Ettlinger Tor: Schwebendes UFO für Karlsruhe?

Karlsruhe (win) – Am Ende des Werkstattverfahrens von Stadt und Landkreis Karlsruhe hat man zwei Konzepte ausgewählt. Welches davon gebaut wird, ist aber noch nicht entschieden.

Bürgermeister Daniel Fluhrer liebäugelt mit dem holländischen Entwurf eines schwebenden, runden Gartens. Foto: Winfried Heck

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Bürgermeister Daniel Fluhrer liebäugelt mit dem holländischen Entwurf eines schwebenden, runden Gartens. Foto: Winfried Heck

Karlsruhes Baubürgermeister könnte sich am Ettlinger Tor schon einen höchst spektakulären, architektonischen Akzent vorstellen. Etwas in der Art, wie es das Rotterdamer Architekturbüro MVRDV vorgeschlagen hat. Ein über der Kreuzung „schwebender“, relativ flacher Rundbau, auf dessen begehbarem Dach ein Garten wuchert und der den vom Schloss ausgehenden Karlsruher Fächer als Markenzeichen wieder aufgreifen würde.

Am Ende des mehrmonatigen Werkstattverfahrens, mit dem die Stadt Karlsruhe und der Landkreis Karlsruhe gemeinsam nach Lösungen für das Ettlinger Tor suchten, steht laut Bürgermeister Daniel Fluhrer aber nicht ein Endpunkt, sondern ein Doppelpunkt. Soll heißen: Das Landratsamt kann seine Planungen vorantreiben, ohne warten zu müssen, was die Stadt auf „ihrem“ Teil des Areals verwirklichen will. „Wir haben jetzt Klarheit, die Weiterentwicklung auf unserem Grundstück ist möglich“, freut sich Landrat Christoph Schnaudigel, dass es demnächst in seinem Haus losgehen kann. Schließlich waren es die Probleme im Landratsamt, die die Entwicklung vorangetrieben haben. Das aktuelle Dienstgebäude, das frühere Badenwerk-Hochhaus am Ettlinger Tor, muss entweder aufwendig saniert oder durch einen Neubau ersetzt werden. Letzteres ist eindeutiger der Wunsch des Kreistags, doch bisher steht der Denkmalschutz und eine Petition der Arbeitsgemeinschaft Karlsruher Stadtbild diesem Wunsch entgegen. Noch in diesem Jahr, so hofft Schnaudigel, dürfte aber eine Entscheidung fallen, danach soll umgehend ein Architektenwettbewerb gestartet werden. Denn ob Abriss oder Sanierung, der Landkreis bräuchte zunächst ein Ausweichquartier, in dem zumindest der größte Teil der knapp 800 Mitarbeiter, die am Ettlinger Tor ihren Arbeitsplatz haben, untergebracht werfen könnte. Das Werkstattverfahren hat nun den Rahmen vorgegeben. Es ist ein Rahmen mit großem Respekt vor den Planungen Friedrich Weinbrenners. Demnach soll die Blickachse vom Schloss in Richtung Lauterberg (Zoo)/Hauptbahnhof nicht durch Hochhäuser verstellt, Rathausturm und Turm der evangelischen Stadtkirche, beide nach Plänen von Weinbrenner erbaut, nicht überdeckt werden.

Bürgermeister Fluhrer favorisiert das UFO

Damit waren die Ideen des Karlsruher Büros berchtoldkrass sowie des Büros Cobe (Berlin) aus dem Rennen. Beide hatten ein Hochhaus für das Landratsamt dichter am Ettlinger Tor vorgeschlagen. Doch selbst Mitarbeitern aus dem Landratsamt wäre diese Stelle zu „prominent“. Ein Begleitgremium, das die vorgeschlagenen Ideen zu bewerten hatte, ging einhellig in Richtung von MVRDV und der Idee des Büros Max Dudler (Berlin/Zürich), die Baufenster für eventuelle Hochhäuser außerhalb der Sichtachse vorgesehen haben und die beide das Ettlinger Tor gerne anders „fassen“ würden. Ob es der luftige, höchst mutige Rundbau über der Kreuzung wird, oder ob man zu zwei mehrgeschossigen Bauwerke südöstlich und südwestlich der Kreuzung tendiert, werden in den kommenden Wochen und Monate zeigen. Fluhrer liebäugelt eindeutig mit dem Rundbau, auch wenn da noch viele Probleme zu lösen wären, von Grundstücksfragen bis hin zu Kostenrisiken.

So würde sich der schwebende Garten in die Sichtachse zum Schloss einfügen.  Foto: Winfried Heck

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So würde sich der schwebende Garten in die Sichtachse zum Schloss einfügen. Foto: Winfried Heck


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