Ertüchtigung rund um Schloss Favorite

Rastatt (ema) – Kritik des ADFC am Radweg durch den Park von Schloss Favorite wird erhört. Die Schlösserverwaltung hat 2021 mehrere Ertüchtigungen vor.

Der Radweg durch den Park von Schloss Favorite soll nächstes Jahr saniert werden. Es ist nicht die einzige Maßnahme im Schlossgarten.  Foto: Frank Vetter

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Der Radweg durch den Park von Schloss Favorite soll nächstes Jahr saniert werden. Es ist nicht die einzige Maßnahme im Schlossgarten. Foto: Frank Vetter

Als leidenschaftlicher Radfahrer, der oft auf dem Weg zwischen Muggensturm und Baden-Baden, durch den Park von Schloss Favorite kommt, kennt Oliver Haungs den Zustand des Radwegs in der Gartenanlage bestens. Das aktuelle Urteil des ADFC-Aktiven fällt wenig schmeichelhaft aus: Vom Nordeingang bis zum Schlosscafé sei der Radweg „eine einzige Zumutung“, schrieb Haungs an die Staatlichen Schlösser und Gärten (SSG) Baden-Württemberg. Stimmt, muss SSG-Geschäftsführer Michael Hörrmann einräumen. Und kündigt Abhilfe an.
Große Wasserpfützen seien teils mit gröbsten großkantigen Steinen aufgefüllt worden, teils bestünden die Löcher weiter, schreibt Haungs. „Sie bilden für Fußgänger und Radfahrer eine Sturzgefahr.“

Das ist für das ADFC-Mitglied aus Muggensturm auch deshalb ärgerlich, weil der Abschnitt zum Radwegenetz Baden-Württemberg gehört.

Asphaltierung verstößt gegen Denkmalschutz

Bei den SSG hat man den Radweg bereits in den Blick genommen. Erleichtert ist Geschäftsführer Hörrmann, weil sich nach einer Analyse herausgestellt hat, dass nur die Oberdecke saniert werden muss, nicht aber der Unterbau des wassergebundenen Wegs.

Am einfachsten wäre es natürlich, zu asphaltieren. Ist aber nicht statthaft, erklärt der SSG-Chef, weil der Weg in seiner jetzigen Ausformung einen eigenen „Denkmalwert“ habe.

Im kommenden Jahr wollen die Gartenverwalter das Problem angehen – sobald die Kosten ermittelt und die Arbeiten ausgeschrieben sind. Und wenn schon eine Baufirma anrückt, wollen die SSG in einem Aufwasch gleich noch andere Defizite beheben.

Hörrmann zufolge wird man die Toilettenhäuschen richten, die immer wieder Opfer von Vandalismus sind. Außerdem soll auch jener Teil des Parkplatzes, der über eine wassergebundene Decke verfügt, ertüchtigt werden.

Im Großen und Ganzen zufrieden ist der SSG-Chef mit der Neuordnung der Wege, die man vor neun Jahren in die Wege leitete. Um das Spannungsverhältnis zwischen Spaziergängern und Radfahrern zu lösen, wurde eigens ein Radweg markiert. Hörrmann weiß zwar, dass eine vollständige Trennung unmöglich sein wird und Konflikte nicht zu vermeiden seien. Aber „es klappt ganz gut“ mit der Co-Existenz von Radfahrern und Fußgängern, so sein Eindruck. SSG-Mitarbeiter würden Pedaleure, die die Fußgängerwege nutzen, auf das Fehlverhalten hinweisen. Einen Wachdienst, der schon mal ins Spiel gebracht wurde, hält Hörrmann nicht für notwendig – so groß sei der Leidensdruck nicht.

Und auch eine Einzäunung des Parks, die schon mal diskutiert wurde, ist kein Thema. Zwar habe das durchaus Vorteile, wie das Beispiel Schwetzingen zeige. Aber in Förch sieht Hörrmann die jahrzehntelange Öffnung unter „Bestandsschutz“. Ohnehin würden aus seiner Sicht Aufwand und Ertrag nicht in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Selbst die Wildschweine, fügt der Herr der Schlösser und Gärten mit einem Schmunzeln hinzu, würden sich im Park mittlerweile ganz ordentlich verhalten.


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