Erweiterungspläne in Bad Rotenfels

Gaggenau (uj) – Der Gaggenauer Gemeinderat befürwortete in seiner Sitzung am Montag mehrheitlich die Planungen der Firma Lang bezüglich einer Erweiterung im Industriegebiet Bad Rotenfels

Schrott und Metall werden bei der Firma Lang im Industriegebiet Rotenfels recycelt. Foto: Ulrich Jahn

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Schrott und Metall werden bei der Firma Lang im Industriegebiet Rotenfels recycelt. Foto: Ulrich Jahn

In der Großen Kreisstadt gibt es nur noch wenige unbebaute Gewerbe- und Industrieflächen. „Es ist praktisch die letzte Gewerbefläche, die Gaggenau noch hat“, sagte Oberbürgermeister Christof Florus, als sich der Gemeinderat mit dem Bebauungsplan „Zwischen Holderwäldele und Steinbüschel“ befasste.

In der Sitzungsvorlage heißt es unter anderem: „Zur Unterstützung des langjährigen Erweiterungswunschs eines bereits im Bad Rotenfelser Industriegebiet ,Holderwäldele‘ ansässigen Metallrecyclingbetriebs bzw. zur Ermöglichung der Ansiedlung sonstiger Unternehmen der gleichen Nutzungsart soll eine östliche Teilfläche der im Flächennutzungsplan 2005 als gewerblich ausgewiesenen Bauflächen entwickelt werden.“ Der räumliche Geltungsbereich des Bebauungsplans umfasse eine Fläche von etwa 4,6 Hektar und befindet sich im Anschluss an das bestehende Industriegebiet „Holderwäldele, Wissigfeld, Stampfelwörth, Kleine Feldele“ in Richtung Bischweier zwischen der Kreisstraße 3737 und der Bahnlinie Rastatt-Freudenstadt. Derzeit werde das Gebiet weitgehend extensiv landwirtschaftlich genutzt. Zudem befindet sich dort der Gartenabfallplatz, für den eine alternative Fläche gesucht werde.

In Bezug auf den Lärmschutz werde „im Sinne einer Lärmminimierung und -vorsorge“ unabhängig von der konkreten Ausformung des Bebauungsplans teilweise eine geschlossene Gebäudewand als Lärmabschirmung zum Schutz der Umgebung als bauliche Schallschutzmaßnahme festgesetzt. Zum Lärmschutz innerhalb des Plangebiets würden schalldämmende Außenbauteile für Bürogebäude und ähnliche Gebäude festgesetzt.

Deutliche Kritik aus Bischweier und Oberndorf

Insbesondere Bewohner von Oberndorf sind mit der Planung nicht zufrieden, nachdem es bereits Kritik aus Bischweier gab. Unter anderem erheben 47 Bürger aus Oberndorf Einspruch gegen die Erweiterung des Baugebiets und die Erweiterung der Firma Lang. Sie befürchten, dass die Lärmbelästigung um das Vielfache ansteige und gesundheitliche Folgen für die Anwohner habe.

Die Stadtverwaltung entgegnet, dass das nächste Wohngebiet mehr als 300 Meter vom Plangebiet entfernt liege. Aufgrund der Planung seien keine unzulässigen oder städtebaulich nicht vertretbaren Beeinträchtigungen der Wohnlagen hinsichtlich Lärmschutz, Lebensqualität, Gesundheit und Wohnwert zu erwarten. Aktuelle Lärmprognosen, zeigten, dass die konkret geplante Umsetzung der Baugebietsentwicklung „zu einer Verbesserung der Tag-Lärmwerte an den Immissionsorten führen“ würde.

Mehrheitlich befürwortete der Gemeinderat die Planungen. Nur die vier Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen sprachen sich dagegen aus. Dinge hätten sich in einigen Punkten geändert, so Eric Peplau. Man wisse nicht, ob der Betrieb mit Blick auf Corona die beabsichtigte Erweiterung überhaupt noch benötige. Außerdem handle es sich um „eines der ökologischsten Gebiete von Gaggenau“.

Entsprechend war auch das Abstimmungsverhalten, der Räte, als es um die Änderung des Flächennutzungs- und Landschaftsplans 2005 ging. Dieser bezieht sich ebenfalls auf die geplante Erweiterung der Gewerbefläche, die in der Planung als landwirtschaftliche Flächen und Flächen für die Ver- und Entsorgung (Grünschnittsammelstelle) dargestellt sind. Die Grünen stimmten gegen die Änderung, alle anderen Ratsmitglieder votierten dafür.

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Erstellt:
29. Juli 2020, 19:00 Uhr
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