Erweiterte Notbetreuung: Bedarf steigt

Iffezheim/Steinmauern/Hügelsheim (sawe) – Das BT hat in Iffezheim, Steinmauern und Hügelsheim nachgefragt, wie gerade kleinere Gemeinden die neuen Herausforderungen schultern und wo sie Probleme sehen.

In vielen Kindertageseinrichtungen – hier das Betreuerteam im evangelischen Kindergarten in Hügelsheim – wird eine erweiterte Notbetreuung geboten, da der reguläre Kita-Betrieb weiterhin untersagt ist. Foto: Schmidhuber

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In vielen Kindertageseinrichtungen – hier das Betreuerteam im evangelischen Kindergarten in Hügelsheim – wird eine erweiterte Notbetreuung geboten, da der reguläre Kita-Betrieb weiterhin untersagt ist. Foto: Schmidhuber

Weil das Wirtschaftsleben langsam wieder hochfahren soll, wurde die Corona-Notbetreuung für Kinder in Kindertageseinrichtungen, der Kindertagespflege und an Schulen in Baden-Württemberg seit dem 27. April ausgeweitet. Somit können wieder mehr Eltern ihre Kinder betreuen lassen. Die Notbetreuung gilt nun auch für Kinder der Klassenstufe 7. Auch Kinder, deren Eltern einen präsenzpflichtigen Arbeitsplatz und keine andere Betreuungsmöglichkeit haben, haben Anspruch darauf.

In den drei Iffezheimer Kindergärten waren in den vergangenen Wochen 15 Kinder in der Notbetreuung angemeldet. Seit Montag hat sich diese Zahl deutlich erhöht. „Nach aktuellem Stand sind es 32“, berichtet Bürgermeister Christian Schmid. Maximal sechs Kinder werden in einer Gruppe betreut, verweist Schmid auf Vorgaben zur jeweiligen Gruppengröße. Bisher reichen die räumlichen Kapazitäten aus. Das ist auch in Steinmauen und Hügelsheim der Fall. Sollten Absagen an Eltern erteilt werden müssen, werde man sich an die Vorgaben der Landesregierung halten, heißt es aus allen drei Gemeinden. Die aktuelle Corona-Verordnung räumt Kindern Vorrang ein, bei denen ein Elternteil in der kritischen Infrastruktur arbeitet und unabkömmlich ist, Kindern, deren Kindeswohl gefährdet ist sowie Kindern, die im Haushalt eines Alleinerziehenden leben. In der Iffezheimer Grundschule waren bisher drei Kinder in der Notbetreuung, seit dieser Woche sind es fünf. Und in der Maria-Gress-Schule werden aktuell drei Kinder betreut. Bei den Hygienemaßnahmen halte man sich streng an die Hinweise des Ministeriums und der übergeordneten Behörden. „Wir stehen diesbezüglich auch mit der katholischen Verrechnungsstelle Rastatt als Träger der Kindergärten sowie den Schulleitungen und unserem Personal vor Ort wie Hausmeister, Reinigungspersonal und anderen in Kontakt und haben im Vorfeld die Umsetzung der Empfehlungen und Hinweise abgestimmt“, erläutert Bürgermeister Christian Schmid, der sich allerdings gut vorstellen kann, dass vor allem die Einhaltung der notwendigen Abstände Probleme bereiten kann. Er weist außerdem daraufhin, dass das Anmeldeformular zur Notbetreuung auch auf der Homepage der Gemeinde abrufbar ist.

In Steinmauern sind die Zahlen ebenfalls gestiegen. Befanden sich im Flößerkindergarten zuvor drei Kinder in der Notbetreuung, so sind es nun acht. Und ab 4. Mai werden es 22 sein. Im Schülerhort (Bürgerhaus Alte Schule) erhöhte sich die Anzahl von vier auf sieben Kinder. In dieser Woche werden die Grundschulkinder noch im Schülerhort betreut, ab dem 4. Mai dann im Gebäude der Karl-Julius-Späth-Schule. In der Schul-Notbetreuung erhöhte sich die Zahl der Kinder von drei auf neun in dieser Woche. Voraussichtlich zwölf werden es ab Montag sein. Die Kinder werden an der Außentür entgegengenommen, das heißt, es gibt keinen Publikumsverkehr innerhalb der Einrichtungen. Es werde darauf geachtet, dass der Mindestabstand eingehalten wird und mehrmals am Tag die Hände gewaschen werden. Türgriffe, Handläufe und Schubladengriffe werden immer wieder desinfiziert. Der Infektions- und Gesundheitsschutz hat wie überall in diesen Zeiten Vorrang.

Im Schülerhort werde das Tragen eines Mundschutzes empfohlen. Probleme sieht Bürgermeister Siegfried Schaaf „vor allem in den sich ständig ändernden Vorgaben“.

Waren bisher zwei Kinder in der Kita- und Schul-Notbetreuung in Hügelsheim, so stieg die Zahl in dieser Woche auf elf. Ab Montag werden weitere dazukommen: Aktuell liegen der Verwaltung elf neue Anträge vor. Um die Schutzmaßnahmen einhalten und die Infektionswege klar eingrenzen zu können, werden im Spargeldorf maximal fünf Kinder in einer Gruppe betreut. Für alle Einrichtungen wurde ein Hygieneplan erstellt, der die wichtigsten Maßnahmen beinhaltet. Außerdem wurde der bisherige Raumhygieneplan um weitere Hygienemaßnahmen ergänzt und verschärft. Besondere Schwierigkeiten sieht die Hügelsheimer Verwaltung bei der Einhaltung des Abstandsgebots vor allem im Kindergartenbereich.

Ihr Autor

Sabine Wenzke

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Erstellt:
30. April 2020, 18:00 Uhr
Lesedauer:
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