Erstes Picknickkonzert der Musikkapelle Geroldsau

Baden-Baden (co) – Mit einem Picknickkonzert als Premiere feierte die Musikkapelle Geroldsau ihr 125-jähriges Bestehen. Der musikalische Streifzug unter freiem Himmel erfüllte viele Wünsche.

Viel Atmosphäre bietet die „Geroldsauer Parknacht“ mit einem bejubelten Konzert des Musikvereins. Foto: Conny Hecker-Stock

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Viel Atmosphäre bietet die „Geroldsauer Parknacht“ mit einem bejubelten Konzert des Musikvereins. Foto: Conny Hecker-Stock

Ihr erstes Picknickkonzert unter freiem Himmel bescherte der Musikkapelle Geroldsau zum 125-jährigen Bestehen eine stattliche Besucherresonanz. Beim Schlemmen wurden die Gäste verwöhnt mit einem anspruchsvollen musikalischen Streifzug durch einige Jahrzehnte.
Den Vereinen wird es seit Corona nicht leicht gemacht, große Jubiläen zu feiern. Entsprechend war es auch für die Musikkapelle Geroldsau der dritte Anlauf in diesem Jahr, für treue, langjährige Freunde ihrer Blasmusik etwas Festliches auf die Beine zu stellen.

Die jetzt geborene Idee eines Picknickkonzertes kam so gut an, dass sich bereits lange vor Beginn die Besucher mit Campingstühlen und großen Körben voll leckerer Snacks einfanden, um sich die besten Plätze zu sichern. Da wurden richtige Büfetts aufgebaut bei der „Geroldsauer Parknacht“, lediglich den Getränkeverkauf hatte der Verein übernommen.

Das Open-Air-Areal hinter dem Sportplatz war geschickt gewählt, so konnte bei der Grobbachhalle geparkt werden, und der leicht ansteigende Hang erwies sich als ideal für die Akustik. Besonders hübsch anzuschauen waren die beiden etwas verspäteten Gäste des Abends – zwei Rehe ästen seelenruhig eine halbe Stunde lang am nahen Waldrand und zeigten sich auch völlig unbeeindruckt von den vielen Menschen und der Geräuschkulisse in kurzer Entfernung.

Breit gefächertes Programm

Dies Kulisse hatte es allerdings in sich. Dirigent Stefan Seckler hatte in der kurzen Zeit, seit Musikproben wieder möglich waren, alles aus seiner Kapelle herausgeholt. Dadurch konnte er zusammen mit den Aktiven nicht nur ein sehr differenziertes Klangspektrum bieten, sondern auch ein breit gefächertes Programm, das keine Wünsche offenließ und für wirklich jeden Musikgeschmack etwas zu bieten hatte.

Moderator Jürgen Peter zeigte sich wieder bestens vorbereitet und wusste über jede Darbietung informativ zu plaudern. Stefan Seckler hatte einzelne Themen zu Medleys zusammengefasst – wie etwa Summernight Rock oder ein Fox-Potpourri. „Back to the Sixties“ erinnerte an die Schlaghosen von ABBA, bei den großen Hits von James Last oder aus dem Musical Jesus Christ Superstar bedurfte es keiner weiteren Erklärung. Zu der beschaulichen Abendstimmung mit einem Blick auf die vom Glanz der untergehenden Sonne golden gepuderten Höhenrücken passte „Mood Romantic“.

Beim „Mitternachtsblues“ brillierte der jüngere Bruder des Dirigenten, Patrick Seckler, als versierter Solist an der Trompete. Etwas für romantische Seelen waren die Russian Folk Songs, typische Volkslieder voller Temperament und tiefer Melancholie, bis hin zur Kosakenpatrouille. Sehr feinfühlig intonierte die Kapelle „Over the Rainbow“, bekannt aus dem Film „Der Zauberer von Oz“, untermalt vom warmen Klang der Congas.

Abstecher in die wilden 80er Jahre

„Euphoria“ entsprach ganz dem Ausdruck des allgemeinen Wohlbefindens, während ein Abstecher in die wilden 80er Jahre bei vielen Besuchern Erinnerungen an Jugendzeiten geweckt haben dürfte. Den etwas älteren Semestern unter den zahlreichen Besuchern kam wiederum die abschließende Hommage an Heinz Rühmann mit seinen schönsten Filmtiteln entgegen.

Geradezu enthusiastisch wurde die Kapelle gefeiert, und auch bei den Zugaben bewies der Dirigent ein glückliches Händchen. Der „Song for one World“, bei dem auf zwölf Glockenschläge erst tiefes Blech und dann eine stetig wachsende Instrumentierung folgte, schien symbolisch für Frieden und Freiheit zu stehen und für immer mehr Menschen, die sich die Hand reichen.

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Erstellt:
20. September 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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