FC Obertsrot verärgert über Spielplan

Gernsbach (rap) – Fußball-Kreisligist FC Obertsrot hadert mit dem Spielplan für die kommende Saison. Durch fünf Heimspiele an einem Mittwochabend befürchtet der FCO finanzielle Einbußen.

Zahlreiche Zuschauer: An Mittwochs-Spieltagen erwartet der FC Obertsrot eher ein überschaubares Publikum. Foto: Frank Vetter

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Zahlreiche Zuschauer: An Mittwochs-Spieltagen erwartet der FC Obertsrot eher ein überschaubares Publikum. Foto: Frank Vetter

Die Vorfreude wich schnell der Enttäuschung. Nach monatelanger Corona-Zwangspause sehnten die Verantwortlichen des FC Obertsrot den Start Anfang September in der Fußball-Kreisliga A herbei. Doch beim Blick auf den gerade veröffentlichten Spielplan setzte erste Ernüchterung ein. Fünf Mittwochs-Spieltage sind in der A Nord vorgesehen, an allen fünf muss der FCO zuhause am Hungerberg antreten.

Dies bedeutet gerade im organisatorischen Bereich einen erheblichen Mehraufwand, ganz zu schweigen vom finanziellen Aspekt, denn eines ist klar: Mittwochs-Spiele sind tendenziell eher mäßig besucht. Denn oft heißt es unter der Woche: Champions League in der Kneipe statt eines Besuchs auf dem Amateurfußballplatz.

„Wir sind sehr unglücklich mit dem Spielplan“, sagt Jürgen Klumpp (Foto: Archiv). „Das ist mit einem größeren Aufwand verbunden“, führt der Vorstand Sport weiter aus. Schließlich sind es nicht nur die fünf Heimspiele der Ersten in der A Nord, sondern auch die Handvoll Begegnungen der Reserve – wahlweise dienstags oder donnerstags – in der C1.

Auswirkungen auch auf die Jugend

Zehn Partien müssen also bewältigt werden, der Platz spielbereit gemacht und die Kabinen auf Vordermann gebracht werden. Zudem Dienstschieber fürs Clubhaus aufgetrieben werden, denn der FCO hat sein Sportheim nicht an einen Gastronomen – wie viele andere Vereine – verpachtet. „Gerade in Zeiten, in denen es immer weniger ehrenamtliche Helfer gibt, ist das nicht so leicht zu stemmen“, sagt Klumpp, der aber vor allem mit den wirtschaftlichen Einbußen hadert. „Bei einem Mittwochs-Spiel verkaufen wir keine 30 heiße Würste, bei der Zweiten keine zehn Wurstweck. Sonntags grillen wir traditionell, da bleibt viel mehr hängen“, meint der Vorstand. Über die geringere Anzahl an Zuschauern müsse man erst gar nicht reden. Auch auf die Jugend habe der Spielplan Auswirkungen, schließlich falle an den Tagen, wenn die Aktiven unter Woche spielen, das Training für den Obertsroter Nachwuchs aus.

Doch der FCO sieht nicht nur die Verteilung der Mittwochs-Spiele kritisch: An vier Sonntagen spielt der A-Ligist gegen einen Gegner ohne Reserve, an einem anderen Sonntag dagegen die Zweite, da die Erste spielfrei ist. Insgesamt haben die Murgtäler also in der Saison 21/22 gerade mal sieben Sonntagsspiele, an denen beide Mannschaften am Hungerberg gegen den Ball treten.

FCO-Vorstand Jürgen Klumpp (links) ist nicht glücklich über den Spielplan. Foto: Moritz Hirn/Archiv

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FCO-Vorstand Jürgen Klumpp (links) ist nicht glücklich über den Spielplan. Foto: Moritz Hirn/Archiv

Daher hat Klumpp das Gespräch mit Staffelleiter Roland Drützler gesucht – ohne Erfolg. „Seine Aussage war: ,Da kann man nix machen.‘ Ich hätte mir ehrlich gesagt schon bisschen mehr erhofft“, sagt ein etwas geknickter Klumpp.

Drützler erklärt auf BT-Nachfrage das Vorgehen. „Jede Mannschaft wird mit einer Schlüsselzahl versehen und ins System eingespeist. Dieses spuckt dann den Spielplan aus. Ich hätte jetzt natürlich dem FC Obertsrot eine andere Zahl geben können, dann hätte es aber einen anderen Verein getroffen“, erläutert der Staffelleiter. Gerade bei einer ungraden Anzahl an Mannschaften (17 in der A-Klasse) innerhalb einer Liga und einer Vielzahl an Mittwochs-Spielen – dem späten Saisonstart geschuldet – könne dieses Phänomen, das beileibe kein neues ist, auftreten. „Eine Mannschaft trifft es dann leider immer. Natürlich ist das ärgerlich für den FCO“, räumt Drützler ein.

Einizge Möglichkeit: Tausch mit dem Gegner

Gibt es denn Lösungen? „Man kann versuchen, das Heimrecht mit dem Gegner zu tauschen. Das wäre die einzige Möglichkeit. Manche spielen mittwochs lieber daheim, da die weitere Anreise wegfällt, andere lieber auswärts“, erklärt Drützler, „aber das ist Sache der Vereine.“

Jürgen Klumpp hat wenig Hoffnung, dass die jeweiligen Vereine einem Tausch zustimmen würden. „An einem Mittwoch tauscht keiner das Heimrecht“, ist sich der FCO-Verantwortliche sicher. Zu unbeliebt seien die Heimspiele an besagtem Tag. Daher bleibt dem Murgtalverein nur eins übrig: „Wir müssen damit leben, auch wenn wir damit nicht glücklich sind, und unsere zahlreichen Helfer noch mehr einspannen.“

Ihr Autor

BT-Redakteur Christian Rapp

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Erstellt:
31. Juli 2021, 10:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 55sec

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