„Es ist heute wie Weihnachten“

Gaggenau (ham) – Nach drei dürren Tagen mit wenigen Besuchern, lockte etwas Sonne am Sonntagmittag mehr Besucher auf die kleine Herbstmesse auf dem Gaggenauer Jahnplatz. Die Aussteller freuten sich.

„Zeit, dass sich was dreht“: Das Lied von Herbert Grönemeyer kann auf das Breakdance-Fahrgeschäft und die kleine Herbstmesse in Gaggenau übertragen werden. Foto: Hartmut Metz

© ham

„Zeit, dass sich was dreht“: Das Lied von Herbert Grönemeyer kann auf das Breakdance-Fahrgeschäft und die kleine Herbstmesse in Gaggenau übertragen werden. Foto: Hartmut Metz

Das frohe Fest dient für manchen zum Aufbau der Psyche. Und Geschenke gibt es sowieso. Eine Kombination aus beidem war die kleine Herbstmesse am Sonntag nicht nur für die Kinder, die sich endlich wieder auf dem Karussell drehen durften. „Das ist heute wie Weihnachten“, jauchzte auch Marktmeisterin Edith Grimm glücklich, nachdem sich auf dem Jahnplatz Schlangen in Dreierreihen in Richtung Eckenerstraße bildeten.

Noch kurz nach 14 Uhr tummeln sich laut dem Zählgerät am Eingang lediglich 182 Personen auf dem Gelände, womit nicht einmal 40 Prozent der erlaubten Kapazität von 500 erreicht wurden. „Die Tage zuvor waren es im Schnitt nur um die 150“, schätzt der Kassierer am Eingang. Im Imbissstand kurz dahinter nennt der Rastatter Hugo Levy zwischen der Herausgabe von Currywurst und Pommes den Grund: „Die ersten drei Tage waren halt verregnet. Aber heute geht’s.“

Auch wenn das Kinderschminken abgesagt ist, betont eine Mutter, die mit ihrem Nachwuchs und dem Gatten über den „Popup-Freizeitpark“ schlendert: „Das ist sehr schön gemacht.“ Die Fahrgeschäfte sind teilweise zwar nur spärlich besetzt, doch wie bei den Zweisitzern auf dem „Breakdance“-Fahrgeschäft gilt in der durch Corona besonders gebeutelten Branche der Hit von Herbert Grönemeyer: „Zeit, dass sich was dreht“! Der Betreiber kreischt als Animateur wie zu besten Tagen: „Nun das Ganze mit Schwung! Wo sind die Hände, Freunde? Endspurt, Leute. Los geht’s!“

Darüber freut sich gegenüber auch Holger Klemm, gleichwohl sich beim Tütenangeln der Andrang in engen Grenzen hält. „Wir waren froh, dass wir nach sechs Monaten Zwangspause vor zwei Wochen wieder in Rastatt starten konnten. Dort war es wie hier“, vergleicht er das Konzept, das die Gaggenauer auch bezüglich der Hygienevorschriften und Publikumsbegrenzung übernahmen. Natürlich sei es „nicht so wie früher – aber es ist immerhin ein Anfang“, findet Klemm und weiß, „es ist gut für die Psyche, dass man daheim mal rauskommt.“ Daher sieht es der 48-Jährige aus Kirchheim/Teck relativ gelassen, dass er jetzt „normalerweise zu dieser Zeit in Bad Cannstatt beim Volksfest“ wäre. Auf dem abgesagten Wasen konnte er sich früher vor Andrang kaum retten, nun ist es eben im Murgtal zwölf Nummern kleiner besser als gar nichts ...

Die beiden nächsten Wochenenden will Grimm, die Fahrgeschäfte ebenso „unterstützen, für uns ist das wichtig“, betont die Marktmeisterin mit Blick auf die leidgeplagten Partner. Für die Zeit vom 1. bis 4. und vom 8. bis 11. Oktober wünscht sie dem Platz an der Jahnhalle, dass er seinen Namen als Rummel verdient: „Das Wetter wird dann hoffentlich wieder besser!“

Zum Artikel

Erstellt:
28. September 2020, 06:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 20sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.