden möchten, können sich an die Mailadresse rastatt.baden-baden@foodsharing.network wenden.

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Erstellt:
5. November 2020, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 36sec

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