Europa-Park startet am Freitag in Sommersaison

Rust (for) – Das Warten hat ein Ende: Am 29. Mai startet Deutschlands größter Freizeitpark, der Europa-Park, verspätet in seine Sommersaison. Allerdings ist die Eröffnung mit Auflagen verbunden. So gelten im gesamten Park strenge Abstands- und Hygieneregelungen. Auch ein Mund-Nasen-Schutz ist in allen Wartebereichen sowie überdachten Bereichen und in den Fahrattraktionen selbst Pflicht.

Am 29. Mai nehmen die zahlreichen Attraktionen in Deutschlands größtem Freizeitpark wieder Fahrt auf. Foto: Europa-Park

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Am 29. Mai nehmen die zahlreichen Attraktionen in Deutschlands größtem Freizeitpark wieder Fahrt auf. Foto: Europa-Park

Lautes Kreischen, fröhliches Kinderlachen und das Gebimmel verschiedener Fahrattraktionen – Geräusche, die eigentlich typisch sind für Deutschlands größten Freizeitpark, waren dort in den vergangenen Wochen nicht zu hören. Aufgrund der Corona-Pandemie konnte der Europa-Park nicht wie erwartet am 28. März in seine Sommersaison starten. „Für mich war das eine ganz schwierige Situation“, sagt Gründer Roland Mack gestern bei einer Online-Pressekonferenz. Ab Freitag will er die Tore des Europaparks nun wieder öffnen – rund zwei Monate später als ursprünglich geplant und mit begrenzter Besucherzahl. Der Schritt zur Wiedereröffnung sei für ihn eine „große Herausforderung“.

Umsatzeinbußen in Höhe von hundert Millionen Euro

„45 Jahre lang wussten wir, wie der Betrieb zu handhaben ist“, sagt Roland Mack. Dann sei plötzlich das Coronavirus ausgebrochen – „ein Feind, den man nicht sieht“ – und habe alles verändert. Zunächst seien alle Veranstaltungen abgesagt worden. Dann folgte die Schließung der Wasserwelt Rulantica. „Insgesamt haben wir bis zum heutigen Tag Umsatzverluste in Höhe von rund hundert Millionen Euro zu verzeichnen“, meint Mack. Auch eine große Menge an Eigenkapital des Familienunternehmens sei „verbrannt“ worden. Etwa 4000 der rund 5000 Mitarbeiter habe man in Kurzarbeit schicken müssen. Mit einem Gewinn rechne das Unternehmen in dieser Saison nicht. „Ich hoffe einfach, dass wir durch die Wiedereröffnung eine schwarze Null erreichen“, betont Mack.

Besucherzahl auf 10000 Menschen begrenzt

Die derzeitige Situation sei auch für ihn eine „völlig neue“. Als Unternehmer habe er das Bedürfnis, „zu unternehmen“ und nicht tatenlos abzuwarten. Deshalb habe er sich auch frühzeitig mit einem Konzept für eine mögliche Wiedereröffnung des Freizeitparks beschäftigt und in enger Absprache mit den Behörden Sicherheitsstandards ausgearbeitet. Nach wie vor habe das Wohlbefinden von Gästen und Mitarbeitern „oberste Priorität“. Aus diesem Grund werde die tägliche Besucherzahl aus Schutz vor dem Coronavirus auf 10000 Menschen begrenzt. Dies seien rund 20 Prozent der sonst im Sommer üblichen höchsten Besucherzahl. Eintrittskarten müssen, anders als sonst, vorab online für einen bestimmten Tag gebucht werden.

Mund-Nasen-Schutz ist Pflicht

In den Attraktionen und in allen Wartebereichen sowie allen überdachten Bereichen ist ein Mund-Nasen-Schutz Pflicht. Außerdem bleiben in den Fahrgeschäften einzelne Plätze und Sitzreihen frei, um einen Mindestabstand von 1,5 Metern zu gewährleisten. Auf Platzierungswünsche könne man derzeit aus Sicherheitsgründen nicht eingehen. Um Gäste bereits im Vorfeld über bestehende Abstands- und Hygienemaßnahmen zu informieren, hat der Europapark ein kurzes Erklär-Video auf seiner Homepage veröffentlicht.

App erinnert an Abstandsregeln

Eine sogenannte „Distance-Radar“-App, die auf freiwilliger Basis genutzt werden kann, soll Gäste außerdem auf spielerische Art an Hygiene- und Abstandsregelungen erinnern, kündigt der geschäftsführende Gesellschafter Michael Mack an. Diese neue Technologie ermögliche auch ein „virtuelles Anstellen“ an den Fahrgeschäften, erklärt er. Damit sollen lange Warteschlangen vermieden werden. Besucher melden sich über die App vorab für eine Attraktion an, können sich in der Zwischenzeit weiter im Park aufhalten und werden dann benachrichtigt, sobald sie sich am Fahrgeschäft einfinden sollen. Die von Mack-Media entwickelte App soll künftig auch für andere Freizeitparks zur Verfügung gestellt werden, so Michael Mack.

„Wir sind darauf angewiesen, dass sich alle Besucher an das Sicherheitskonzept halten“, betont Roland Mack. Nur so könne diese neue Herausforderung gemeinsam gemeistert werden.

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Erstellt:
26. Mai 2020, 18:00 Uhr
Lesedauer:
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